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Branchenmeldungen 11.03.2020

Pongau: Zahnärztlicher Notdienst muss bleiben

Pongau: Zahnärztlicher Notdienst muss bleiben

Als unzumutbar empfindet AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder die nunmehr bekannt gewordenen Pläne den zahnärztlichen Notdienst im Pongau einzustellen. „Jeder, der schon einmal akute Zahnschmerzen hatte, weiß wie wichtig eine rasche medizinische Versorgung gerade für Ältere und Kinder ist. Es ist beschämend, dass in einem reichen Land wie Österreich künftig stundenlange Fahrtzeiten in Kauf genommen werden müssen, um in einer gesundheitlichen Notlage eine Linderung der Schmerzen zu erhalten“, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. Aus seiner Sicht sind die ÖGK und die Zahnärztekammer verpflichtet, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Als eine Möglichkeit Versorgungssicherheit herzustellen, führt Eder den Ausbau entsprechender Ambulatorien ins Treffen. „Wenn es den Ärzten nicht gelingt, einen regionalen Notdienst zu bedienen, muss die ÖGK ihre Zahngesundheitszentren in allen Regionen ausbauen und dort auch den Notdienst übernehmen. Bereits jetzt wird in diesen Zentren exzellente Arbeit geleistet. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht auf Kosten der Versorgungssicherheit gehen“, so Eder.

Alternativ sind gesetzliche Vorgaben zu schaffen. „In Hinblick auf den zahnärztlichen Notdienst dürfen sich die Wahlärzte im Sinne der Allgemeinheit nicht aus der Verantwortung ziehen. Es ist ihre medizinische Pflicht, dass sie unnötiges Leiden durch unverhältnismäßig lange Fahrwege verhindern“, erklärt der AK-Präsident.

Die Entwicklung der ärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich wird von der AK seit längerem kritisch beobachtet. „Die Schließung des Notdienstes im Pongau ist hier nur eine weitere Baustelle“, meint Eder. Während die Bevölkerungszahl in Salzburg von 2008 bis 2017 um 5,4 % zugenommen hat, hinkt die Zahl aller Vertragsärztinnen und -ärzte mit einem Anstieg von 680 auf 699 (+2,8 %) nach. Im selben Zeitraum ist die Zahl der Wahlärztinnen und -ärzte von 499 auf 697 (+39,7 %) gestiegen. „Jede 2. Arztstelle ist somit mittlerweile privat. Diesem Trend muss entgegengewirkt werden. Es braucht eine gerechte und solidarische Gesundheitsversorgung.“

Quelle: AK Salzburg

Foto Teaserbild: Heiko Küverling – stock.adobe.com

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