Wissenschaft und Forschung 14.01.2026

Alltag in der Brotdose: Wenn Essgewohnheiten die Mundgesundheit beeinflussen



Die Lunchbox für Schule, Kita oder Tagespflege entsteht meist nebenbei, denn morgens zählt vor allem eines: Es muss schnell gehen. Zwischen Frühstück, Jacke suchen und dem Blick auf die Uhr wird entschieden, was mitkommt. Dabei wird nicht lange überlegt, sondern eher pragmatisch gepackt. Genau diesen ganz normalen Alltag nimmt eine aktuelle Studie in den Blick, die Anfang Januar in Community Dentistry and Oral Epidemiology veröffentlicht wurde.

Alltag in der Brotdose: Wenn Essgewohnheiten die Mundgesundheit beeinflussen

Foto: yut – sock.adobe.com/ KI-generiert

Untersucht wurde, wie Lunchboxen, Pausenbrote & Co. vorbereitet werden und welche Rolle diese Routine für die Ernährung von Kindern und ihre Mundgesundheit spielt. Im Mittelpunkt standen dabei nicht einzelne Lebensmittel, sondern eher das Zusammenspiel aus Planung, Einkauf und Essenszubereitung.

Für die Studie befragten die Forschenden 35 Mütter unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Herkunft sowie fünf Fachkräfte. Weiterhin beobachteten die Forschenden, wie die einzelnen Entscheidungen rund um das Thema Essen im Alltag tatsächlich getroffen wurden.

Hier zeigte sich, dass in der Lunchbox meist das landet, was im Alltag gut und unkompliziert funktioniert. Was schnell geht, was Kinder gern essen und womit Eltern sich gut fühlen, spielte dabei eine große Rolle. Entsprechend häufig finden sich darin  Snacks und zucker- und stärkehaltige Lebensmittel. Und diese Entscheidungen passieren laut den Autoren nicht zufällig, sondern gehören zu festen Abläufen im familiären Alltag. Die Forscher definieren das Zubereiten und Packen der Lunchbox deshalb als soziale Praxis. Es ist Teil routinierter Tagesabläufe und weniger das Ergebnis bewusster Ernährungsentscheidungen. Auf diese Weise prägen sich Essgewohnheiten, die wiederum in Zusammenhang mit der Mundgesundheit von Kindern stehen können. Untersuchungen zur mediterranen Ernährungsweise weisen darauf hin, dass eine zuckerarme, ballaststoffreiche Kost mit einem geringeren Risiko für parodontale Entzündungen verbunden ist. Umgekehrt bringen Studien zu Ernährungsgewohnheiten immer wieder einen hohen Konsum von Zucker und schnell verfügbaren Kohlenhydraten mit Karies und parodontalen Erkrankungen in Zusammenhang. Auch Experten betonen immer wieder, dass Zahngesundheit wesentlich davon abhängt, was regelmäßig gegessen wird. Häufige zucker- und stärkereiche Snacks können die Bedingungen im Mund beeinflussen, die für Karies und Entzündungen relevant sind.

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