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Branchenmeldungen 02.03.2012

Weißer Werkstoff für die Wurzel – jetzt studienbewährt

Weißer Werkstoff für die Wurzel – jetzt studienbewährt

Vollkeramik-Implantate auf dem Prüfstand:
 gute Noten im Examen an der Universität

Die Tür schwingt auf, ein Patient kommt herein. Er möchte ein Vollkeramik-Implantat. Doch ist die Zeit schon reif für diesen Werkstoff bei dieser Indikation? Der folgende Beitrag fasst unterschiedliche Aspekte zusammen und berücksichtigt dabei insbesondere aktuelle Daten aus klinischen Untersuchungen.

Titanimplantate sind zuverlässige, etablierte Produkte. Daneben gibt es Zirkonoxid-Implantate mit dem Ruf des Innovativen. So manche Zeitung hat schon positive Berichte über diese weiße Keramik gebracht. Das weckt Wünsche, und der eine oder andere Patient, für den bislang Implantate kein Thema waren, wird neugierig und klopft bei seinem Zahnarzt deswegen an. Was tun? Um einen Zugang zu finden, ist es gerade bei neuen Produkten sinnvoll, die möglichen Vorteile genau zu hinterfragen.

Für Vollkeramik-Implantate spricht ihre herausragende Bio- und Gewebeverträglichkeit in Zellkulturen, in Tierversuchen und bei der Anwendung im menschlichen Körper in Form künstlicher Hüftgelenkskugeln, Zahnkronen und -brücken sowie Abutments. Allergien oder Unverträglichkeiten sind kein Thema, Wechselwirkungen mit anderen Materialien unbekannt. Zirkonoxid hat als weiteren Vorteil eine Oberfläche, an die sich das Zahnfleisch fest anlagern kann. Auch die Zahnfleischneubildung um das Implantat verläuft besonders günstig. Die Plaqueanlagerung dagegen ist geringer, wodurch das Periimplantitisrisiko sinkt. Dass auch die Ästhetik der Keramik besser ist, erkennt schon der Laie auf einen Blick – ein Punkt, der vielen Patienten sehr am Herzen liegt. Zirkonoxid weist außerdem eine geringere Temperaturleitfähigkeit auf als Metalle, was Patienten beim Essen als angenehm empfinden.

Studien weisen den Weg

Es entspricht gutem Standard in der Medizin, Therapien wissenschaftlich immer wieder mit Hilfe von Studien zu überprüfen. Lange Zeit konnte Zirkonoxid als Implantat-Werkstoff hier nicht adäquat punkten, aber aktuell bewegt sich etwas ganz Entscheidendes. Quasi noch als Geheimtipp tritt ein Kompetenzträger aus dem Schatten der Großen, ein Pionier der Zirkonoxid-Technologie, der jahrelang im Stillen für bekannte Marken Millionen von Zirkonoxid-Rohlingen bereitgestellt hat und nun mit seiner großen Erfahrung selbst mit einer eigenen Marke aktiv wird: die Metoxit AG aus der Schweiz. Ihre Ziraldent*-Implantate sind aus dicht vorgesintertem Zirkonoxid gefertigt. Dessen herausragendes Leistungsmerkmal ist neben dem Materialvorteil im Besonderen seine spezielle Zircapore*-Oberfläche, die für eine schnelle und besonders gute Einheilung des Implantats sorgt.

Ferner ist Metoxit Initiator einer weltweit einzigartigen Studie über die Langzeithaltbarkeit von Vollkeramik-Implantaten. Dank der ersten prospektiven Kohortenstudie der Universität Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Kohal ist klar, dass sich das Material im klinischen Einsatz bewährt hat.

