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Parodontologie 27.06.2012

Der amerikanische Adler und die Dynamik

Der amerikanische Adler und die Dynamik

Nein, Sie müssen nicht unbedingt den Vornamen des Erfinders der Küretten kennen. Und auch nicht, dass er sie in den 1940er-Jahren mit einem „ortsansässigen Schmied“ in Ann Arbor in Michigan zusammenbastelte.

Aber dass die unter dem Namen des Dr. Clayton H. Gracey bekannten Küretten, im Gegensatz zu den „gröberen“ Instrumenten der Vor-Gracey-Zeit, für unsere Patienten ein Segen sind, wissen Sie schon. Und auch für uns. Denn nach Trial and Error (die Kollegen des Zahnarztes an der Uni Michigan mochten seine Philosophie des „Schiebens“ nicht) fand er den Weg zu effektiver PA- Arbeit mit Handinstrumenten. Das Prinzip dabei ist: Die richtige Technik mit dem passenden Instrument für bessere Kontrolle und korrektes Arbeiten. Seit den 40er-Jahren ist das Gracey-Konzept nämlich nun etabliert und wird als Standard beim Kürettieren in der Parodontologie gelehrt. Im Laufe der Jahre wurden neben dem reduzierten Gracey-Satz vielfältige Instrumentenformen entwickelt. Längere Schäfte wurden hergestellt, später die „Mini-Versionen“. Wie man aber, egal ob lange oder kurze Küretten, damit richtig umgeht, wie wir die unterschiedlichen Formen an den diversen Stellen, seien es tiefe Taschen, konvexe Wurzeloberflächen oder andere, bezüglich ihrer Morphologie „besondere“ Strukturen, effizient behandeln, wissen Sie schon. Sie und auch Ihr (mein) fortgebildetes Fachpersonal. Und unsere Damen sind, was Fortschrittlichkeit auf diesem Gebiet angeht, „plietsch“ wie der Hamburger sagt. Das heißt, dass sie sich ständig danach umsehen, was ihre Arbeit erleichtern und verbessern kann.

Der Schmied des Herrn Gracey


„Schieben“ bedeutet, dass das ursprüngliche Design der Küretten eines Push Stroke bedurfte und damit den Zahnstein zwar von der Zahnoberfläche weg, aber geradewegs in die Tasche hineinschob. Und wenn Clayton auch bereits das Problem der schwer zugänglichen Zahnanatomie durch die spezifische Konstruktion der Küretten, Scaler & Co. Arbeitsspitzen gelöst hatte – ein anderes Problem blieb seinerzeit noch unbewältigt.

Erleichterung


Eine (die!) Erleichterung der mühseligen Handarbeit mit den Instrumenten, die zur Parodontaltherapie eingesetzt werden, ist zunächst, dass sie absolut scharf sein müssen, um den Zahnstein nicht nur zu „streicheln“. Eine andere ist, sie nicht immer wieder scharf machen zu müssen. Denn das ist einerseits mühselig sowie möglicherweise fehlerbehaftet und kostet letztendlich Arbeitszeit unseres Personals. In der Aprilausgabe einer Fachzeitschrift fand ich die Kalkulation der Kosten einer Behandlungsstunde für zahnmedizinisches Fach-(Prophylaxe) personal. Über 50 Euro! Die zum Aufschärfen von PA-Instrumenten auszugeben halte ich für Verschwendung. Sie sicher auch. Der Ausweg? Was Gracey noch nicht wusste, nicht wissen konnte – dass mittlerweile Technologien entwickelt wurden, die die Instrumente sehr lange scharf halten. „XP Technology“ heißt das Zauberwort – eine Technik, mit der die ­Instrumente mittels eines metallurgischen Prozesses mit einer Titan-Nitrit-Schicht überzogen werden und so wesentlich widerstandsfähiger gegen Abnutzung sind. American Eagle ist der Hersteller dieser hocheffektiven, haltbaren Instrumente, in Deutschland vertrieben von Loser aus Leverkusen. Etwas teurer als herkömmliche konzidiert. Aber, diese Instrumente müssen eben aufgrund der nanotechnisch optimierten Oberfläche nicht mehr geschliffen werden, sie halten einfach länger. Logischerweise fällt auch ein „Ver“schleifen weg. Jede Mitarbeiterin weiß, wie schwer es ist, die ursprüngliche sensible Instrumentenform während des mühsamen Schleifens zu erhalten.

In the Box


Und wenn wir schon einmal dabei sind: Immer wieder ein Ärgernis sind für mich die durch die Verpackung durchgestochenen Arbeitsenden der PA-Instrumente. Gewesen! Weil wir sie jetzt in den EZ-Jett-Kassetten von Zirc, ebenfalls bei Loser erhältlich, aufbereiten. Auch die mit den Handformgriffen, welche ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zum ermüdungsarmen Arbeiten in der PA-Behandlung bedeuten. Sie liegen in den Kassetten sicher, dabei aber separat und so vor Berührung des Nachbarinstrumentes (und dadurch möglicher Beschädigung) geschützt. Die praktischen und preisgünstigen Kassetten sind in 16 Farben erhältlich, man kann also wunderbar nach Behandler, nach Sprechzimmer oder nach Instrumentensatz kodieren. Und da (in die Kassette) kann auch noch etwas anderes rein. Stichwort Implantate.

