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Branchenmeldungen 14.10.2014

Nächtliches Tragen der Prothese erhöht Risiko für Lungeninfekt

Katja Kupfer
Katja Kupfer
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Nächtliches Tragen der Prothese erhöht Risiko für Lungeninfekt

Wer seine Dritten vernachlässigt, riskiert eine lebensbedrohliche Lungenentzündung. Wissenschaftler der Nihon University School of Dentistry in Tokio/Japan fanden heraus, dass Senioren, die ihre Prothese über Nacht im Mund behalten, an einem doppelt so hohen Risiko für eine Pneumonie leiden als jene, die den künstlichen Zahnersatz herausnehmen.

In Deutschland erkranken jährlich ca. 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung, etwa 20.000 sterben daran. Besonders für ältere Menschen stellt die Infektionskrankheit eine große Gefahr dar. Wissenschaftler haben nun einen engen Zusammenhang zwischen schlechter Mundgesundheit bei nächtlichen Prothesenträgern und einer einhergehenden Pneumonie herausgefunden. Die japanische Studie unter 524 Probanden im betagten Alter von 85+ untersuchte über drei Jahre hinweg die orale Gesundheit von Prothesenträgern. Analysiert wurden neben dem Hygieneverhalten auch die Blutwerte, der allgemeine Gesundheitszustand sowie Krankheitsverlauf und Sterberate im Zuge einer Lungenentzündung.

Während des Studienzeitraumes wurden insgesamt 48 Fälle von Lungenentzündung festgestellt, darunter 20 mit tödlichem Verlauf sowie 28 Krankenhauseinweisungen. Bei den Trägern, die ihre Dritten im Mund ließen, wurden neben vermehrten Zahnbelag, Pilzbefall (Candida albicans) und Zahnfleischentzündungen zudem erhöhte Interleukin-6 Werte festgestellt. Da ältere Menschen von jeher an einem geschwächten Immunsystem leiden, sind sie durch eine derart hohe mikrobielle Belastung gefährdeter als andere, eine Pneumonie zu entwickeln. Um die Mundschleimhaut vor Entzündungen und Pilzbefall zu schützen, ist die tägliche Reinigung von herausnehmbarem Zahnersatz daher unabdingbar.

Lesen Sie hier das vollständige Abstract zur Studie.

Foto: © Shutterstock
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