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Branchenmeldungen 16.06.2017

3-D-Druck und mehr: 46. Jahrestagung der ADT in Nürtingen

3-D-Druck und mehr: 46. Jahrestagung der ADT in Nürtingen

Unter den Schwerpunktthemen „3-D-Druck und mehr“, „Herausnehmbarer Zahnersatz digital möglich?“ und „Erfolg durch Planung im Team“ kamen rund 1.000 Teilnehmer in der K3N-Stadthalle Nürtingen zusammen. Ziel der Arbeitsgemeinschaft Dentale Technologie e.V. (ADT) ist der fachliche und wissenschaftliche Austausch zwischen Zahntechnik, Zahnmedizin, Hochschule und Industrie.

Workshops, Vorträge und mehr

Mit thematisch breit aufgestellten Workshops von der ADT und Sponsoren hat am Donnerstag die Jahrestagung in Nürtingen begonnen. Beginnend beim „Korruptionsstrafrecht im Gesundheitswesen“ über „Die Rolle des Zahntechnikers im Digitalen Workflow“ bis hin zu „Hochleistungspolymeren in der Anwendung“ und „Mit Multilayer zur perfekten Krone“ – unternehmerische wie praktische Anregungen für die Arbeit im Labor konnten auf der ADT-Jahrestagung gewonnen werden.

Nach der Begrüßung und Eröffnung durch ADT-Präsident Prof. Dr. Daniel Edelhoff (München) und Vizepräsident ZTM Wolfgang Weisser (Esslingen) folgten die ersten Vorträge der Tagung. Dabei stimmte Festredner und Buchautor Prof. Dr. Dipl.-Ing. Andreas Gebhardt (Aachen) mit „3-D-Drucken: Perspektiven und Grenzen“ auf eines der Schwerpunktthemen ein, während Prof. Dr. Constantin von See (Krems/Österreich) sich „Gegenwart, Zukunft und Visionen“ des 3-D-Drucks widmete. Einen überaus spannenden Einblick in dieses Thema gaben ebenso u.a. ZTM Vanik Kaufmann-Jinoian (Liestal/Schweiz) und ZT Nikolas Bär (Sankt Augustin), die den Weg zur täglichen Routine in den Fokus rückten. Und auch die unternehmerische Perspektive durfte nicht fehlen: ZTM Hans-Frieder Eisenmann (Amstetten) betrachtete in seinem Vortrag den Beitrag des 3-Drucks zur Laborwertschöpfung als einen Baustein zum „Labor 4.0“.

Ein weiteres Kongressthema war die Digitalisierung. Dazu stellten u.a. ZTM Jürgen Mehlert (Hamburg) und ZT Josef Schweiger (München) den Masterstudiengang Digitale Dentaltechnologie M.Sc. vor. „Die Prothese wird sexy? Alles digital – auch Totalprothesen“, fragte dagegen Prof. Dr. Florian Beuer (Berlin), während ZTM Hans-Joachim Lotz (Weikersheim) zu verstehen gab, dass der Patient und seine Wünsche – trotz des digitalen Wandels der Zahntechnik – definitiv analog bleiben.

Dem dritten Veranstaltungsschwerpunkt, der Arbeit im Team, widmeten sich u.a. ZT Guido Gäßler (Ulm), Dr. Dr. Stephan Weihe (Dortmund) und Frank Hornung (Chemnitz) mit ihrem Vortrag „Diagnostik und Therapie im Team auf Basis fusionierter digitaler Daten“. Weiterhin stellten Dr. Michael Fischer und ZTM Benjamin Votteler (beide Pfullingen) „Teamerfolg mit Vollkeramik auf natürlichen Zähnen und Implantaten“ vor. Schließlich fassten OÄ Dr. Silvia Brandt und ZTM Thorsten Peter (beide Frankfurt am Main) zusammen: „Gemeinsam planen, gemeinsam zum Erfolg!“ – ein wichtiger Rat für die Kongressteilnehmer.

Branchennews und Kongressneuerung

Im Fachpresse-Club wurden vor Kongress-Beginn bereits aktuellste Entwicklungen diskutiert. Dabei nahm der 3-D-Druck erwartungsgemäß eine große Rolle ein. So ist ZTM Wolfgang Weisser überzeugt davon, „dass 3-D-Druck in Zukunft eine große Rolle spielen wird“, wenngleich dies noch eine gewisse Zeit dauern werde. Prof. Dr. Daniel Edelhoff, betonte in diesem Zusammenhang die Zeitersparnis, die der 3-D-Druck mit sich bringe. Das könnte, so Edelhoff, zukünftig ein bestimmendes Kriterium sein.

Die digitale Anfertigung herausnehmbaren Zahnersatzes wurde im Pressegespräch ebenso thematisiert. Grundlegend stellte Priv.-Doz. Dr. Jan-Frederik Güth (München), stellvertretender ADT-Präsident, klar, dass die Nachfrage nach herausnehmbarem Zahnersatz aufgrund der demografischen Entwicklung und aus ökonomischen Gründen noch immer vorhanden ist. ZTM Rainer Gläser (Freiburg im Breisgau), stellvertretender Vizepräsident der ADT, gab allerdings die ästhetischen Vorzüge der analogen Fertigung zu bedenken.

Das dritte Kongressthema betreffend, die Teamarbeit zwischen ZT und Zahnarzt, beobachtet Gläser eine verstärkte Kooperation und Offenheit seitens der Zahnärzte. Diese profitierten grundsätzlich vom Know-how der Zahntechniker.

Folgerichtig war das Referententeam der ADT-Jahrestagung mit Zahntechnikern und Zahnärzten sehr gut aufgestellt. Und auch das Forum 25, ein echtes Novum der Veranstaltung, bot am Freitag jungen Auszubildenden, Zahntechnikern, Studierenden und Zahnmedizinern ein Podium, sich zu präsentieren und intensiv auszutauschen. Die Nachfrage der Nachwuchstalente übertraf laut ADT die Erwartungen der Veranstalter um ein Vielfaches.

Kongress und mehr

Zum fachlichen und kollegialen Austausch trug einmal mehr die der Jahrestagung angeschlossene und bis auf den letzten Standplatz ausgebuchte Industrieausstellung bei. Zahlreiche Unternehmen – über 20 Prozent mehr als im Vorjahr – waren mit Produktinnovationen und Bewährtem in der K3N-Stadthalle von Nürtingen vertreten – dem gleichzeitig idealen Ort für die Get-together-Party am Donnerstagabend. Zur eigentlichen Kongress-Party lud die ADT dann am Freitag in den Biergarten ein. In freundschaftlicher, offener Atmosphäre, von der die gesamte Jahrestagung getragen war.

Ausblick

Im kommenden Jahr wird die ADT-Jahrestagung vom 31. Mai bis zum 2. Juni wieder in Nürtingen stattfinden. Das Motto für 2018 lautet dabei „Advanced Prothetik“. Im Fokus werden dann „Innovative Behandlungskonzepte“, „Metallfrei entscheiden im Team“ sowie „Analog-digital, ökonomisch?“ stehen.

Foto: OEMUS MEDIA AG
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