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Branchenmeldungen 18.11.2016

30. Jahrestagung der DGZ: neue Erkenntnisse präsentiert und prämiert

30. Jahrestagung der DGZ: neue Erkenntnisse präsentiert und prämiert

„Biofilm und Mikrobiologie“ sowie „Adhäsivtechnik“ – so lauteten die beiden Hauptthemen der diesjährigen Jubiläumstagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ). Wie schon in den vergangenen Jahren wurde die Veranstaltung auch dieses Mal gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) und der Deutschen Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR²Z) durchgeführt und machte Leipzig am 7. und 8. Oktober 2016 gewissermaßen zum Zentrum der Zahnerhaltung. Dabei standen sowohl eine ganze Reihe von Vorträgen nationaler und internationaler Referenten als auch mehrere Preisverleihungen im Mittelpunkt.

„Der enge kollegiale Zusammenhalt unserer Mitglieder ist nach wie vor der Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wissenschaft und Hochschule – das hat sich in den letzten 30 Jahren nicht geändert!“, so formulierte es Prof. Dr. Edgar Schäfer, Präsident der DGZ, in seinem Grußwort zum Jubiläumskongress der DGZ in Leipzig. Seit Gründung der DGZ im Jahre 1987 sei die Zahnerhaltungskunde jedoch nicht nur stärker, sondern auch bunter geworden.

Als Ausdruck dieser Stärke und Vielseitigkeit kann ohne Zweifel der moderne Verbund der DGZ angesehen werden, schließlich sind mit der DGPZM, der DGR²Z und der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET) gleich drei Fachgesellschaften unter dem Dach der DGZ vereint. Entsprechend facettenreich präsentierte sich die Gemeinschaftstagung in Leipzig – thematisch unterschiedlich ausgerichtete Vortragsblöcke von DGZ, DGPZM und DGR²Z sorgten während des zweitägigen Kongresses für Abwechslung und verschiedene Blickwinkel auf das Thema Zahnerhaltung.

Einen besonders praxisrelevanten Aspekt nahm dabei der Vortragsblock der DGR²Z in den Blick: „Kariesdiagnostik und -exkavation“ lautete das Thema dieses von Prof. Dr. Christian Hannig, Universitätsklinik Dresden, und Prof. Dr. Rainer Haak, Universitätsklinik Leipzig, moderierten Veranstaltungsteils. Bevor die Teilnehmer jedoch die insgesamt vier Hauptvorträge zu hören bekamen, stand zunächst ein weiteres, ganz besonderes Highlight auf dem Programm: die Vergabe des DGR²Z-GC-Publikationspreises und der DGR²Z-GC-Forschungsförderung sowie der DGR²Z-Heraeus-Kulzer-Promotionsförderung. Dank der partnerschaftlichen Unterstützung der renommierten Dentalunternehmen GC und Heraeus Kulzer konnten sich hier in Summe sechs Preisträger über ihre Auszeichnungen freuen.

Den Anfang machten PD Dr. Lamprini Karygianni, Universitätsklinik Freiburg, und Dr. Kazhal Moradi, Universitätsklinik Dresden. Sie sicherten sich für ihre Arbeiten „Einfluss von zugesetztem Natriummonofluorphosphat in Mineral Trioxide Aggregate (MTA) auf das Zellverhalten von humanen Alveolar-Osteoblasten und Pulpazellen“ bzw. „Effect of endodontical irrigants on stem cells from milk teeth (SHED) in hydrogel scaffolds for pulp regeneration” die DGR²Z-GC-Forschungsförderung in einer Höhe von insgesamt 20.000 €. Mit dem mit insgesamt 5.000 € dotierten DGR²Z-GC-Publikationspreis wurden im Anschluss Prof. Dr. Norbert Krämer, Universitätsklinik Gießen, und PD Dr. Falk Schwendicke, Charité Berlin, bedacht. Sie hatten die Jury mit ihren Publikationen zu den Themen „Glass ionomer cements inhibit secondary caries in an in vitro biofilm model“ respektive „Does classification of composites for meta-analyses lead to erroneous conclusions?” überzeugt.

