Wissenschaft und Forschung 19.05.2026
England baut Zahnputzprogramme an Schulen weiter aus
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Während sich viele Präventionsmaßnahmen auf Aufklärung und Eigenverantwortung konzentrieren, setzt England zunehmend auf Strukturen, die Kinder direkt im Alltag erreichen. Dazu gehört das Zähneputzen in Schulen und Vorschuleinrichtungen, bei dem Kinder regelmäßig unter Anleitung mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Wie weit diese Programme inzwischen verbreitet sind, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Forschenden der University of Sheffield und der University of Leeds, die im British Dental Journal veröffentlicht wurde.1
Grundlage bildete eine landesweite Befragung lokaler Gesundheitsbehörden in England. Demnach bieten inzwischen 81 Prozent der lokalen Behörden Programme zum betreuten Zähneputzen an. Im Jahr 2022 lag dieser Anteil noch bei 48 Prozent. Auch die Zahl der teilnehmenden Kinder stieg deutlich an, von 106.273 im Jahr 2022 auf 238.636 Kinder im Jahr 2025. Die Programme richten sich vor allem an Regionen mit hoher sozialer Benachteiligung. Dort tritt Karies bei Kindern weiterhin deutlich häufiger auf als in wirtschaftlich stärkeren Regionen. Die Autoren verweisen darauf, dass viele Kinder bereits mit sichtbaren Schäden eingeschult werden und Prävention deshalb möglichst früh beginnen müsse. Erfasst wurden neben der Verbreitung der Programme auch organisatorische Rahmenbedingungen. Viele Kommunen nannten weiterhin unsichere Finanzierungen, begrenzte personelle Ressourcen und Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung. Gleichzeitig berichten die Autoren von einer zunehmenden politischen Unterstützung. Die britische Regierung hatte Anfang 2025 ein nationales Förderprogramm angekündigt, das insbesondere Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren erreichen soll.
1 Sarab El-Yousfi et al, Supervised toothbrushing programmes in England: a national survey and multi-site case study, British Dental Journal (2026). DOI: 10.1038/s41415-026-9526-9