Endodontologie 19.10.2021

Versorgung eines endodontisch behandelten Zahnes mit Composite

Versorgung eines endodontisch behandelten Zahnes mit Composite

Foto: Dr. Katja Winner-Sowa

Endodontisch behandelte Zähne sind häufig durch eine starke Schädigung der koronalen Zahnhartsubstanz gekennzeichnet, die meist auf ausgedehnte kariöse Läsionen sowie die erfolgte Trepanation zurückzuführen ist. Der Behandlungserfolg ist nicht nur von der sorgfältigen Aufbereitung und Obturation der Wurzel­kanäle abhängig, sondern auch von der Qualität der koronalen Versorgung. Deren Lebensdauer wird in hohem Maße von dem Volumen und dem Zustand der verbleibenden Zahnhartsubstanz beeinflusst.

Dementsprechend sollte der maximale Erhalt des gesunden Schmelzes, Dentins und der Schmelz­ Dentin­ Grenze das oberste Ziel bei der Präparation und Aufbereitung sein. Im vorliegenden Fallbeispiel wird die postendodontische Versorgung mit zwei Composite­ Füllungsmaterialien beschrieben, von denen eines mit kurzen Glasfasern verstärkt ist. Die dargestellte Behand­lungsoption ist eine moderne adhäsive Alternative zur Stiftversorgung.

Aufgrund einer irreversiblen Pulpitis war eine Wurzelkanalbehandlung an Zahn 26 erfolgt, die in der Entstehung einer großen und tiefen mesiookklusalen Kavität resultierte. Es lag zwar ein beträchtlicher Verlust an Zahnhartsubstanz vor, die Stärke der Kavitätenwände reichte aber für eine direkte Versorgung aus, bei der es sich gleichzeitig um die minimalinvasivste Behandlungsoption handelte: Es musste zur Ausformung der Kavität keine gesunde Zahnhartsubstanz entfernt werden.

Um die verbleibende Zahnsubstanz zu stabilisieren und die Langlebigkeit der Restauration zu erhöhen, wurde eine Zweischichttechnik mit unterschiedlichen Composites gewählt: Dabei kam am Kavitätenboden ein fließfähiges, mit kurzen Glasfasern verstärktes Composite (everX Flow®, GC) zum Einsatz. Für die okklusale Abdeckung wurde ein Universal-Composite mit hoher Verschleißfestigkeit (G-ænial® A’CHORD, GC) gewählt.

Schlussfolgerung

Bei der Versorgung von Kavitäten im Seitenzahnbereich ist es wichtig, den Zahnsubstanzverlust zu beurteilen und die richtigen Materialien auszuwählen, welche die Herstellung langlebiger Restaurationen unterstützen. In großen, tiefen Seitenzahnkavitäten ist es möglich, die Belastbarkeit der Versorgungen durch Einsatz eines mit glasfaserverstärkten Composites (everX Flow, GC) in ausreichender Schichtstärke zu erhöhen. Die Schicht ist anschließend mit einem konventionellen Composite zu bedecken, um der Okklusalfläche die erforderliche Verschleißfestigkeit zu verleihen und gleichzeitig für einen natürlichen Glanz und eine optimale optische Integration zu sorgen. Das einfache Unishade-System sowie die gute Handhabung und physikalischen Eigenschaften machen G-ænial A’CHORD (GC) zum perfekten Allrounder für diesen Zweck.

Literatur

Lassila L, Säilynoja E, Prinssi R, Vallittu PK, Garoushi S. Bilayered composite restoration: the effect of layer thickness on fracture behavior. Biomater Investig Dent. 2020 Jun 2;7(1):80-85.

Garoushi S, Tanner J, Keulemans F, Le Bell-Rönnlöf A-M, Lassila L, Vallittu PK. Fiber Reinforcement of Endodontically Treated Teeth: What Options Do We Have? Literature Review. Eur J Prosthodont Restor Dent. 2020 May 28;28(2):54-63.

Autorin: Dr. Katja Winner-Sowa

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