Anzeige
Branchenmeldungen 28.04.2018

Oral Reconstruction Global Symposium 2018 in Rotterdam

Oral Reconstruction Global Symposium 2018 in Rotterdam

Mit mehr als 50 hochkarätigen Referenten aus weltweit zwölf Ländern, einem thematisch dichten Programm, einschließlich einer Vielzahl an Hands-on-Workshops, und einer Industrieausstellung mit wiederum zwölf internationalen Ausstellern, fand vom 26. bis 28. April das Oral Reconstruction Global Symposium 2018 statt. Auf Einladung der Oral Reconstruction Foundation reisten 1.200 Teilnehmer im zentral gelegenen Rotterdamer Kongresszentum de Doelen an und erlebten eine Fortbildungsveranstaltung, die sich sowohl durch das fachlich-breite Angebot an erstklassigen Podiumsbeiträgen, aber auch, und in wirklich besonderer Weise, durch eine entspannt-lockere Atmosphäre und das herzliche Miteinander der Referenten, Teilnehmer und Industriepartner auszeichnete.

Die Oral Reconstruction Foundation entstand 2016 aus der schon 2006 gegründeten CAMLOG Foundation. Ziel der unabhängigen ORF ist es, durch international ausgeschriebene Forschungsstipendien und -projekte sowie durch vielfältige Fortbildungsangebote, Impulse junger Wissenschaftler und damit Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der dentalen Implantologie gezielt voranzubringen. Unter dem Motto „Teaming up science and education to serve the patient“ wird hierzu ein stetig wachsendes Netzwerk aus Universitäten, Zahnmedizinern, Zahntechnikern und Industriepartnern aktiv promotet und genutzt. Als Gründungsmitglied verbindet CAMLOG ein besonderes Interesse und Anliegen mit der ORF, aber auch andere Industriepartner, wie zum Beispiel Henry Schein und BioHorizons, bringen sich und ihre Expertise aktiv in die Arbeit und Projekte der Foundation ein.

Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Irena Sailer (Schweiz) und Dr. Ben Derksen (Niederlande) sowie der Headline „The Future of the Art of Implant Dentistry“, nähert sich das diesjährige Oral Reconstruction Global Symposium – das erste Oral Reconstruction Global Symposium fand 2017 in Miami (USA) statt – mit zahlreichen und vielformulierten Kurzbeiträgen den aktuellen implantologischen Fragestellungen aus Wissenschaft und Praxis. Dabei war das wissenschaftliche Hauptprogramm in acht Themenblöcke unterteilt, zu denen unter anderem das Weichgewebemanagement um dentale Implantate, der digitale Workflow in der dentalen Implantologie, implantologische Behandlungskonzepte sowie Lernerfahrungen aus Problemen, Komplikationen und Misserfolgen zählten.

So war die Verwendung von patienteneigenen Gewebegrafts als erfolgreiche Alternative zur GBR im Sinne einer minimalinvasiven patientenfreundlichen Weichgeweberekonstruktion eine der Main Messages der ersten Expertensession am Freitag. Unter anderem stellte Prof. Dr. Anton Sculean in diesem Sinne seine Behandlungsmethoden und Anwendungsbereiche an diversen konkreten Fallbeispielen vor und untermauerte seine Methoden und Erkenntnisse mit passenden Videosequenzen. Einem topaktuellen Thema widmete sich die am Samstagmorgen stattfindende Session „Are ceramic implants an alternative to titanium?“. Moderator Prof. Dr. Frank Schwarz überschrieb gleich zu Beginn die Präsentationen mit der Frage, ob es sich hierbei um den nächsten Hype oder einen eventuellen Flop handelt. Von den drei Speakers Priv.-Doz. Dr. Daniel S. Thoma, Dr. Vladimir Kokovic und Dr. Franz Maier wurden die derzeitigen Erkenntnisse in der aktuellen Forschung und die präferierten Anwendungen besonders bei partiellen Rekonstruktionen beleuchtet und mit diversen eigenen Erfahrungen untermauert. Es folgte ein angeregter Austausch zwischen den drei Experten und dem Auditorium in der an die Präsentationen anschließenden Diskussionsrunde. In dieser Entwicklung ist das letzte Wort definitiv noch nicht gesprochen.

Mit den sich verändernden Altersstrukturen unserer Bevölkerung und dem steigenden Anteil älterer Senioren müssen auch übliche Behandlungskonzepte regelmäßig entsprechend überdacht und angepasst werden. Im Fokus der von Dr. Claudio Cacaci während der siebten Präsentationssession zu „Restorative Concepts“ vorgestellten Erkenntnisse und Patientenfälle zur restorativen Behandlung älterer Patienten stand besonders die Wichtigkeit der an die implantologische Rekonstruktion anschließenden dentalhygienischen Weiterbehandlung. Im Vordergrund rückte er dabei insbesondere komplett zahnlose Patienten. Übliche altersbedingte Erkrankungen wie Glaukoma, Arthritis oder Parkinson erschweren älteren Patienten heute häufig die hygienische Reinigung und Pflege der implantologischen Rekonstruktion. Eine entsprechende, regelmäßige professionelle Kontrolle und Reinigung sollte daher zum langfristigen Erhalt und zur Stabilität besondere Beachtung geschenkt werden.