Im Fokus der betreffenden Untersuchung an der Zahnklinik Freiburg stehen die Erfolgs- bzw. Überlebensrate der Zirkonoxid-Implantate und darüber hinaus das periimplantäre Weichgewebe. Bei 40 Patienten wurden insgesamt 53 Implantate inseriert. 27 Patienten erhielten je ein Implantat zum Einzelzahnersatz; bei 13 Patienten erfolgten Brückenversorgungen, gestützt von jeweils zwei Implantaten. Alle wurden sofort nach der Insertion provisorisch versorgt. Die definitive Kronen- bzw. Brückenversorgung wurde dann zwei bis vier Monate später durchgeführt. Zwölf Monate post implantationem erfolgte die erste Nachuntersuchung. Die nächsten schließen sich in einem jährlichen Turnus an. Bei diesen Nachuntersuchungen werden neben der Festigkeit der Implantate auch Plaque- und Blutungsindex sowie weitere Weichgewebsparameter wie Sondierungstiefen und Gingivarezessionen notiert.

Von den 53 eingesetzten Implantaten gingen bis heute zwei Einzelzahnimplantate in der Frühphase (vor prothetischer Versorgung) verloren. Ein weiterer Patient schied aus der Untersuchung aus. Die reine Implantatüberlebensrate beträgt 96 % bei einer Beobachtungszeit von mindestens 6 Monaten und höchstens vier Jahren.

Bei 17 der 24 Einzelzahnimplantate konnte die Zwei-Jahres-Untersuchungen des periimplantären Weichgewebes durchgeführt und ausgewertet werden. Die Plaqueanlagerung an die Implantate lag im Mittel auf einem niedrigen Niveau von 0,30. Die mesialen Nachbarzähne zeigten einen Plaque-Index-Wert von 0,32; bei den distalen Zähnen waren es 0,83. Der Gingivarand lag bei Eingliederung der Kronen im Mittel 0,36 mm vom Bezugspunkt entfernt. Bei der Zwei-Jahres-Untersuchung betrug dieser Wert 0,11 mm.

Insgesamt sind die Ergebnisse des Weichgewebsverhaltens um die Ziraldent-Implantate als positiv zu bewerten und bestätigen damit die Hoffnungen, die sich mit dem Werkstoff Zirkonoxid verbinden. Auch das Verhalten des marginalen Knochens über die Untersuchungsdauer ist vielversprechend. Bei den 17 Einzelzahnimplantaten ergab sich ein durchschnittlicher Knochenverlust von 0,88 mm ein Jahr nach Belastung.

Fazit für die Praxis

Prof. Dr. Kohal wertet die vorstehend dargelegten Studienergebnisse dahingehend, dass Ziraldent ein System „mit Potential für die Zukunft“ sei1. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die erste prospektive klinische Studie mit vollkeramischen Zahnimplantaten ein eindrucksvolles „creeping attachment“ um die Implantate aufzeigt, d.h. eine erwünschte Verschiebung des Gingivarandes nach koronal. Die durchschnittliche Knochenneubildung ist vergleichbar mit der von sofortbelasteten zweiteiligen Implantaten. Beide Ergebnisse machen Mut, dass sich hier ein neuer Standard etablieren könnte.

Die herausragende Festigkeit von Zirkonoxid im Ermüdungstest ist auf jeden Fall durch Langzeit-Kausimulation über fünf Millionen Kauzyklen bewiesen. In Zukunft wird die Studie an der Universität Freiburg kontinuierlich neue Daten zu Zirkonoxid-Implantaten liefern. Schon im Frühjahr dürften aktualisierte Zahlen vorliegen, die das Langzeitüberleben der Keramikimplantate einmal mehr genauer beleuchten.

Die Tür für Zirkonoxid ist mit den vorliegenden Studienergebnissen ein großes Stück aufgeschwungen. Dem Patientenwunsch nach biokompatiblen, weißen Implantaten dürfe in Zukunft deutlich häufiger entsprochen werden können als in der Zeit vor Ziraldent.

1 Kohal, R.: Keramikimplantate. Vortrag anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, November 2011, Dresden

*Ziraldent® und Zircapore® sind eingetragene Namen der Metoxit AG, Thayngen.

Quelle: Metoxit AG

Foto: © METOXIT
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