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Branchenmeldungen 03.06.2020

Profitgier: Wollte deutsche Praxis mit Schweizerin abkassieren?

Profitgier: Wollte deutsche Praxis mit Schweizerin abkassieren?

Die Motivation für Zahntouristen ist ganz klar in der Kostenersparnis verankert. Eine Schweizer Patientin holte sich mit gleichem Ziel einen Kostenvoranschlag im benachbarten Deutschland ein – und wäre beinahe über den Tisch gezogen worden.

Aufmerksam war die Schweizerin auf die deutsche Zahnarztpraxis durch verschiedene Werbekampagnen geworden. Sie erhoffte sich in dem Nachbarland ein deutlich preiswerteres Angebot. So hatte sie bereits vermutet, dass, aufgrund ihrer Nachlässigkeit bezüglich zahnmedizinischer Kontrolltermine in den vergangenen Jahren, die Behandlung etwas umfangreicher ausfallen würde. Doch das Angebot der deutschen Zahnarztpraxis war alles andere als ein Schnäppchen, wie 20min.ch berichtete.

Der Kostenvoranschlag belief sich insgesamt auf 12'200 Euro und beinhaltete fast eine vollständige Neusanierung, unter anderem 13 Keramikfüllungen. Glücklicherweise holte sich die Patientin eine Zweitmeinung bei einem Schweizer Kollegen ein. Dieser bestätigte, es handele sich eindeutig um einen «Überbehandlungsplan». Unnötig sei insbesondere die Versorgung mit Keramik, Kunststoff wäre das Material seiner Wahl. Seinem Kostenvoranschlag zufolge müsse die Patientin dadurch lediglich mit 2'400 Franken für die Behandlung rechnen.

Auch die Schweizerische Zahnärzte Gesellschaft (SSO) verurteilt dieses halsabschneiderische Verhalten der deutschen Praxis. Diese wiederum weist alle Vorwürfe von sich. Man habe das Angebot nur im Wohle des Patienten erstellt, abweichende Behandlungen zwischen deutschen und Schweizer Patienten gäbe es nicht.

Foto Teaserbild: shendart – stock.adobe.com

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