Anzeige
Wissenschaft und Forschung 21.05.2019

Karies bei Kindern: Schuld sind nicht die Gene

Karies bei Kindern: Schuld sind nicht die Gene

Eine aktuelle australische Studie wirft bisherige Annahmen zur genetisch bedingten Karies über Bord. Wie die Forscher anhand der Untersuchung eineiiger Zwillinge zeigen konnten, spielen Umweltfaktoren eine sehr viel größere Rolle.

Bei genetischen Fragestellungen werden häufig Vergleichsuntersuchungen mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen herangezogen. So auch die Forscher des Murdoch Children's Research Institutes, Australien, um den Einflussfaktoren der Kariesbildung bei Kindern auf den Grund zu gehen. An der Studie nahmen 173 Schwangere, die eineiige oder zweieiige Zwillinge erwarteten, teil. Sie sammelten Gesundheitsdaten in der 24. und 36. Woche, bei der Geburt, im Alter von 18 Monaten und mit sechs Jahren. Darüber hinaus füllten die Mütter Fragebögen ihre Gesundheit betreffend zu verschiedensten Risikofaktoren wie Gewicht, Krankheit, Medikamenteneinnahme, Vitamin-D, Stress, Alkohol- und Tabakkonsum aus.

Die im Pediatrics veröffentlichte Studie brachte zwei bedeutsame Ergebnisse hervor: Zum einen war die Zahl der Zwillingspaare, in denen beide Karies hatten (29 Paare) vergleichbar mit der Anzahl derer, wo nur einer der Zwillinge Karies hatte (33 Paare). Auch im Vergleich zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen konnten keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Hohlräume ausgemacht werden. Das legt die Vermutung nahe, dass die Karies keine genetisch bedingte Erkrankung ist bzw. dass andere Faktoren eine größere Rolle spielen.

Als zweite wichtige Erkenntnis der Studie konnte ein Zusammenhang zwischen dem Lebensstil der Mutter und der Zahngesundheit der Kinder hergestellt werden. Die Wissenschaftler identifizierten Fettleibigkeit eindeutig als Marker, der höheres Kariesrisiko der Kinder nach sich zieht. Die genaue Ursache-Wirkung ist noch unklar. Allerdings geht das Team davon aus, dass entweder der erhöhte Zuckerkonsum der Mutter oder aber das Gewicht im Allgemeinen Einfluss auf den Fötus hat.

Foto: Aaron Amat – stock.adobe.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige