Branchenmeldungen 16.09.2026

Zahnärztliche Ausbildung nachhaltig sichern – öffentliche Studienplätze ausbauen

AWMF – Die Ausbildung von Zahnärztinnen und Zahnärzten ist Teil öffentlicher Daseinsvorsorge, der die Bundesländer in ihrer Verantwortung für eine wissenschaftsbasierte, qualitativ hochwertige und sozial gerechte zahnmedizinische Ausbildung nachkommen müssen. Um diese zu sichern, fordert die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) eine nachhaltige Finanzierung öffentlicher Hochschulzahnkliniken.

Zahnärztliche Ausbildung nachhaltig sichern – öffentliche Studienplätze ausbauen

Foto: nazariykarkhut – stock.adobe.com

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Zahnmedizinstudienplätzen trifft auf eine seit Jahren weitgehend begrenzte Ausbildungskapazität; damit bleibt das in Art. 12 Abs. 1 GG geschützte Recht, Beruf und Ausbildungsstätte frei zu wählen, für viele grundsätzlich geeignete Bewerberinnen und Bewerber im Fach Zahnmedizin unerreichbar. Daneben verschärfen sich regionale Versorgungsdisparitäten vor allem in strukturschwachen Räumen.

Die für die Ausbildung zuständigen öffentlichen Hochschulzahnkliniken gelten als Teil der kritischen Gesundheitsinfrastruktur. Eine nachhaltige Finanzierung dieser ist daher obligat und Aufgabe des Staates. Zusätzliche und vorrangig im nicht-staatlichen Sektor geschaffene Studienplätze können die Ausbildungslandschaft ergänzen, müssen jedoch die Einheit von Lehre, Forschung und Patientenversorgung mit der daraus resultierenden Qualitätsanforderungen an die Ausbildung uneingeschränkt gewährleisten. Sie dürfen zudem nicht als scheinbar kostengünstigere Lösung angesehen oder als eine Entbindung staatlicher Pflichten eingeordnet werden. 

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„Gerade weil die zahnmedizinische Ausbildung über mehrere Jahre in einen komplexen klinischen Kontext eingebettet ist, muss hier im nicht-staatlichen Sektor besonderes Augenmerk auf eine gleichwertige und verlässliche strukturelle wie personelle Ausstattung vor allem im Hinblick auf die Verfügbarkeit von ambulanten studentischen Behandlungsplätzen mit qualitätsgesicherter Supervision gelegt werden“, betont der stellvertretende Präsident der AWMF, Prof. Henning Schliephake.

Vor diesem Hintergrund richtet die AWMF folgende Forderungen, insbesondere an die Landespolitik als verantwortlicher Träger staatlicher Ausbildung, die in einer gemeinsamen Stellungnahme begründet und konkretisiert werden:

  1. Zahnmedizinische Ausbildung ist staatliche Aufgabe. Sie muss wissenschaftsbasiert und praxisnah, qualitativ hochwertig und sozial gerecht auf Basis der Einheit von Forschung, Lehre und Patientenversorgung stattfinden. Hierfür ist eine national abgestimmte Planung der erforderlichen Studienplatzkapazitäten erforderlich.

  2. Etablierte Hochschulen mit vorhandener Forschungs- und Lehrinfrastruktur sowie akademischer Personalstruktur bieten qualitätsgesicherte Studienplätze an und können bedarfsgerecht und schnell auf veränderte Kapazitätsanforderungen reagieren. Sie müssen auskömmlich durch die Länder finanziert sein.

  3. Ein Studienplatzausbau im nicht-staatlichen Sektor darf nur dann politisch unterstützt oder genehmigungsrechtlich flankiert werden, wenn er tatsächlich zusätzlich erfolgt und nicht einen Ersatz für unterlassene Investitionen in bestehende Hochschulen darstellt.

  4. Für alle Hochschulen müssen gleichwertig hohe Anforderungen an Finanzierungssicherheit, Governance, Personalausstattung, wissenschaftliche Qualifikation des Lehrpersonals, Ausbildungskapazität, Forschungsanbindung, Qualitätsmonitoring und Krisenvorsorge gelten. Staatliche Anerkennung muss die langfristige wissenschaftliche und institutionelle Tragfähigkeit einschließen. 

  5. Eine hochwertige und flächendeckende zahnärztliche Versorgung in Deutschland ist ein fundamentaler Baustein der staatlichen Daseinsvorsorge und ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das hohe Maß an Zahngesundheit in Deutschland. Dies gilt es unbedingt zu erhalten.

Weitere Informationen

Gemeinsame Stellungnahme zur Situation der Studienplätze im Staatsexamensstudiengang Zahnmedizin in Deutschland

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