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Wissenschaft und Forschung 20.11.2020

Mundwasser und Licht: Zauberformel gegen S. mutans

Mundwasser und Licht: Zauberformel gegen S. mutans

Die antibakterielle Photodynamische Therapie (aPDT) hat sich zur Behandlung von bakteriellen Infektionen bewährt. Finnische Forscher haben diese Methode weiterentwickelt, optimiert und ein Produkt zur heimischen Mundpflege realisiert.

Streptococcus mutans ist maßgeblich an der Entstehung von Karies beteiligt, insbesondere, weil dem Bakterium bei der Plaquebildung eine Schlüsselrolle zukommt. So haftet es als erstes am Zahn und öffnet damit Tor und Tür für alle anderen Bakterien.

Forschern der Aalto University und des Helsinki University Hospital (HUS) ist es nun gelungen, diesem Prozess einen Riegel vorzuschieben. Sie gründeten das Unternehmen Koite Health und brachten ein Mundwasser, das eine lichtabsorbierende Verbindung enthält, für den Heimgebrauch heraus. Dieses entfaltet seine Wirkung auf Grundlage einer Dual-Light-Therapie.

Dabei wird zunächst die lichtempfindliche Substanz für ca. 30 Sekunden im Mund umhergespült, die so an der Plaque haften bleibt. Anschließend erfolgt die Lichttherapie mithilfe eines mundstückförmigen Lichtapplikators, der wie eine Bissschiene zwischen den Zähnen platziert wird. Es folgt die zehnminütige Dual-Light-Therapie. Rotes Licht aktiviert hierbei die Substanz und löst eine Kettenreaktion aus, bei der das Bakterium S. mutans abgetötet wird. Verstärkt wird der Effekt durch antibakterielles Blaulicht (aBL).

Tests der Forscher konnten belegen, dass die Kombination aus Lösung und Wellenlängen des Doppellichts eine signifikant verbesserte und anhaltende antibakterielle Wirksamkeit zeigt, als eine einzelne Therapie mit aPDT oder aBL. Erfreulicherweise greift die Methodik ausschließlich die Zielbakterien an – die Mundflora verliert damit nichts an ihrer Diversität.

Bild: Die lichtempfindliche Substanz in der Mundspülung haftet an Zahnbelag. Bei der Anwendung von Licht wird die antibakterielle Wirkung auf den Zahnbelag gerichtet. Bild links: Prämolaren bei Tageslicht. Rechts: Nach dem Spülen, das Infrarot zeigt die restliche Plaque auf den Zähnen, die für das Auge unsichtbar sind.

Die Wissenschaftler hoffen, die Mundgesundheit von Patienten mit chronischen Erkrankungen (Diabetes) oder Krebs dauerhaft erhalten zu können und die Zahnhygiene für Menschen z.B. mit Arthritis zu erleichtern.

Die Studie wurde auf BioRxiv veröffentlicht.

Fotos: Koite Health

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