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Branchenmeldungen 05.10.2017

Implantologische Neuerungen beim PEERS-Jahrestreffen

Implantologische Neuerungen beim PEERS-Jahrestreffen

Zum achten Mal fand das PEERS-Jahrestreffen in Berlin statt. Die Veranstaltung unter dem Motto „Innovation oder Irrweg?“ bot kompetente und praxisnahe Einschätzungen zu vielen Neuerungen in der Implantologie. Auch die im Rahmen der PEERS-Förderpreise eingereichten Arbeiten widmeten sich der Dokumentation verschiedener neuer Ansätze in Klinik und Praxis.

Der jährliche Kongress des Expertennetzwerks PEERS (Platform for Exchange of experience, Education, Research and Science) wurde am 22. September mit dem Vortrag ‚Digitale Exzellenz – 7 Parameter des Denkens der neuen Eliten‘ von Rudi Klausnitzer, Wien eröffnet. In seinem beeindruckenden und nachdenklich stimmenden Vortrag zeigte er eine – mit den heutigen Normen – kaum erklär- und beherrschbare digitale Zukunft auf: Ein Zurechtfinden sei nur möglich, indem man sich digitale Exzellenz aneigne. Die sieben Parameter stellen einfach umsetzbare Vorschläge dar, wie die Zukunft positiv gestaltet und gemeistert werden kann. Offen – und dabei realistisch – innovativen Ideen gegenüberzustehen, ist eine der Grundvoraussetzungen.

Innovationsforum mit aktuellen Studienergebnissen

Im Rahmen des „Innovationsforums“ stellten renommierte Referenten aktuelle Studienergebnisse zu unterschiedlichsten Fragestellungen vor. Prof. Dr. Christoph Bourauel aus Bonn belegte mit seinen Untersuchungen zu den „Grenzabmaßen dentaler Implantate – Biomechanische und klinische Studien“ die verlässliche Verwendung von kurzen und schmalen Implantaten, die immer häufiger zum Einsatz kommen, um Augmentationen zu vermeiden. Er hob hervor, dass schmale und kurze Implantate als Einzelimplantat kritisch zu bewerten sind, jedoch im Verbund bei ausreichender Anzahl durchaus funktionieren können. ZTM Vincent Fehmer aus Genf gab mit seinem Entscheidungsbaum eine praxisnahe Hilfestellung zur Beantwortung der Frage „Ein Material für alle Fälle?“. Für Einzelkronen sind unterschiedliche fräsbare Materialien verfügbar. Für gefräste Brückengerüste ist weiterhin Zirkoniumdioxid das Material der Wahl – aufgrund seiner hohen Festigkeitswerte. Im ästhetischen Bereich sind jedoch weiterhin Verblendungen notwendig.

Die effiziente Zusammenarbeit von Prothetiker und Zahntechniker im Zeitalter der Digitalisierung stellte Prof. Dr. Florian Beuer aus Berlin in seinem Vortrag ‚Digital Dentistry Meets Implant Dentistry – Ein Team-Approach‘ eindrucksvoll dar. Durch die enge Zusammenarbeit und die Möglichkeiten des digitalen Workflows werden Zeit und Kosten gespart, da nur noch zwei Sitzungen für eine Einzelzahnrestauration erforderlich sind. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund periimplantärer Infektionen bot der Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Andrej Trampuz zum Thema „Biofilme auf Zahnimplantaten – eine Herausforderung der modernen Medizin“ neue Erkenntnisse. Er betonte, dass periimplantäre Entzündungen nur kombiniert chirurgisch und antibiotisch zufriedenstellend zu behandeln sind. Insbesondere eine Reduktion der Keimzahl vor dem Eingriff ist essenziell. Neue Entwicklungen zielen auf die Gewinnung von Bakteriophagen aus dem Speichel. Diese Phagen eliminieren die Bakterien des Biofilms wirkungsvoll, ohne menschliche Zellen anzugreifen. Den Abschluss der Vorträge am Vormittag bildete die Betrachtung von „Zirkoniumdioxidbasierten Keramikimplantaten – Eine kritische Auseinandersetzung“ von Prof. Dr. Ralf J. Kohal aus Freiburg, der den Mangel an längerfristigen Daten zu den Keramikimplantaten aus Zirkoniumdioxid beanstandete. Er betonte jedoch, die vorliegenden kurzfristigen klinischen Ergebnisse würden belegen, dass sich auch mit dieser Alternative zu Titanimplantaten positive Behandlungserfolge erzielen lassen. Die angeregte Diskussion der verschiedenen Vorträge in den kleinen Gruppen zeigte das Interesse der Teilnehmer an dieser Themenvielfalt und bot den PEERS-Mitgliedern die Möglichkeit zu einem intensiven Austausch mit den Referenten.