Gemeinsam mit den Preisträgern freute sich Oliver Kühne, Head of Marketing Communications bei GC Germany. In seiner Ansprache stellte er nicht nur das hohe Niveau der eingereichten Beiträge, sondern insbesondere auch die Bedeutung der Forschungsförderung für sein Unternehmen heraus: „GC sieht in der Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung ein zentrales Anliegen, um gemeinsam eine erfolgreiche dentale Zukunft zu gestalten. Deshalb sind wir seit Jahren Partner der DGR²Z“, brachte er es auf den Punkt.

Bei der folgenden Verleihung des DGR²Z-Heraeus-Kulzer-Dissertations-Förderpreises rückte dann insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs in das Zentrum des Interesses. „Für Heraeus Kulzer ist es eine Freude, diese Preisvergabe und somit die DGR²Z unterstützen zu können. Schließlich vertreten wir ähnliche Werte: Uns liegen Nachwuchsförderung, Nachhaltigkeit, Wissenschaft und Praxis im Bereich regenerative und restaurative Zahnheilkunde ebenso am Herzen wie der DGR²Z", erläuterte Jörg Scheffler, Country Manager Deutschland bei Heraeus Kulzer, das Engagement des Hanauer Unternehmens. „Wir haben darüber hinaus mit dentXperts® ein eigenes Programm zur Förderung von Studenten und jungen Zahnärzten."

Ausgezeichnet wurden Herr Karim Elhennawy, Charité Berlin, und Herr Andreas Pohle, Uniklinik Göttingen, für ihre jeweiligen Forschungsvorhaben unter den Titeln „Selective or stepwise removal of deep caries in deciduous molars: a Pilot randomized controlled trial (STEEP)” bzw. „Bioaktivität und physikochemische Eigenschaften von mit funktionalisierten Silica-Nanaopartikeln versetzten Universaladhäsiven“. Sie teilten sich die Heraeus-Kulzer-Promotionsförderung in Höhe von insgesamt 6.000 €.

Im Anschluss startete das Vortragsprogramm der DGR²Z mit den Ausführungen von Prof. Dr. Rainer Haak zum Thema „Kariesentfernung – gibt es einen konkreten Endpunkt?“. Ihm folgte Prof. Dr. Karl-Heinz Kunzelmann, Uniklinik München, mit seinem Vortrag zu den „Moderne[n] Methoden der Kariesexkavation“, bevor der Terminplan eine Diskussion zu den bislang vorgestellten Erkenntnissen vorsah. Nach einer kurzen Pause übergaben die Moderatoren das Wort an Prof. Dr. Till Dammaschke, Uniklinik Münster. Er überzeugte mit seinem Referat zum Thema „Karies profunda – innovative und bewährte Wege der Versorgung“. Den Abschlussvortrag über „Neue Optionen der restaurativen Zahnerhaltung in der Alterszahnheilkunde“ steuerte Prof. Dr. Dr. Hans-Jörg Staehle, Uniklinik Heidelberg, bei.

Zum Ende des Vortragsblocks blieb bei den Teilnehmern dank der Ausführungen der Referenten und mehrerer ausgezeichneter Wissenschaftsprojekte ein gutes Gefühl zurück: Nicht nur waren sie über neueste Erkenntnisse aus der Kariologie informiert worden, sie hatten zudem die Förderung vielversprechender Forschungsansätze miterleben können. Somit gab die Jahrestagung nicht nur einen Überblick über Aktuelles, sondern auch einen Ausblick auf Zukünftiges – eine gelungene Mischung, die neugierig macht auf die kommenden 30 Jahre Zahnerhaltung.

Quelle: dNA

Foto: © dNA
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