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Wissenschaft und Forschung 14.08.2020

Neuartige Aufbissschiene fungiert als Karies-Schnüffler

Neuartige Aufbissschiene fungiert als Karies-Schnüffler

Chinesische Forscher sind einem völlig neuen Ansatz zur Früherkennung von Karies und Parodontitis nachgegangen. Das Ergebnis: Eine Schiene, die freigesetzte Schwefelverbindungen identifiziert.

Karies kann sich – so wie die meisten Erkrankungen auch – im Anfangsstadium ziemlich gut verstecken und damit lange Zeit unentdeckt bleiben. Das könnte sich bald ändern. Forscher der Sun Yat-sen-Universität haben eine Art Aufbissschiene entwickelt, die sich biochemische Prozesse, die typischerweise an der Entstehung von Karies beteiligt sind, zunutze macht. So steht die Bildung von Plaque in engem Zusammenhang mit anaeroben Bakterien. Diese bauen schwefelhaltige Proteine ab, wobei flüchtige Schwefelverbindungen, wie Schwefelwasserstoff und Methanthiol, freigesetzt werden.

An dieser Stelle kommt die Schiene ins Spiel. Sie besteht aus Nanokomposit, ist fluoreszierend und reagiert mit diesen Schwefelverbindungen, welche im Mund freigesetzt werden. Nach einer Tragedauer von ca. sieben Stunden werden die Stellen, an denen Schwefelverbindungen freigesetzt wurden, nicht fluoresziert.

Die Wissenschaftler planen eine Massenfertigung dieses Produkts, welches dann im Handel für ca. 2,50 bis 5 Euro erhältlich wäre. Eine gründliche zahnmedizinische Kontrolluntersuchung könnte die Schiene sicherlich nicht ersetzen. Allerdings könnte sie Patienten für mögliche orale Probleme sensibilisieren und dazu bringen, einen Zahnarzt auch ohne Schmerzen aufzusuchen.

Die Schiene zur Früherkennung wurde in der Wiley Online Library vorgestellt.

Foto Teaserbild (Symbolbild): JLO_FOTO – stock.adobe.com

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