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Branchenmeldungen 23.09.2019

Jeder Sieg beginnt im Kopf – theratecc | Kopftage 2019

Carolin Gersin
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Jeder Sieg beginnt im Kopf – theratecc | Kopftage 2019

Eine Reise in die sächsische Landeshauptstadt Dresden lohnt sich immer, vor allem dann, wenn theratecc auf Schloss Eckberg die theratecc | Kopftage veranstaltet. Zum zweiten Mal lud das Chemnitzer Unternehmen Zahntechniker und Zahnärzte am 20. und 21. September 2019 zum Kongress, und auch in diesem Jahr fanden wieder etwa 60 Funktionsspezialisten ihren Weg in das märchenhafte Elbschloss in Dresden.

Einen atemberaubenden Weitblick bietet die Terrasse des Schloss Eckberg auf das Dresdner Elbtal und versetzte die Teilnehmer der zweiten theratecc | Kopftage ins Staunen. Und genau dieser Weitblick ist ebenso wichtig für das Feld der Funktionsdiagnostik, in dem sich die anwesenden Zahntechniker und Zahnärzte in ihrem Alltag bewegen.

Unter dem Kongressmotto „Jeder Sieg beginnt im Kopf“ startete die Veranstaltung am Freitagnachmittag mit einem interaktiven Anwenderworkshop zum System Centric Guide®. In knapp drei Stunden klärte das Team um ZTM und theratecc-Geschäftsführer Christian Wagner und Dr. Tom Barthel die Fragen der Teilnehmer zum neuen System und stellten einige Patientenfälle vor. Der erste Tag fand seinen Ausklang in einer Abendveranstaltung bei gutem Essen und Livemusik.

Geballtes Wissen in familiärer Atmosphäre

„Der Biss passt nicht“, „Ja, das liegt an deiner schlechten Abformung, an mir liegts nicht“ – Wie es klingen kann, wenn sich Zahnarzt und Zahntechniker über die Patientenbehandlung uneins sind, zeigten ZTM Christian Wagner und Dr. Tom Barthel auf humorvolle Art und Weise in ihrer Begrüßung am Samstagmorgen. Dass es auch anders geht, machten die einzelnen Vorträge mit einer klaren gemeinsamen Botschaft deutlich: Interdisziplinäres Know-how führt zu funktionellem Erfolg für den Patienten.

Kieferorthopäde Dr. Ralf-Günther Meiritz gab bereits im Auftaktvortrag einen tiefen Einblick in die komplexe Thematik der zentrischen Relation sowie in die Zusammenhänge zwischen CMD und Allgemeinerkrankungen. Die vielseitigen Symptome, von Migräne über Rücken- und Schulterschmerzen bis hin zu Hüftschmerzen und verschobener Körperhaltung, zeigten vor allem eines, was Dr. Meiritz am Ende seines Vortrags schlussfolgerte: „Chronische Schmerzen sind nie dort, wo der Patient sie anzeigt“ und machte damit einmal mehr klar, welche große Herausforderunge dies für den Mediziner darstellt.

Hermann Loos, Zahnarzt und CEREC-Mentor, nahm das Publikum in seinem Vortrag mit in die digitale Welt. Er gab einen Überblick über die Möglichkeiten, die sich aktuell durch die Digitalisierung der Zahnmedizin bieten. Loos betonte jedoch auch, dass digitale Lösungen lediglich als Hilfsmittel anzusehen sind und keinesfalls die fünf Sinne ersetzen sollten.

Das Thema Präzision stand im Fokus von Dr. Sigmar Kopp. Unter dem Titel „8 Mikrometer – Shimstock im Kontext“ ging er auf Fehlertoleranzen bei der Herstellung von Zahnversorgungen ein, zeigte Maßnahmen zur Reduktion der Fehlerfortpflanzung und mahnte bei aller angestrebten Präzision zur Abschätzung der Notwendigkeit, schließlich zählt letzten Endes das Optimum für den Patienten und nicht die Illusion der Perfektion.

Dr. Nicol Thiedemann, Zahnärztin aus Nordrhein-Westfalen und langjährige Centric Guide®-Anwenderin, zeigte das System anhand zweier Patientenfälle. Sie legte dar, welchen Umfang eine Anamnese im Bezug auf Funktion spielen sollte, u.a. mit der Betrachtung der Körperachse und der Gesichtssymmetrie, und führte das Auditorium step-by-step durch die Behandlung.

Einen umfangreichen Exkurs in die Werkstoffkunde machte Dipl.-Ing. (FH) Bogna Stawarczyk, wissenschaftliche Leiterin der Abteilung für Werkstoffkunde an der LMU München, mit ihrem Vortrag zum Thema „Polyaryletherketon in der Zahnheilkunde – Plastikbombe oder Hochleistungskunststoff?“. Sie zeigte zahlreiche Forschungsergebnisse zum Werkstoff PAEK, lehrte die Unterschiede der einzelnen Werkstoffe PEEK und PAEK und ging auf physikalische Eigenschaften ein. Ihr Fazit: PAEK ist ein Hochleistungskunststoff, doch der Anwender sollte genauestens wissen, welchen Werkstoff er im Einzelnen vor sich hat, um optimale Ergebnisse für den Patienten zu erzielen.

Mit einem Augenzwinkern gab Dr. Marco Tinius einen Einblick in seinen Wirkungsbereich: die Orthopädie. In seiner langjährigen Tätigkeit als Orthopäde verdeutlichte er den Teilnehmern einmal mehr die Relevanz einer ganzheitlichen Betrachtung und zeigte auf, welche Schäden in der Körperhaltung, Funktion und auch Ästhetik durch eine vorhandene CMD auftreten können. Zudem zeigte er sein persönliches Vorgehen beim Verdacht auf diese Erkrankung.

Mariella Voßhall-Contrino fesselte die anwesenden Zahnärzte und Zahntechniker mit der richtigen Abrechnung. Welche Unterschiede ergeben sich hinsichtlich der Abrechnung der Funktionsanalyse in Bezug auf Privat- und Kassenpatienten, welche Aufklärungspflichten hat der Zahnarzt, welche Posten können vom Zahntechniker, welche vom Zahnarzt abgerechnet werden? – Diese Frage klärte die Expertin mit konkreten Paragrafen und Beispielen.

Den Abschlussvortrag des Tages hielt Gastgeber ZTM Christian Wagner zusammen mit Dr. Tom Barthel – diesmal ganz ohne Streitgespräch. Das Team demonstrierte in zwei Patientenfällen, welche Vorteile die kombinierte Anwendung des Centric Guide® 2-Systems und des neuen therafaceline-Systems für Zahnärzte und Zahntechniker bieten. Dabei nahmen beide Referenten auch wieder Bezug auf die funktionellen Zusammenhänge am menschlichen Körper und den daraus resultierenden Herausforderungen bei der Herstellung von funktionellen Zahnversorgungen. Mit diesen beiden Patientenfällen stellten sie ein überzeugendes, alltagstaugliches Konzept vor und gaben den Teilnehmern so eine klare Take-Home-Message mit auf den Weg.

„Wir haben gemeinsam über den Tellerrand geschaut“, fasst ZTM Christian Wagner den zweitägigen Kongress knapp zusammen und lädt die Anwesenden im gleichen Atemzug zu den dritten theratecc | Kopftagen am 25. und 26. September 2020 erneut zu einem fachlich-entspannten Austausch nach Dresden ein.

Foto: OEMUS MEDIA AG

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