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Branchenmeldungen 03.05.2018

Das ITI vergibt André Schroeder-Forschungspreise 2018

Das ITI vergibt André Schroeder-Forschungspreise 2018

PD Dr. Chappuis, Dr. Jung und ihre Co-Autoren gewinnen mit ihren Studien im Bereich der dentalen Implantologie die begehrten André Schroeder-Forschungspreise 2018 für präklinische und klinische Forschung. Die festliche Verleihungszeremonie fand im Rahmen des ITI Kongresses in London statt.

Das Internationale Team für Implantologie (ITI), eine führende akademische Organisation auf dem Gebiet der dentalen Implantologie, die sich der Förderung von evidenzbasierter Ausbildung und Forschung verschrieben hat, verlieh die André Schroeder-Forschungspreise 2018 an PD Dr. Vivianne Chappuis und Dr. Ui-Won Jung. Die Preise sind zwei der angesehensten Auszeichnungen auf dem Gebiet der dentalen Implantologie und werden einmal jährlich an unabhängige Wissenschaftler für Fortschritte in zahnmedizinisch-implantologischer Forschung vergeben. Die Verleihung der Preise durch ITI Präsident Stephen Chen fand während des ITI Kongresses in London am 27. April statt. Beide Gewinner erhielten außerdem ein Preisgeld in Höhe von je 10.000 Schweizer Franken sowie eine gravierte Goldmedaille.

Dr. Ui-Won Jung, Professor am Institut für Parodontologie der Yonsei-Universität in Seoul, Korea, wurde mit dem André Schroeder-Forschungspreis für präklinische Forschung für seine Studie über „Simultane laterale Knochenaugmentation und Implantatinsertion unter Verwendung eines partikulären synthetischen Knochenersatzmaterials bei chronischen periimplantären Dehiszenzdefekten bei Hunden“ ausgezeichnet.

Ziel dieser Studie war die Bestimmung der histologischen Ergebnisse, wenn ein hochporöses synthetisches Knochenersatzmaterial und eine vernetzte Kollagenmembran zur lateralen Knochenaugmentation von periimplantären Dehiszenzdefekten verwendet werden. Das Endergebnis zeigt, dass eine Kombination dieser Materialien signifikant bessere histologische Ergebnisse für die laterale Augmentation aufweist als traditionelle Knochenersatzmaterialien. Die Resultate sind von großer Bedeutung für die tägliche Praxis, da die Kombination der oben genannten Materialien eine sinnvolle Alternative zu traditionellem Materialien für die gesteuerte Knochenregeneration darstellt.

„Die Auswahl von Biomaterialien ist für Kliniker von entscheidender Bedeutung. Wir wollten deswegen einen objektiven wissenschaftlichen Nachweis über die Materialauswahl erbringen, indem wir den Unterschied in der Effizienz bezüglich der Knochenregeneration in einem standardisierten und klinisch reproduzierbaren experimentellen Modell aufzeigen“, sagte Dr. Jung. Er betonte auch, dass das Modell der chronischen Dehiszenzdefekte – obwohl es auf einer präklinischen Studie aufbaut – durchaus dafür geeignet ist, die tatsächliche klinische Situation abzubilden. „Diese Auszeichnung ist ein Meilenstein meiner wissenschaftlichen Laufbahn. Der Preis gebührt aber ebenso meinen Kollegen Jae-Kook Cha, Fabio Vignoletti, Javier Nuñez, Javier Sanz und Mariano Sanz, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre“, sagte der glückliche Gewinner.

Dr. Ui-Won Jung hat einen Abschluss in Zahnmedizin der Zahnklinik der Yonsei-Universität in Seoul, Korea, wo er an der Fakultät für Parodontologie promovierte. 2007 verbrachte er ein Jahr als ITI-Stipendiat an der Klinik für Kronen- und Brückenprothetik, Teilprothetik und zahnärztliche Materialkunde der Universität Zürich. Zu seinen Auszeichnungen zählt unter anderem der Dong-Sun-Preis der Koreanischen Akademie für Parodontologie, der ihm 2006 verliehen wurde.

Der diesjährige André Schroeder Forschungspreis für klinische Forschung ging an PD Dr. Vivianne Chappuis, Dozentin und Oralchirurgin an der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie der Universität Bern, für ihre Studie über „Langzeiteffektivität der Konturaugmentation mit GBR – Zehn-Jahres-Langezeitergebnisse“. Zusammen mit ihren Co-Autoren Lira Rahman, Ramona Buser, Simone Janner, Urs Belser und Daniel Buser präsentierte PD Dr. Chappuis die erste Fallserie zur Beurteilung der Effektivität einer frühen Implantatinsertion bei gleichzeitiger Konturaugmentation durch GBR mit einem zweischichtigen Komposit-Augmentat in der ästhetischen Zone nach der Einzelzahnextraktion über einen Beobachtungszeitraum von zehn Jahren.

„Die kritische Analyse der Langzeitergebnisse ist ein wichtiger Meilenstein, um prognostizierbare Behandlungsergebnisse für unsere Patienten sicherzustellen“, erklärte PD Dr. Chappuis. „Wir wollen Ärzte in ihrem Entscheidungsprozess unterstützen, damit sie in ihrer täglichen Praxis erfolgreiche Resultate erzielen können. Unser Ziel ist es, die Forschungsergebnisse in sichere klinische Anwendungen zu überführen.“ Während der zehnjährigen Studie zeigte die Konturaugmentation eine Erfolgsrate von 95 %, verbunden mit hohen ästhetischen Scores mit gesunden periimplantären Weichgewebsverhältnissen und stabilen Knocheniveaus. Für PD Dr. Chappuis hat dieser Preis eine ganz besondere Bedeutung: „Als Forscherin an der Universität Bern, der Heimat von Prof. André Schroeder selbst, war dieser Preis immer eine echte Inspiration und Motivation für meine tägliche Arbeit in der Klinik, Forschung und Lehre.“

Dr. Vivianne Chappuis, eine Klinikerin mit weitreichender Expertise in der Geweberegeneration bei ästhetischen Implantat-Rehabilitationen, erwarb ihren Abschluss an der Universität Zürich und erhielt 2004 ihre Qualifikation als Oralchirurgin. Nach einem Stipendium an der Harvard School for Dental Medicine in Boston, wo sie an den molekularen Grundlagen der Knochenregeneration forschte, kehrte sie an die Universität Bern zurück, um ihre Arbeit im Bereich der translationalen Forschung an Knochen- und Geweberegeneration, digitaler 3D-Computerbiologie und ästhetischer Rehabilitation von Zahnimplantaten fortzusetzen. Seit 2016 ist sie Privatdozentin für orale Chirurgie, Stomatologie und Implantologie. Zu ihren weiteren Auszeichnungen zählen das „Certificate of Advanced Studies in Entrepreneurship“ im Jahr 2014 sowie das Diplom im Jahr 2018 als „Business Economist HF in Change & New Business Management“ zum Thema Medizin im digitalen Wandel.

Die Gewinner fühlten sich besonders geehrt: „Wir freuen uns wirklich sehr, diesen prestigeträchtigen Preis zu erhalten.“ Beide nutzten die Gelegenheit, um ihren Co-Autoren zu danken, ohne die sie heute nicht hier stünden. „Große Dinge werden nie von einer Person allein erreicht, sondern in Zusammenarbeit mit anderen“, fügte Dr. Chappuis hinzu.

Quelle: ITI

Foto: ITI
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