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Laserzahnmedizin 20.03.2014

Flächenhafte Gewebsentfernung mit dem Er:YAG-Laser

Flächenhafte Gewebsentfernung mit dem Er:YAG-Laser

Das neueste und innovativste Handstück zur oralen Hart- und Weichgewebsbearbeitung aus dem Hause Fotona (Ljubljana, Slowenien) heißt X-Runner, im Einsatz mit dem Lightwalker AT (Er:YAG & Nd:YAG; Fotona.com). In unserer Praxis sehen wir markante Vorteile in der Präparation von Veneers und Teilkronen, in der oralen Chirurgie vor allem fürs Weichteilmanagement und in der Implantologie zur Implantatfreilegung und teilweise auch in der Implantatbettvorbereitung.

Der X-Runner erlaubt eine präzise und flächenhafte Gewebsentfernung, definiert durch die Wahl der drei verschiedenen geometrischen Formen Kreis, Rechteck und Hexagon. Diese können als ganze Flächen oder nur als Randareale (zum Ausstanzen) ausgesucht werden, in einem Ausmaß je nach Form zwischen 1 bis stufenweise 6 mm, wahlweise definiert als ein Ablationsdurchgang oder im Sinne mehrerer Passagen nacheinander. Die entsprechenden schon bekannten Indikationsgrundeinstellungen für das Weich- und Hartgewebsmanagement des Lightwalkers AT können dabei unverändert übernommen werden. Flächenhaftes Entfernen von Gewebe wird spürbar erleichtert und präzise vordefiniert. Da Er:YAG als Wellenlänge primär vom Wassergehalt im Körper absorbiert wird und jedes Gewebe Wasser enthält, bewegen wir uns in einem sehr sicheren Operationsfeld, wo wir das Fortschreiten des laserunterstützten Eingriffes optimal ohne Unterbrechung verfolgen und somit kontrollieren können. Dazu zwei unterschiedliche Beispiele aus unserer Klinik im Sinne von Routine-Indikationen der laserunterstützten Zahnmedizin: eine Veneerpräparation der oberen mittleren und seitlichen Schneidezähne und eine Implantatwiedereröffnung im Unterkiefer-Molarengebiet.

Veneerpräparation Oberkieferfront

Die ausgedehnte flächenhafte und speditive Präparation erfolgte mit dem X-Runner bei vordefinierter Veneereinstellung am Lightwalker AT, gefolgt von der entsprechenden Oberflächenschlussbehandlung mit niedrigeren, ebenfalls vorgegebenen Werten. Die Therapie erfolgte ohne örtliche Betäubung.

Da unsere Erfahrung in den Randgebieten mit dem X-Runner am Anfang noch nicht so fortgeschritten war, hatten wir diese mit dem zylindrischen Saphiransatz und entsprechendem Erbiumhandstück (H14-C) fertigpräpariert und nachfiniert. Als Alternative kann man den X-Runner im Non-Contact-Modus, dem Standardhandstück (H02-C) entsprechend, einsetzen und sich somit einen Instrumentenwechsel ersparen. Die fertigen Oberflächen wurden adhäsiv behandelt und die laborhergestellten Veneers ein paar Tage nach Abdruck integriert.

Implantatfreilegung Molar, Unterkiefer links

Nach entsprechender Einheilungszeit wurde das über dem Implantat (Nobel Biocare) liegende Weichgewebe mit dem X-Runner gemäß Auswahl und Anpassung der Geometrie in mehreren Passagen und ohne örtliche Betäubung entfernt, der definitive Abdruck genommen und die entsprechende Wundheilungskappe eingesetzt.

Erweitertes Indikationsspektrum

Neben den Standardindikationen in der ästhetischen und konservativen Zahnmedizin sowie in der oralen Weich- und Hartgewebschirurgie haben wir spezifisch bei der Implantatsetzung schon ein paar Erfahrungen im Sinne eines Ansatzes zur weiteren Entwicklung in den spezialisierten Zentren gesammelt.

In diesem Sinne haben wir rein mit dem X-Runner eine breitflächige, geometrisch angepasste Vorbohrung des Implantatbettes durchgeführt und mit dem entsprechenden Schlussbohrer des Implantatsystems (Nobel Biocare) ausgebessert. Bei einem stabilen und gesunden Knochen im Unterkiefer war dies im vorderen Molaren-Prämolaren-Gebiet bis zu einer doch beachtlichen Tiefe von 7–9 mm rein mit Er:YAG bei vordefinierter geometrischer Form möglich. Die ersten Erfahrungen mit dem X-Runner Handstück in Zusammenhang mit dem schon in unserer Praxis als Standard definierten Lightwalker AT-Laser (Er:YAG & Nd:YAG) (Fotona.com), welches uns neue, innovative und überzeugende Aspekte der oralen Hart- und Weichgewebsablation entgegenbringt, erlauben uns den faszinierenden Einblick und eine neue und sehr spannende Übersetzung des oralen Gewebsmanagements in die klinischen Praxis der Er:YAG unterstützten Zahnmedizin.

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