Branchenmeldungen 12.04.2021

2. PEERS Hybrid-Kongress: „Augmentation! Aber wie?“

2. PEERS Hybrid-Kongress: „Augmentation! Aber wie?“

Foto: Dentsply Sirona

Hochkarätige Vorträge präsentierte Dentsply Sirona am 20. März 2021 beim Hybrid-Kongress des Expertennetzwerks PEERS (Platform for Exchange of Experience, Research and Science). Der Bogen spannte sich vom Augmentieren mit autogenem Knochen über die Verfahren und deren Evidenzen im Weichgewebsmanagement bis zur Darstellung zahntechnischer Lösungen als „Rettungsanker“ im Rahmen von Implantationen. Rund 230 Zahnärztinnen und Zahnärzte waren dabei.

Ist ein Knochenaufbau notwendig, hat ein Behandler mehrere Optionen. Prof. Dr. Fouad Khoury zeigte anhand exemplarischer Fälle die schier unbegrenzten Möglichkeiten, mit autogenem Knochen alle Arten von Knochendefekten unabhängig von der Defektgröße oder der Regenerationsqualität des Empfängerlagers zu behandeln. So eigne sich zur Rekonstruktion kleiner Knochendefekte die „Carotta“-Technik mit ihrem während der Implantatbettaufbereitung mit einem Trepanbohrer gewonnenen autogenen Knochenkern. Das sei eine einfache und sichere Methode. Größere Defekte lassen sich mit Knochenblöcken rekonstruieren, intraoral entnommen aus der Mandibula oder der Maxilla.

Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas fokussierte unter Bezug auf die aktuelle Studienlage auf das Weichgewebe als Schlüsselfaktor für den Behandlungserfolg. Die Faktoren Weichgewebe, Knochen und Implantatpositionierung müsse man als „New Basics“ parallel in ihren Wechselwirkungen denken, um eine ausreichende Versorgung und langfristige Stabilität des Weichgewebes und damit auch des Hartgewebes sicherzustellen. Damit wird der präventive Schutz des lokalen Weichgewebes zum zentralen Punkt, um Rezessionen zu vermeiden. So könne insbesondere bei Vorliegen eines dünnen Gingiva-Typs eine ungünstige vertikale Positionierung Rezessionen nach sich ziehen, ein Risiko, das sich, so die GAST-Multicenter-Studie zum Astra Tech Implant Profile der Universität Mainz, über ein entsprechendes Implantatsdesign minimieren ließe.

Anhand beeindruckender Fallbilder zeigte Dipl.-ZT Olaf van Iperen, was mit „Zahntechnischer Augmentation“ möglich ist, wenn sonstige Maßnahmen patientenspezifisch nicht möglich oder nicht erwünscht sind. Mit der CAD/CAM-Technologie und entsprechenden Hochleistungsanlagen seien vielfältige, exakt auf die jeweilige Patientensituation hin zugeschnittene Lösungen realisierbar. Hier seien vor allem die Verwendung indikationsspezifischer, biokompatibler Materialien, die standardisierte Präzision der Komponenten und nicht zuletzt die Flexibilität in der Fertigstellung zu nennen.

PD Dr. Dr. Keyvan Sagheb und PD Dr. Dr. Eik Schiegnitz widmeten sich sehr anschaulich dem „Einmaleins der Weichgewebschirurgie“. Implantate mit einer dicken periimplantären Mukosa seien im Vergleich zu einer dünneren Weichgewebsqualität resistenter gegen mechanische Irritationen und Weichgewebsrezessionen. Zudem schütze eine dickere periimplantäre Mukosa vor marginalem Knochenverlust. Dies ließe sich mit einfachen, nichtsdestoweniger aber erprobten Techniken höchst effizient erreichen. Präoperativ seien das eine atraumatische Extraktion in Verbindung mit einer Avleolar Ridge Preservation (ARP) mit leukozyten- und thrombozytenreicher Fibrinmatrix (I-PRF). Entscheidend für den optimalen Erhalt der Weichgewebsarchitektur seien die richtige, palatinale bzw. linguale Schnittführung unter Beachtung der Gefäßverläufe und eine distale Transpositionsplastik: „Die richtige Schnittführung ist, neben der richtigen Implantatpositionierung, der Heilige Gral.“

In ihrem Workshop nach der Mittagspause zeigten die beiden Referenten anhand von Modellen das praktische Vorgehen der Schnitt- und Nahttechniken bei den zuvor vorgestellten Verfahren. Die zugeschalteten Teilnehmer erhielten dabei viele hilfreiche Tipps.

Einen ausführlichen Nachbericht lesen Sie in unserem Newsroom: https://news.dentsplysirona.com.

Quelle: Dentsply Sirona

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