Débridement


„Als Débridement oder Wundtoilette bezeichnet man das medizinische Vorgehen zur Entfernung von abgestorbenem Gewebe. Ziel ist es, den Heilungsprozess zu initiieren und eine sekundäre Infektion des verbliebenen gesunden Gewebes zu verhindern und auf diese Weise ein Fortschreiten der Infektion zu stoppen. Zwar kann der Körper Nekrosen selbstständig abbauen …“ Hier irrt Wikipedia, dessen Definition von Débridement ich für die Zahnmedizin angepasst zitiere. Bei Entzündungen rund um Implantate (Mukositis resp. Periimplantitis) kann sich der Körper nicht selbst heilen. Unser Prophylaxepersonal weiß jedoch, was zu tun ist. Wenn die Damen das richtige Gezähe dafür haben. Die Bedeutung dieses Wortes kennen wir im Ruhrgebiet für martialische Instrumente. Keineswegs martialisch, im Gegenteil, sind die neuen Implantatküretten der bereits erwähnten amerikanischen Firma. Die aus einer sehr haltbaren Titanlegierung gefertigten Implantatküretten (es gibt das „Set“ für alle denkbaren Zugangsstellen an Implantaten) ermöglichen Ihnen und Ihren Fachkräften das schonende Entfernen von Konkrementen und granulomatösem Weichgewebe an allen Implantatoberflächen. Und verkratzen sie nicht, der spezielle Titanwerkstoff hat keine Auswirkung auf die Implantatoberfläche. Die farbigen EagleLiteTM Kunststoff-Handgriffe erleichtern weiterhin das schnelle Identifizieren der einzelnen Instrumente. Gerade bei Implantaten mit rauer Oberfläche oder mit Gewinde wird das zeit- und arbeitsaufwendige „Prozedere“ (wenn ich schon nicht Kratzen sagen darf) mit den Implantatküretten von American Eagle verkürzt. So und nun haben wir, mit den Küretten und Scalern – sei es an natürlichen Zähnen oder Implantaten – ordentlich herumgearbeitet. Und dann?

Zur Dynamik


Sicher haben Sie bis jetzt teilweise wegen der Überschrift bis hierhin gelesen. Den amerikanischen Adler konnten Sie wiederfinden. Aber was ist mit der Dynamik? Erweitern wir den Begriff etwas und sprechen von einer außerordentlich effektiven Methode zur Keimverringerung in PA- und Implantattaschen. Die systemische Antibiose ist ja bekanntlich einerseits nicht ganz so wirkungs- (dafür aber recht nebenwirkungs-)voll und nach breiten Diskussionen in der Öffentlichkeit wegen Missständen der Antibiotikaverabreichung (in der Tiermast) negativ besetzt. Unsere Patienten erwarten jedoch heute neben der schnellen Beseitigung der akuten Entzündung eine möglichst schmerz- und nebenwirkungsfreie Behandlung. Das geht mit der fotodynamischen Desinfektion. Zu teuer, winken Sie ab?

Lichtaktiviert


Nicht wenn Sie das Verfahren der lichtaktivierten Desinfektion, das FotoSan 630, anwenden. Neben dem klassischen Einsatz in der Parodontologie und der Endodontie findet FotoSan 630 auch bei der Behandlung von Karies profunda, Periimplantitis und Gingivitis Anwendung. Sie haben schon einmal davon gehört, ­zögern aber noch? Nun, das LED-Verfahren (anstelle des teuren Lasers) ist gegenüber den bisherigen Lasermethoden genauso wirksam, jedoch deutlich günstiger. Die geringen Investitionskosten machen das System für jede Praxis interessant. Die fotoaktivierte Desinfektion wird, frei von Budgetzwängen, analog abgerechnet (z.B. mit den GOZ-Positionen 4070, 4080, 4090 oder 4100) und bietet damit auch wirtschaftlich betrachtet einen sinnvollen Einsatz des Produktes. Nachsatz: Nebenwirkungen treten nicht ein!

Fragen?!


Sie sind Haptiker/-in? Wollen, nachdem Sie schriftliche Informationen durchgearbeitet haben, Kürette, Scaler, EZ-Jett-Kassetten und die (formvollendet gelungene) neue FotoSan-Lampe in Händen halten? Fragen und halten können Sie. Der Außendienst der Firma Loser demonstriert und erläutert Ihnen gerne die wichtigen Helfer im Kampf gegen parodontale und implantäre Entzündungen. Sie werden sie behalten wollen.

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