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Branchenmeldungen 08.10.2014

Mit Irrtümern aufräumen und neue Wege beschreiten

Mit Irrtümern aufräumen und neue Wege beschreiten

Die Mundpflege ist ein vielseitiges Feld, das immer wieder neue Erkenntnisse und innovative Technologien hervorbringt. In Fachkreisen verbreitet sich das Wissen über diese Fortschritte ziemlich schnell, gehören doch Weiterbildungen und Schulungen zum Alltag der Praxisteams. Inwiefern kommen solche Inhalte aber beim Patienten an? Eine aktuelle forsa-Umfrage zeigt, dass sich bei vielen Patienten längst überholte Ansichten hartnäckig halten. Im Folgenden wird gezeigt, wo Wissensdefizite vorherrschen und welche Möglichkeiten die zahnärztliche Praxis heute hat, um ihre Patienten in puncto Mundpflege auf den aktuellen Stand zu bringen.

Als Ziel eines jeden zahnärztlichen Teams steht die Verbesserung bzw. die Erhaltung der Mundgesundheit der Patienten im Mittelpunkt des Praxisalltags. Um diesem Ziel näherzukommen, spielt die häusliche Oralprophylaxe bekanntermaßen eine entscheidende Rolle. Glücklicherweise konnten auf diesem Gebiet sowohl bei der Grundlagenforschung als auch bei der Entwicklung von Hilfsmitteln in den letzten Jahren und Jahrzehnten wichtige Fortschritte erzielt werden. Das Verständnis der dentalen Plaque als Biofilm mit speziellen Überlebens- und Kommunikationsstrategien gehört ebenso dazu wie die Entwicklung des oszillierend-rotierenden Putzsystems. Beides liegt schon etwas zurück, beeinflusst aber auch heute noch maßgeblich die „Mundpflege-Landschaft“. Hinzu kommen ganz neue Innovationen wie etwa Bürstenköpfe für elektrische Zahnbürsten mit schräg gestellten Borsten oder Zahncremes mit stabilisiertem Zinnfluorid.

Wissensdefizit älterer Patienten

Durch Fortbildungen, Messebesuche und Fachmedien dringen solche Neuerungen häufig sehr schnell zu den Praxisteams durch. Bei vielen Patienten ist dies jedoch nicht der Fall. Eine Anfang 2014 durchgeführte forsa-Umfrage1 im Auftrag von Oral-B zeigt, dass es der Bevölkerung häufig an Wissen über das Thema Biofilm und Biofilmentfernung fehlt. Dieses Defizit lässt sich bereits bei der Frage nach der eigenen Betroffenheit beobachten: Ganze 29 Prozent der Befragten geben an, nie Biofilme auf den Zähnen zu haben (des Verständnisses halber wurden die Teilnehmer nach „Plaque“ bzw. „weichem Zahnbelag“ gefragt). Dementsprechend sind sich viele Patienten offenbar gar nicht darüber im Klaren, dass ein effektives Biofilmmanagement für sie von großer Bedeutung ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Schädigungspotenzial der im Biofilm befindlichen Bakterien. So weiß etwa jeder Vierte nicht, dass Bakterien im Biofilm den Zähnen und dem Zahnfleisch schaden. Der negativen Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit, die diese Keime haben können, ist sich nicht einmal die Hälfte der UmfrageTeilnehmer bewusst.

Überholte Anschauungen

in puncto Biofilm-Management Angesichts dieser Fehleinschätzungen verwundert es nicht, dass sich auch das Wissen um die Techniken zur Biofilmentfernung teilweise auf einem verbesserungswürdigen Niveau befindet. So sind beispielsweise beinahe 30 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass eine Handzahnbürste besser oder zumindest genauso gut reinigt wie eine elektrische Zahnbürste. Dass es sich dabei jedoch um einen Irrtum handelt, zeigte jüngst ein aktuelles Review der renommierten Cochrane Collaboration.2 In diesem konnte gezeigt werden, dass elektrische Zahnbürsten mit oszillierend-rotierender Putztechnologie der manuellen Mundpflege durchgängig überlegen sind.

Solche Studienergebnisse sind den Patienten verständlicherweise und in aller Regel vollkommen unbekannt. Vielmehr scheint ein nicht unerheblicher Teil von ihnen an althergebrachten Weisheiten festzuhalten. Fast jeder Fünfte glaubt, nach dem Motto „viel hilft viel“, durch kraftvolles Zähneputzen eine Verbesserung erreichen zu können. Ähnlich weitverbreitet ist auch das Vertrauen in eine Zahnbürste mit harten Borsten und einem ebenen Borstenfeld.

