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Branchenmeldungen 07.06.2016

Gemeinschaftstagung 
zur Senioren- und Behindertenzahnmedizin

Gemeinschaftstagung 
zur Senioren- und Behindertenzahnmedizin

Die SGZBB veranstaltete zusammen mit der DGAZ und dem BDO ihren Jubiläumskongress in Zürich.

Ihre 25. Jahrestagung nutzte die Schweizerische Gesellschaft für die zahnmedizinische Betreuung Behinderter und Betagter (SGZBB) erstmals zu einer Gemeinschaftstagung mit dem Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) und der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin (DGAZ). Knapp 170 Teilnehmende kamen Mitte März in Zürich zusammen und erlebten ein Programm, das viele Schnittstellen zwischen Behinderten- und Seniorenzahnmedizin aufzeigte. Prof. Dr. Ina Nitschke, MPH, Leiterin der Klinik für Alters- und Behindertenzahnmedizin der gastgebenden Universität Zürich, sowie Oberarzt Dr. Mohammad Houshmand, MSc, zeichneten für die wissenschaftliche Leitung verantwortlich.

Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem fachlichen Austausch unter Experten. Eine der Botschaften der Tagung, die unter dem Thema „Fit – gebrechlich – pflegebedürftig: Bewertung der Risiken bei unseren Pa­tienten“ stand, fasste Dr. Dirk Bleiel, Vorstandsmitglied der DGAZ zusammen: „Medizin hat sich erneut als zentrales Thema der Seniorenzahnärzte gezeigt. Der sinnvollen Verbindung beider Fachgebiete kommt immer grössere Bedeutung zu.“ Insgesamt habe die Tagung auch den Schulterschluss zwischen der schweizerischen und der deutschen Fachgesellschaft bestärkt. Die Vorstellung unterschiedlicher Konzepte, die Erfahrungsberichte und die Fallpräsentationen führten zu einem fundierten Austausch und wurden durch gelungene Hospitationen und Workshops am Rande der Tagung noch abgerundet.

Immobile Patienten

Ein wichtiges Thema war die aufsuchende Betreuung von immobilen Patienten, etwa in Senioreneinrichtungen. Dr. Bleiel stellte dabei die richtige Organisation des „Hausbesuchs“ in den Mittelpunkt. Sie trage entscheidend zum Erfolg der Therapie sowie der Prophylaxe bei und sei auch die Basis für ein wirtschaftlich akzeptables Engagement. Dabei ging es auch um praktische Fragen wie das Packen des Behandlungskoffers oder welche Therapien mit welchem In­strumentarium realisierbar sind. Beleuchtet wurde der mobile Einsatz vom Erstkontakt am Telefon bis hin zum Recall. Die Organisation der Therapie, der Prophylaxe, aber auch der Schulung der Pflegekräfte stand dabei im Mittelpunkt.Die mobile Zahnklinik mobiDent™ ist im Kanton Zürich in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen unterwegs. Dr. Angela Stillhart stellte dieses vom gemeinnützigen Verein 
altaDent™ unterstützte Projekt vor. Neben einer zahnärztlichen Untersuchung und Prophylaxemassnahmen sind hier auch Behandlungen, wie Prothesenreparaturen oder Füllungen, in der gewohnten Umgebung möglich.

Themenvielfalt

Verschiedene Konzepte für die zahnärztliche Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Praxis stellte Dr. Elmar Ludwig vor. Auch die weiteren Themen 
und Referenten trafen auf positive 
Re­sonanz. Der Vorsitzende der neu gegründeten  Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder speziellem medi­zinischen Behandlungsbedarf (AG ZMB), Prof. Dr. Andreas Schulte, Leiter des Lehrstuhls für Behindertenorientierte Zahnmedizin der Uni­versität Witten/Herdecke, referierte zum Thema „Systematische zahnmedizinische Nachsorge nach Zahnbehandlung in Allgemeinanästhesie zur Reduktion des Kariesrisikos“.  „Selbstbestimmung und Fürsorglichkeit – (zahn-)medizinische Versorgung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in einem konfliktreichen Feld“, lautete das Thema von Prof. Dr. sc. med. Michael Seidel, der die vielfältigen Spannungsfelder zwischen ethischen Grundprinzipien und rechtlichen Bestimmungen beleuchtete. Prof. Dr. med. J. Peter Martin widmete sich der „Schmerzdiagnostik – ein Risiko der Fehl­interpretation bei Menschen mit einer eingeschränkten Kommunikation“.

Am Rande der Tagung wurden die mit 500 Schweizer Franken dotierten SGZBB-Posterpreise verliehen. Der erste Preis ging an das Poster: „Das Altern erleben – die Entwicklung eines Gero-Parcours“ von 
A. Stillhart, M. Bucher, L. Krueger­-Janson, C. Denkler, M. Houshmand, 
I. Nitschke, Zürich. Dieser Gero-Parcours simuliert das Älterwerden und hat viele Stationen, die von den Assistenzzahnärzten der Klinik für Alters- und Behindertenzahnmedizin betreut werden. Die Klinik führt den Parcours für die Studierenden und für Zahnärzte auch mit deren Teams durch. Termine gibt es auf Anfrage an isabelle.maurer@zzm.uzh.ch. Den zweiten Posterpreis erhielt die Arbeit „Short dental implants retaining 2-implant mandibular IODs in very old, dependent patients: radiological and clinical observation up to 5 years“ von S. Maniewicz Wins, 
R. Buser, E. Duvernay, L. Vazquez, 
A. Loup, Th. Perneger, M. Schimmel, F. Müller, Genf. 

Quelle: SGZBB

Foto: © Dr. Dirk Bleieil
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