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Branchenmeldungen 15.11.2016

„Falscher Zahnarzt“ beantragte Arbeitslosengeld ins Gefängnis

Jana Schikora
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„Falscher Zahnarzt“ beantragte Arbeitslosengeld ins Gefängnis

Arbeitslos ist er in der Tat – und das zu Recht. Der als „falscher Zahnarzt“ bekannt gewordene Zahntechniker von Biel sitzt seit März dieses Jahres im Gefängnis, weil er trotz fehlender Qualifikationen seit 2003 Zahnbehandlungen an Patienten vollzog. In vermutlich weiser Voraussicht beantragte er noch vor seiner Verurteilung Arbeitslosengeld. Das Berner Wirtschaftsamt beco lehnte seinen Antrag jedoch ab.

Ist die Behandlung unter falschen Vorgaben an Patienten bereits ein dreistes Vergehen, toppt der Antrag auf Arbeitslosengeld, obwohl eine Haftstrafe abgesessen wird, dieses noch mal. Der gelernte Zahntechniker, der aktuell eine 54-monatige Gefängnisstrafe abzusitzen hat, beantragte kurz vor seiner Inhaftierung Arbeitslosenentschädigung. Nachdem er den ersten Beratungstermin bei der Regionalen Arbeitsvermittlungsstelle (RAV) aufgrund seiner Haftstrafe nicht wahrnehmen konnte, wurde sein Antrag vom Berner Wirtschaftsamt beco abgelehnt.

Da der „falsche Zahnarzt“ trotz seiner eindeutigen Verurteilung von 4,5 Jahren Haft davon ausgeht, dass er lediglich sechs Monate absitzen müsse, legte er gegen den Bescheid Beschwerde ein. Als er der darauffolgenden Forderung, sein genaues Entlassungsdatum und die dann geltende Anschrift mitzuteilen, nicht nachkam, erfolgte seitens des Verwaltungsgerichtes eine Recherche, die zum Verurteilten führte. Daraufhin wurde sein Antrag erneut abgelehnt.

Ob es sich bei dem Antrag auf Arbeitslosengeld des Zahntechnikers um eine erneute Betrugsmasche handelt oder er wirklich davon ausgeht, dass seine Haftstrafe vom Obergericht, dessen Urteil noch aussteht, abgemildert wird, führt der Bericht von Der Bund nicht weiter aus. 

Foto: © zaschnaus – fotolia.com
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