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Branchenmeldungen 21.02.2011

Berliner Zahnärzte behandeln bis Jahresende nicht jeden

Berliner Zahnärzte behandeln bis Jahresende nicht jeden

Die 715.000 Berliner Versicherten der AOK Berlin-Brandenburg müssen mit Einschränkungen bei der zahnärztlichen Versorgung rechnen. Das Budget für 2010 ist aufgebraucht, berichtet die "Berliner Morgenpost" in ihrer Onlineausgabe.

Ein paar Jahre war Ruhe. Doch jetzt ist der Streit ums fehlende Geld bei den Zahnärzten wieder aufgeflammt. AOK-Patienten müssen befürchten, dass sie bis zum Ende des Jahres nur Notfall-Leistungen erhalten. Umfangreiche Sanierungen, die nicht dringend sind, werden viele Zahnärzte ins kommende Jahr verschieben. Ansonsten würden sie umsonst arbeiten. Denn der Topf mit dem Geld der Krankenkassen, den die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) an die Vertragsärzte verteilt, ist im Falle der AOK leer.

Die Pro-Kopf-Ausgaben der AOK liegen nach Auskunft der KZV ohnehin um 20 Prozent unterhalb der anderer Berliner Krankenkassen. Außerdem sei die AOK die einzige große Kasse, bei der es in diesem Jahr zu solchen Überschreitungen komme. „Das Problem ist hausgemacht. Die AOK hat viel Geld in ihre Hausarztverträge gesteckt. Dieses Geld fehlt nun offensichtlich in anderen Bereichen“, sagt Dr. Jörg-Peter Husemann, Vorsitzender des Vorstandes der KZV Berlin.

Für die Patienten bedeutet das: Füllungen, die akut nicht schmerzen, werden erst im nächsten Jahr ausgetauscht. Ein Weisheitszahn, der aus kieferorthopädischen Gründen gezogen werden muss, kann auch später noch entfernt werden. Auch Parodontose-Behandlungen könnten aufgeschoben werden, wenn die Zahnärzte die Erkrankungen durch Vorbehandlungen gemindert oder in ihrer Aggressivität gestoppt haben.

Die AOK hat die Berliner Zahnärzte hingegen am Donnerstag an ihren „gesetzlichen Sicherstellungsauftrag“ erinnert, mit dem die zahnärztliche Versorgung gewährleistet werden soll. Ihren Patienten rät die Krankenversicherung, sofort Kontakt zu einem Servicecenter aufzunehmen, wenn sie von ihrem Zahnarzt nicht adäquat versorgt werden. Mit 715.000 Versicherten – inklusive Brandenburg sind es 1,3 Millionen – ist die AOK in Berlin die größte Krankenkasse. Nach eigenen Angaben fließen den Berliner Zahnärzten 65 Millionen Euro als Honorar und 53 Millionen Euro für Zahnersatz zu. Die Behandlungen im Bereich des Zahnersatzes sind nicht betroffen, weil sie nicht budgetiert sind. Weil die Vereinbarung über das diesjährige Budget erst vor wenigen Wochen geschlossen wurde, wertet die AOK das Vorgehen der KZV, die Öffentlichkeit per Presseerklärung zu informieren, als „befremdlich“.

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Quelle: www.morgenpost.de

Foto: © Shutterstock.com

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