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Branchenmeldungen 06.02.2015

7. Digitale Dentale Technologien 2015 in Hagen

Georg Isbaner
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7. Digitale Dentale Technologien 2015 in Hagen

Über 200 Teilnehmer kamen zur jährlichen Leistungsschau der dentalen Digitalspezialisten.

Am 6. und 7. Februar lud das Dentale Fortbildungszentrum Hagen (DFH) in Kooperation mit der OEMUS MEDIA AG Zahnärzte und Zahntechniker zur siebten Auflage der „Digitalen Dentalen Technologien“ (DDT) nach Hagen ein. „Virtuell in Zahn und Kiefer“ lautete das Leitthema der diesjährigen DDT, dem über 200 Teilnehmer im abermals ausverkauften Veranstaltungsort folgten.

Den Startschuss zur DDT 2015 lieferten am Freitag anwendungsorientierte Workshops. ZTM Hans-Jürgen Stecher beschäftigte sich mit dem Thema „Monolithische Rekonstruktionen aus hochtransluzentem Zirkoniumoxid“ und ging im Speziellen auf die Eigenschaften und Verarbeitung von Lava Plus (3M ESPE) ein. Parallel fand zudem der Workshop „Gefräste Dentinstrukturen – Mit gerings­tem Aufwand zur höchsten Ästhetik“ mit Alexander Fink und der Firma Roland DG als Industriepartner statt. Tatsächlich wirbt Fink für anspruchsvollen, aber dank neuester CAD/CAM-Verfahren und -Materialien effizient realisierbaren und handwerklich ausgereiften Zahnersatz. In einem dritten Kurs zeigte ZTM Jochen Peters, wie die Anwender in wenigen Klicks mehr Funktion für ihre Patienten erreichen können.

In der zweiten Staffel der Workshops referierten Tagungsleiter ZTM Jürgen Sieger, Cathrin Weber und Jan Hollander zu den Schwerpunkten 3-D CTV-Implantatplanung sowie Digitale Modelle und dem Intraoralscanner Planmeca Planscan Ultra. Im Workshop des Hauptsponsors Amann Girrbach stand die Doppelkronen-Technik mit Ceramill Sintron im Mittelpunkt. Katrin Schröder stellte im dritten Workshop das Zenostar Universal Zirconia System von Wieland näher vor.

Totalprothese digital

Am Samstag ging es in vielen Beiträgen darum, wie virtuelle Implantatplanung und digitale Fertigung von Zahnersatz zusammenzubringen sind. Dies ist ein wichtiger Baustein im sich stetig weiterentwickelnden Digitalisierungsprozess in Zahnmedizin und Zahntechnik. Insbesondere die Kombination von DICOM- und STL-Daten im Implantatplanungsprozess eröffnet weitreichende Möglichkeiten. Langsam verdichtet sich die Vision von der digital gefertigten Kunststoffprothese zu einem praxisgerechten Arbeitsprozess, der auch in Hagen vorgestellt wurde. In diesem Zusammenhang stellte Dipl.-Ing. Falko Noack Konzepte für implantatgetragene Totalprothesen im digitalen Workflow von Amann Girrbach vor und nahm dabei sicherlich ein Highlight der IDS vorweg.

Bei aller Digitalisierung muss man jedoch konstatieren, dass guter Zahnersatz von der zahntechnischen Erfahrung lebt, die die Digitaltechnik als Werkzeug begreift, welches man einsetzt, um exakter und wirtschaftlicher zu arbeiten. Selbstverständlich wurden wieder digital/analoge Vorgehensweisen präsentiert, die zu optimalen ästhetischen und patientengerechten Ergebnissen führen. Die additive Fertigung im Kunststoffbereich ist eine Schlüsseltechnologie in Gegenwart und Zukunft. Es stellt sich die Frage, ob additive hochpräzise Fertigung im zahntechnischen Betrieb bezahlbar ist. Der Einsatz von Intraoral­scannern und die Vorstellung einer unkonventionellen Vorgehensweise bei der Implantatgestaltung rundeten das Programm ab.

Alte Ideen mit neuer Effizienz

So ging Dr. Jan-Frederik Güth am Samstag in seinem Vortrag „Die digitale Abformung als Basis CAD/CAM-gefertigter Restaurationen – Was ist möglich, was macht Sinn?“ auf die aktuellen Möglichkeiten ein, die die digitale Abdrucknahme bietet. Tatsächlich scheinen im Hinblick auf die Wiederholbarkeit gleichbleibend guter Abformpräzision die Vorteile beim Intraoralscan zu liegen. Dr. Michael Hopp zeigte in seinem Vortrag zu wurzelidentischen REPLICATE- Hybridimplantaten, dass sich nicht nur die Workflows in der digitalen Praxis bzw. im virtuellen Labor verändern, sondern durch CAD/CAM-Verfahren und optimierte Herstellungsprozesse gerade im Hinblick auf Oberflächengüte werden neue Wege beim Designen von Implantaten möglich – erweiterte Therapieoptionen inklusive. Klar ist die Idee der wurzelidentischen Implantate nicht neu – aber möglicherweise ist es an der Zeit auch diese Möglichkeit wieder in Betracht zu ziehen.

„Am Montag setzt Ihr die Preise rauf!“

Welche Vorzüge bringt die strahlungsarme DVT-gestützte Implantatplanung ohne Radiologieschablone für den Patienten? Diesem Thema widmete sich der Schweizer Zahntechnikermeister Vincent Fehmer in seinem Vortrag. Das Backward Planning gilt als optimales Konzept für eine Implantatversorgung. Unter dem Titel „Backward Planning – Intraoperative Sofortversorgung navigierter Implantate“ stellte Dr. Christoph Blum dieses Vorgehen dem Auditorium näher vor. Vor der Herausforderung der perfekten Prothetik steht das Behandlerteam aus Zahntechniker und Zahnarzt bei jedem Patienten. „Prothetische Versorgungskonzepte und die Unterstützung digitaler Technologien sichern die erfolgreiche Therapie“ – diese These beleuchtete Dr. Till Gerlach im Vortrag. Und auch Enrico Steger begeis­terte in gewohnt motivierender und humorvoller Art das Mainpodium: „Am Montag setzt Ihr die Preise rauf!“ Seine Vision, das Handwerk auch im Zeitalter digitaler Verfahren wertschöpfend zu positionieren, ist ihm seit jeher eine Herzensangelegenheit.

Jahrbuch DDT 2015 jetzt erhältlich

Die Tagung wurde auch in diesem Jahr wieder von einer umfangreichen Industrieausstellung begleitet. Pünktlich zur Veranstaltung ist das umfassend aktualisierte Jahrbuch Digitale Dentale Technologien in seiner nunmehr sechsten Auflage erschienen.

Die DDT 2016 findet am 19./20. Februar 2016 statt.

Kontakt:

OEMUS MEDIA AG
Holbeinstraße 29
04229 Leipzig
Tel.: 0341 48474-308
Fax: 0341 48474-290
event@oemus-media.de
www.oemus.com
www.ddt-info.de

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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