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Branchenmeldungen 29.04.2016

„Der BVD lebt, der BVD liefert!“

„Der BVD lebt, der BVD liefert!“

Die diesjährigen Fortbildungstage des Dentalfachhandels lockten vom 25. bis 26. April rund 150 Teilnehmer nach Wiesbaden. In der hessischen Landeshauptstadt boten sich nicht nur zahlreiche Gelegenheiten für den kollegialen Austausch, sondern es erwarteten das Fachpublikum auch an beiden Tagen spannende und mitreißend präsentierte Vorträge – inklusive eines eindringlichen Weckrufes.

Dass sich das Rad der Zeit auch im Verbandsalltag immer schneller dreht, thematisierte BVD-Präsident Lutz Müller in seiner Eröffnungsrede vor den Vertretern von Industrie und Handel. Mit der rasanten Weiterentwicklung bestehender Strukturen hielte der Bundesverband Dentalhandel allerdings souverän Schritt. Als sichtbare Zeichen des Aufbruchs in eine moderne Dentalwelt steht laut Lutz Müller der umfassende Relaunch der Marke BVD in all ihren Kernelementen. „Der BVD lebt, der BVD liefert!“, konstatierte der Präsident. Mit einem neuen Logo, der inhaltlich und im Layout komplett überarbeiteten Verbandszeitschrift DENTALZEITUNG und einer neuen Werbekampagne wird den Zielgruppen aufmerksamkeitsstark ein modernes Image des BVD als starker und zukunftsträchtiger Partner vermittelt. Zu den jüngsten Projekten des Bundesverbandes zählen darüber hinaus die Etablierung einer neuen E-Learning-Plattform mit verschiedenen Fortbildungsangeboten sowie die Veröffentlichung einer gemeinsam mit verbandsexternen Handelsunternehmen erarbeiteten Branchenempfehlung für den rechtskonformen Vertrieb und Transport von Arzneimitteln.

Interaktive Zusammenarbeit

Im Anschluss an die Begrüßung des Präsidenten richteten die Repräsentanten der benachbarten Verbände einige Worte an das Publikum. So wies Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, auf die Rolle des vonstattengehenden Geschlechterwandels in der Zahnmedizin und die durch die Demografie bedingten künftigen Herausforderungen hin. Uwe Breuer, Präsident des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen, betonte die erstarkenden neuen digitalen Technologien, welche eine engere Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Zahntechnikern nicht nur ermöglichen, sondern auch notwendig machen.

Das letztjährige Tagungsmotto aufgreifend, sprachen nachfolgend die BVD-Vizepräsidenten Andreas Meldau und Uwe Jerathe über die konkreten Maßnahmen des Verbandes zum Thema „Handel im Wandel“. Dabei positionierten sie den Bundesverband Dentalhandel als interaktive Plattform, in der die Partnerschaft zwischen produzierender Dentalindustrie und dem Fachhandel gelebt und vorangetrieben wird. Dieser konsequente Fortschritt sei nötig, um auch künftig den gemeinsamen Erfolg zu sichern.

Antikorruptionsgesetz und Generation Y

In den folgenden Fachvorträgen erhielten die Teilnehmer interessante Impulse aus den Themen Recht, Generationenwandel und persönliches Krisenmanagement.

Rechtsanwalt Jens Pätzold führte den Werdegang und die Reichweite des Mitte 2016 in Kraft tretenden Antikorruptionsgesetzes aus, dem auch die Akteure des finanziell weiterhin sehr potenten Gesundheitsmarktes unterliegen. Demnach kämen keine neuen Verbote hinzu – alle unter den neuen Paragrafen fallenden Tatbestände waren bereits zuvor durch das Heilmittelwerbegesetz geregelt – jedoch drohe bei Zuwiderhandlungen nun eine schärfere Sanktionierung. Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren und eine stärkere Ermittlungsaktivität der Staatsanwaltschaft lassen es mehr als angeraten erscheinen, die neuen Regularien genau zu kennen und anzuwenden. So sind beispielsweise Rabatte für Zahnärzte nur noch in barer Form oder Waren gleicher Art zulässig und müssen in gleicher Höhe an den Patienten weitergegeben werden.