Irrtümern in der Praxis entgegenwirken

In Anbetracht dieser Umfrage-Ergebnisse erscheint das Thema „Aufklärung über Mundpflege“ als besonders wichtig – gerade im Umgang mit älteren Patienten. Schließlich kann man davon ausgehen, dass ihnen in ihrer Kinder- und Jugendzeit kein ausführliches und aktuelles Aufklärungsprogramm zuteil wurde, wie es heute in Kindergärten und Schulen angeboten wird. Zwar sollte man nicht über das Ziel hinausschießen und allen älteren Patienten die beschriebenen Wissensdefizite unterstellen, doch in einigen Fällen scheint das Gespräch über die Mundpflegegewohnheiten des Patienten angebracht zu sein.

Verwendet der Patient etwa eine Handzahnbürste und erreicht damit nur ungenügende Ergebnisse, bietet der Wechsel zur elektrischen Mundpflege ein erhebliches Verbesserungspotenzial. Der Grund dafür ist nicht nur die wissenschaftlich belegte Überlegenheit der Reinigungsleistung elektrischer Zahnbürsten mit oszillierend-rotierendem Putzsystem, auch die einfache Handhabung kann insbesondere bei älteren Patienten den Ausschlag geben. Denn nachlassende motorische Fähigkeiten erschweren oftmals die korrekte Verwendung einer Handzahnbürste, für die ja von Hand ein festgelegter Bewegungsablauf im Sinne einer bestimmten Putztechnik (zum Beispiel die modifizierte Bass-Technik) durchgeführt werden sollte. Die elektrische Mundpflege bietet hier den Vorteil, dass der Bürstenkopf nur an den Zähnen entlanggeführt werden muss – den Rest übernimmt die Zahnbürste.

Überzeugen statt überreden

Aber wie lässt sich der Patient in einem solchen Fall zum Wechsel zur elektrischen Mundpflege bewegen? Die erwähnte forsa-Umfrage gibt erste Anhaltspunkte, wie hier argumentativ vorgegangen werden kann. Zunächst sollten sicherlich die überlegene Reinigungsleistung bei gleichzeitig schonender Putzweise3 Erwähnung finden. Darüber hinaus können die einfache Handhabung und zusätzliche Extras wie Andruckkontrolle und Timer-Funktion ins Spiel gebracht werden. In so manchem Fall wird sich die Neugier des Patienten durch derartige Ausführungen wecken lassen, für den letztendlich entscheidenden Schritt zum Wechsel fehlte bislang aber häufig noch das gewisse Etwas: das Ausprobieren der elektrischen Zahnbürste noch in der Praxis. Denn aus hygienischen Gründen war ein solches Testputzen mit der elektrischen Zahnbürste in der Vergangenheit nicht möglich. Abhilfe schafft nun der Oral-B TestDrive, wodurch er sich als richtungweisendes Hilfsmittel für das Beratungsgespräch erweist. Mit seinem speziell abgedichteten Handstück und dem ebenfalls versiegelten Bürstenkopf sowie einer Einwegschutzhülle kann er für ein hygienisches Probeputzen in der Praxis eingesetzt werden. Für viele Patienten – insbesondere auch die älteren unter ihnen –, die der elektrischen Mundpflege aus welchen Gründen auch immer womöglich mit Vorbehalten gegenüberstehen, kann diese „Testfahrt“ zum ausschlaggebenden Schlüsselergebnis werden und somit den Weg zu einer Verbesserung der Mundgesundheit bereiten.

Autorin: Dr. Bianca Backasch

 Literatur:
1. Repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von Oral-B unter 1.008 Bürgern ab 18 Jahren.
2. Yaacob M., Worthington H.V., Deacon S.A., Deery C., Walmsley A., Robinson P.G., Glenny A. Powered versus manual toothbrushing for oral health. Cochrane Database of Systematic Reviews 2014, Issue 6. Art. No.: CD00228 1. DOI: 10.1002/14651858. CD002281.pub3.
3. Neubert M., Burdett T. (Hrsg.): Initiative Sanfte Mundpflege – Review-Sammlung. Druckerei und Verlag Esser, Schwalbach 2012.

Foto: © WavebreakMediaMicro - Fotolia
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