Podiumsdiskussion zum allogenen Knochentransfer

Der Nachmittag mit der „Podiumsdiskussion“ stand ganz im Zeichen der Diskussion um allogenen Knochentransfer. Das erste Statement für den allogenen Knochen wurde von Prof. Dr. Dr. Elmar Esser, Osnabrück mit seinen Erfahrungen zur „Augmentation externer Kieferkammdefekte durch allogenen Knochentransfer“ abgegeben. Seiner Einschätzung nach stellt der allogene Knochen eine valide Alternative zum autologen Knochen dar und auf Basis der eingeschränkt verfügbaren Studien ist die Gefahr einer klinisch relevanten Immunreaktion nicht bekannt. Frau Prof. Dr. Katja Nelson aus Freiburg lieferte mit ihrer „Wissenschaftlichen Bewertung allogener und autologer Knochenblöcke“ einen umfassenden Überblick über die aktuelle Studienlage. Aufgrund der Datenlage der von ihr vorgestellten Studien sei die Verwendung des allogenen Knochens jedoch eher kritisch zu betrachten.

Praktischen klinischen Bezug stellte Priv.-Doz. Dr. Christian Mertens aus Heidelberg mit seinen Ausführungen zur „Vertikalen Kieferkammrekonstruktion mit autologen Knochenblöcken“ her. Insbesondere bei der Behandlung großer Defekte sieht er den autologen Knochen als einzige Alternative, gab jedoch auch den Hinweis auf kurze oder abgeschrägte Implantate wie das OsseoSpeed Profile EV des Astra Tech Implant System zur Vermeidung von Augmentationen bei kleinen Defekten. Abgeschlossen wurde das Thema mit dem Vortrag von Dr. Bernhard Giesenhagen, der die „Ergebnisse einer klinischen Studie mit präfabrizierten Knochenringen aus Allograft“ vorstellte und damit die Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln vorerst beendete. Im Rahmen seiner klinischen Studie konnte er insgesamt gute Ergebnisse mit den allogenen Knochenringen erzielen. Die sich anschließende Diskussion war kontrovers und führte durch die gezielte Moderation von Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld die Komplexität des Themas Augmentation und deren praktische klinische Umsetzung eindrücklich vor Augen.

Strahlende Gewinner der PEERS-Förderpreise 2017

Die PEERS-Förderpreise wurden ins Leben gerufen, um Wissenschaftler und wissenschaftlich interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte in ihrer Arbeit zu unterstützen. Initiator der Preise ist das von Dentsply Sirona Implants unterstützte internationale Expertennetzwerk PEERS mit Mitgliedern aus Klinik, Praxis und Zahntechnik.

Alle Preisträger der PEERS-Förderpreise wurden am Abend des 23. September 2017 im Rahmen des PEERS-Jahrestreffens in Berlin bei einer feierlichen Preisverleihung geehrt. Gleichzeitig erhielten alle Autoren die Möglichkeit, kostenlos am wissenschaftlichen Programm dieses Tages teilzunehmen.

Die beste Meisterarbeit wurde von ZTM Kathrin Blaschke angefertigt und beschäftigte sich mit „Implantatlösungen im Rahmen der Meisterarbeit“. In der Kategorie Fallpräsentation gewann Dr. Dr. Keyvan Sagheb aus der MKG-Chirurgie der Unimedizin Mainz mit seiner Arbeit „Augmentation einer komplexen Defektsituation in der OK-Front mit ReOss und Astra Profile EV“‘. Der Preis in der Kategorie Wissenschaftliches Poster ging an Dr. Helmut G. Steveling aus Gernsbach mit seiner Langzeituntersuchung „5 years of clinical experience with a monolithic zirconia abutment“. Priv.-Doz. Dr. Daniel S. Thoma aus der KBTM der Uniklinik Zürich wurde mit seiner Publikation “Effect of ridge preservation for early implant placement – is there a need to remove the biomaterial?” in dieser Kategorie ausgezeichnet. Der nun im zweiten Jahr ausgelobte Preis in der Kategorie Video ging an Dr. Alexander Vuck aus der Prothetik der Uniklinik Düsseldorf mit seiner Arbeit „Digitale Revolution: Implantatprothetik“. Die eingereichten Fallpräsentationen, wissenschaftlichen Poster und Videos können unter http://dpp.oemus.com/event/peers-2017 aufgerufen werden.