Jan-Philipp Schmidt, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der zahnmedizinischen Alumni in Deutschland, stellte den Anwesenden ihre Kunden von morgen vor: Generation Y, die zwischen 1980 und 1990 geborenen künftigen Dentalmediziner. Spezifika dieser jungen Zahnärzteschaft seien ein ausgeprägtes kritisches Hinterfragen tradierter Werte, der große Wunsch nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein sehr hoher Bildungsgrad. Das Einkommen gelte nicht mehr als primärer Grund, den Zahnarztberuf zu ergreifen, vielmehr wünscht sich der dentale Nachwuchs Anerkennung und das Gefühl, etwas Gutes zu tun.

Doch auch in einem erfüllenden Beruf kommt es irgendwann zu Stress- und Krisensituationen, die eine professionelle Bewältigung erfordern. Die Voraussetzung hierfür ist Resilienz; die Fähigkeit, mit dieser Art von Belastungen wirkungsvoll umzugehen. Welche Taktiken und Eigenschaften jeder Einzelne fördern und trainieren kann, präsentierte Prof. Dr. Jutta Heller dem Publikum. Die Spezialistin für Wirtschaftspsychologie vermittelte sieben Faktoren, welche die persönliche psychische Widerstandskraft beeinflussen.

Dentale Themen in den Publikumsmedien

Um herausragende Arbeiten rund um zahnmedizinische Fragestellungen in den Bereichen Print, Online, Hörfunk und TV zu würdigen, verlieh die Initiative proDente auch im Jahr 2016 ihren begehrten Journalistenpreis „Abdruck“. Geschäftsführer Dirk Kropp ehrte die Journalisten Andrea Hennis, Dr. Geraldine Nagel, Stefan Geier und das Redaktionsteam der SWR-Sendung „W wie Wissen“ für ihre eingereichten Beiträge, die sich unter anderem mit Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, der Bekämpfung von Mundgeruch und der korrekten Zahnputztechnik beschäftigten. Für die gut recherchierte und verständliche Vermittlung dentaler Inhalte an die breite Öffentlichkeit durften die Preisträger eine Urkunde, eine Statuette und anerkennenden Beifall in Empfang nehmen.

Eine feierliche Stimmung herrschte am Ende des ersten Fortbildungstages auch während der traditionellen Abendveranstaltung, die den Tagungsteilnehmern im Kurhaus Wiesbaden ein festliches Ambiente bot.

Vom Solo zur Sinfonie

Mit einem furiosen Auftakt wurde der zweite Kongresstag durch Christian Gansch eröffnet. Der renommierte Dirigent, Musikproduzent und Coach schlug gekonnt den Bogen zwischen dem Arbeitsalltag eines Orchesters und dem eines Unternehmens, wobei er anhand zahlreicher Praxisbeispiele und Anekdoten aufzeigte, was sich Führungskräfte für das Mitarbeitermanagement aus der Musikwelt abschauen können. Von der Förderung exzellenter Solisten über die Integration aller beteiligten Musiker zu einem harmonischen Klangkörper bis zu der Erkenntnis, dass das Publikum für eine perfekte Leistung bezahlt, ohne deren Werdegang verfolgen zu wollen – auf inspirierende Weise verstand es der Referent, die Teilnehmer bereits zu früher Stunde zu fesseln. Der nur langsam abebbende Applaus ließ erahnen, wie begeistert das Publikum diesen Vortrag verfolgt hatte.

Den Abschluss der diesjährigen Fortbildungstage bildete Prof. Dr. Tobias Krollmann, Internetpionier und Experte im E-Commerce. In einem eindringlichen Appell rief er die Anwesenden dazu auf, in ihren Unternehmen der sich transformierenden „Wirtschaft 4.0“ Rechnung zu tragen. Denn obwohl der deutsche Handel zu Recht stolz auf seinen starken Mittelstand und die hohe Qualität der produzierten Güter sei, habe er die wachsende Relevanz einer hohen digitalen Präsenz verschlafen. Nun sei es, auch im Dentalfachhandel, dringend an der Zeit, sich die Möglichkeiten des Internets zunutze zu machen und zu verhindern, in der dentalen Zukunft keine tragende Rolle mehr zu spielen.

Die BVD-Fortbildungstage 2016 vereinten somit ein hochkarätiges Vortragsprogramm mit zahlreichen Praxistipps und vielen Möglichkeiten zum Ausbau des eigenen Netzwerks. Im nächsten Jahr findet die Veranstaltung am 15. und 16. Mai in Leipzig statt.

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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