
München 29.04.2016
Fragmententfernung – Praktischer Arbeitskurs mit Dr. Clemens Bargholz und Dr. Christoph Zirkel
Der Zahnarzt, der nie die Spitze eines Reamers, einer Feile oder einer Nadel abgebrochen hat, hat nicht viele Wurzelkanäle behandelt. (...)
Louis I. Grossman 1969
Das Missgeschick der Instrumentenfraktur scheint in der täglichen Arbeit eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die Prävalenz ist bei über 6 Millionen Wurzelbehandlungen pro Jahr auch sehr niedrig, dennoch ist jeder Einzelfall für den betroffenen Zahnarzt häufig auch eine persönliche, schmerzvolle Niederlage und für den betroffenen Patienten ein großer Schritt in Richtung des endodontischen Misserfolgs. Instrumentenfragmente sind ein Hindernis bei der vollständigen Darstellung, Reinigung, Formgebung und Obturation des oft infizierten Wurzelkanalsystems.
Auch wenn Fragmente gegenwärtig mit sehr großer Vorhersagbarkeit entfernt werden können (Cujé 2007), muss nicht jeder endodontisch tätige Zahnarzt solche Entfernungstechniken beherrschen. Dafür tritt dieses Ereignis zu selten ein. Er hat nur die Verpflichtung über den Zwischenfall aufzuklären und Auswege aufzuzeigen. Wer sich aber im Schwerpunkt mit der Endodontie beschäftigt, wird mit dieser Problematik häufiger konfrontiert und kommt um diese Qualifikation heute kaum noch herum.
Jede Fragmententfernung ist auch für den geübten, spezialisierten Endodontologen eine große Herausforderung. Die Entfernung sollte unter größtmöglicher Schonung von Hartsubstanz erfolgen, da jeder Substanzverlust die Stabilität des Zahnes (bzw. der Wurzel) entscheidend schwächt. Daher steht am Anfang jeder Fragmententfernung die fundierte Behandlungsplanung und das Aufklärungsgespräch. Bei der anschließenden Durchführung sind zwei Voraussetzungen erforderlich:
Zum einen das Equipment (Ultraschallgerät, Operationsmikroskop) mit der Routine dieses kontrolliert einzusetzen, zum anderen aber besonders die Fähigkeit und Übung verschiedener Entfernungstechniken. Diese Qualifikation wird weder in der Ausbildung noch in üblichen Seminaren oder Curricula vermittelt. Fortbildungskurse zu diesem Thema sind sehr selten und nur sinnvoll, wenn dort in kleinen Gruppen gearbeitet wird und für jeden Teilnehmer ein eigener, voll ausgestatteter Arbeitsplatz sowie eine individuelle Betreuung bereitgestellt wird. Für ein erfolgreiches Erlernen ist dann sozusagen das Führen der Hand während des Arbeitens erforderlich. Dies können allerdings nur sehr erfahrene Referenten leisten – daher sind solche Kurse besonders wertvoll.
Kontakt:
Dres. Hartmann, Zirkel und Kollegen
Randi Eltermann
Gyrhofstraße 22-24
50931 Köln
Tel.: 0221-94 15 471
Fax: 0221-94 15 470
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