Die fortschreitende Digitalisierung bildete einen zusätzlichen Schwerpunkt des Programms. Sie durchdringt nicht nur unseren privaten Alltag auf diverse Arten, sondern bietet auch in der implantologischen Praxis viele Herausforderungen und Anwendungsoptionen. Referentin Dr. Tabea Flügge widmete ihre Präsentation der Frage „Full digital workflow in dentistry – is it ready for us?“ und hob besonders die Bedeutung der vorangehenden Datenakquise, um eine entsprechende Grundlage für die Anwendung der verfügbaren digitalen Arbeitsprozesse im Bereich CAD/CAM zu schaffen, hervor.

Dem Veranstaltungsprogramm war ein besonderes Presseevent vorangestellt. Ausgewählte Pressevertreter waren von CAMLOG und der ORF am Donnerstagabend auf das ehemalige Passagierschiff SS Rotterdam eingeladen, um sich nicht nur mit der ORF und dem Keramikimplantatsystem von CAMLOG, CERALOG, vertraut zu machen, sondern auch eine einmalige Tour durch den ehemaligen Cruiseliner, der nun permanent im Rotterdamer Hafen verweilt, zu erhalten. Zu den weiteren Besonderheiten des dreitägigen Symposiums zählten nicht nur die hörbare Internationalität und verfügbare Sprachvielfalt – alle englischsprachigen Präsentationen wurden simultan ins Deutsche, Französische, Italienische und Japanische übersetzt -, der rege Austausch unter den Teilnehmern und die schon erwähnte Herzlichkeit und Vertrautheit unter allen Akteuren des Symposiums, sondern auch die neue App der Medical Insights und Oral Reconstruction Foundation, Insights Dental. Die App, die erst vor wenigen Wochen online ging, ist Vernetzung und Nachschlagewerk zugleich und bietet der Fachcommunity der rekonstruktiven Zahnheilkunde „Wissen on demand“ ob stetige Updates zu fachspezifischen Fragestellungen, Informationen zu Kongress- und Fortbildungsereignissen oder als interaktives Tool bei Events, wie das Oral Reconstruction Global Symposium. In Rotterdam hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, anhand der App alle Programmpunkte im Überblick zu finden und Fragen zu Präsentationen an die Referenten zu stellen. Auch im Nachgang von Fortbildungen wie dieser stehen Usern über die App aktuelle und umfassende Informationen zur Verfügung, ganz nach dem Sinne einer „continious education“. Unter www.dental.insights.md steht die App zum Download bereit.

Im Vorfeld der Rotterdamer Veranstaltung waren Wissenschaftler, Zahnärzte und Zahntechniker eingeladen, ihre originalen Forschungsergebnisse und Fallstudien für den Posterwettbewerb des Symposiums einzureichen. Die eingereichten Arbeiten waren nicht nur in der begleitenden Posterausstellung zu sehen, sondern wurden auch zum Teil in einer Postervorstellung am Freitagnachmittag auf dem Hauptpodium präsentiert; die besten Arbeiten wurden zudem mit Poster Awards ausgezeichnet.

Das zweite Oral Reconstruction Global Symposium 2018 zeigt sich – im ersten Rückblick – als ein wirklich gelungenes Fortbildungsevent – einschließlich einer einzigartigen Party am Freitagabend zum King’s Day in der Rotterdamer Laurenskerk – , das sich durch seine wissenschaftlichen Inhalte und zahlreichen Teilnehmer als ein nachhaltiges Veranstaltungshighlight präsentiert hat, dem mit Sicherheit weitere Global Symposien folgen werden. Schon jetzt steht 2020 als nächstes Veranstaltungsjahr fest. Auch Prof. Dr. Sailer, Vorsitzende des diesjährigen Symposiums, fasst in ihrem Abschlussstatement das erlebte Symposium überaus positiv zusammen: „Das Oral Reconstruction Global Symposium ist ein voller Erfolg für uns gewesen. Es liegen drei Tage in wirklich exzellenter wissenschaftlicher, aber auch freundschaftlicher Atmosphäre hinter uns. Man spürt, dass in Rotterdam eine Art Familie zusammengekommen ist. Alle freuten sich, sich zu sehen und können in ihrer zukünftigen Arbeit von den Beiträgen der Speakers profitieren. In zwei Jahren wird es wieder ein Symposium geben, an einem Ort, der, wie Rotterdam, eine wunderbare Kulisse für unser Event sein wird: New York!“

Foto: OEMUS MEDIA AG
Mehr
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige