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Statements 29.10.2013

Zur Lage der Implantologie in der Schweiz

Zur Lage der Implantologie in der Schweiz

Statement von Dr. Carlo Metzler, Sekretär der Schweizerischen Gesellschaft für orale Implantologie (SGI)

Die Rahmenbedingungen der Implantatnachfragen in der Schweiz werden in der Minderheit durch die von den Unfall- und Sozialversicherungen anerkannten Indikationen und in der Mehrheit durch die Wünsche privat zahlender Patienten gegeben. Finanzierende Versicherungen decken nach vorhergehender Kostengutsprache lediglich eine beschränkte und strikt evidenzbasierte Indikation von Implantaten ab. Der Anspruch von selbst zahlenden Patienten hängt vor allem von deren Informationsstand ab. Um weniger mit unangemessenen Erwartungen konfrontiert zu sein, empfehlen wir die Website der neutral informierenden Implantatstiftung Schweiz ISS (www.implantatstiftung.ch), auf der auch aktuelle themenbezogene TV-Sendungen abrufbar sind. Entsprechend gut unterrichtete Patienten können in der Implantatsprechstunde besser geführt werden, was zu den jeweiligen Implantatofferten führt.

Die Rahmenbedingungen der Implantatofferten in der Schweiz werden durch die entsprechende strukturierte Aus- und Weiterbildung der hier praktizierenden Kollegen gegeben. Wird für die „Straight Forward“-Indikationen bereits eine gute universitäre Grundausbildung angestrebt, bleiben in der Absicht die „Advanced-“ und „Complex-Indikationen“ den bereits erfahrenen und entsprechend weiter ausgebildeten Behandlern vorbehalten. Die SSO-Fachgesellschaften für Oralchirurgie und Stomatologie SSOS, rekonstruktive Zahnmedizin SSRD, Parodontologie SSP und orale Implantologie SGI konnten 2011 gemeinsam für die Schweizerische Zahnärztegesellschaft SSO den SSO-Weiterbildungsausweis „WBA SSO orale Implantologie“ einführen, der alle sieben Jahre rezertifiziert werden muss.

Grundsätzlich ergibt sich daraus eine Implantatofferte, die durch eine sinnvolle, den prothetischen Ansprüchen gerecht werdende Anzahl und Positionierung von Implantaten mit entsprechender wissenschaftlicher und klinischer Dokumentation gerecht wird. Patienten in der Schweiz sollten somit nicht so viel wie möglich, sondern so viel wie nötig Implantate empfohlen und nach dem aktuellen Stand des Wissens eingesetzt bekommen, durch Einzelbehandler oder im Team von Überweiser und Spezialisten, in allen Indikationen der SAC-Protokolle „Straight Forward“, „Advanced“ und „Complex“.

Foto: © Im Perfect Lazybones – Shutterstock.com
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