Insgesamt 45 Arbeiten wurden mit Stichtag 30. Juni für den diesjährigen Preis eingereicht. Darunter auch 14 Arbeiten von niedergelassenen Zahnärzten und Zahntechnikern. Sie wurden jeweils von drei unabhängigen Juroren nach fünf verschiedenen Kriterien bewertet. Die Kooperation mit der Klaus-Kanter-Stiftung ermöglicht die Unterstützung der Absolventen der zahntechnischen Meisterschulen. Die Meisterarbeiten des Vorjahres wurden von den Juroren der Stiftung bewertet. Darunter wurde die beste Arbeit mit implantologischem Behandlungskonzept mit dem PEERS Implantat-Prothetik-Preis ausgezeichnet. Informationen dazu unter www.klaus-kanter-stiftung.de.

Ausschreibung für die PEERS-Förderpreise 2018

Informationen zu den PEERS-Förderpreisen 2018, die Teilnahmebedingungen, das Anmeldeformular und eine Postervorlage können unter peers.foerderpreise@dentsplysirona.com angefordert oder unter www.dentsplysirona.com/implants/peers-foerderpreise abgerufen werden. Die Arbeiten müssen bis zum 30. Juni 2018 eingereicht werden.

Quelle: Dentsply Sirona Implants

Foto: Dentsply Sirona Implants

Digitale Poster-Präsentation | PEERS 2017

22. September 2017 in Berlin

Dr. Bálint Molnar DMD, PhD

Guided implant placement of Astra Tech EV fixtures following guided bone regeneration utilizing a resorbable collagen membrane in combination with a composite graft

Uli Hauschild

Abgeschrägtes Implantatprofil für die optimale Nutzung der Alveolenwand bei Sofortversorgung mit digitalem Workflow

Dr. Peter U. Gehrke

Influence of scaling procedures on the integrity of titanium nitride-coated CAD/CAM abutments

Prof. Dr. Daniel Grubeanu

Minimierung der Strahlenreflektion von Scanbodies durch Keramisierung in der Implantologie: eine in vitro-Studie

PD Dr. med. dent. Tim Joda, DMD, MSc

A prospective clinical cohort study analysing single-unit implant crowns after 3 years of loading: Introduction of a novel Functional Implant Prosthodontic Score (FIPS)

Dr. Michael Hübner

Sofortimplantation und Sofortversorgung mit individuell gestalteten provisorischen PEEK-Abutments zur optimierten Weichteilunterstützung

Dr. med. dent. Martin Müller

Interdisziplinäres Frontzahntraumamanagement mit Knochenaugmentation, kieferorthopädischer Lückenöffnung mit gleichzeitiger Interimsversorgung und prothetischer Versorgung des Implantatlagers

Lars Henrik Ahlskog

Clinical indication for implants with a sloped shoulder contour – a pilot study

Dr. Dr. Thomas Neisius

Das Tuber-Os-Mukosa-Transplantat – Ein autogenes Composite-Transplantat als alternative Socket Preservation

Soenke Herzog

Integration of teeth in implant-supported removable dentures with Atlantis Conus abutments: A case report

Dr. Thomas Nord

Die Knochenringtechnik unter Verwendung autogener und allogener Knochenringe

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Bourauel

Biomechanische Analyse von Dentalimplantaten im Geweih von Sikahirschen – Numerischer Vergleich der Eigenschaften sofort-belasteter und osseointegrierter Implantate

Dr. Pablo Hess

Immediate loading on 3.0 mm narrow implants: A prospective multi-center clinical study with one-year follow-up

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