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Wissenschaft und Forschung 07.10.2016

Neues Infrarotgerät zur frühzeitigen Erkennung von Karies

Neues Infrarotgerät zur frühzeitigen Erkennung von Karies

Karies ist die am weitesten verbreitete Zahnerkrankung auf der Welt. Nichtbehandlung kann zu erheblichen Schmerzen und im schlimmsten Fall sogar zum Zahnverlust führen. Forscher haben jetzt ein Infrarotgerät entwickelt, mit dem sich bereits kleinste Löcher erkennen lassen. Die Ergebnisse wurden im Journal of Biomedical Optics veröffentlicht.

Aktuell verlassen sich Zahnärzte größtenteils auf zwei Methoden, um Karies ausfindig zu machen: der Zahn wird entweder geröntgt oder der Arzt untersucht die Zahnflächen selber auf kleine Löcher. Beide Techniken haben allerdings ihre Grenzen. Forscher der York University in Toronto, Kanada, haben jetzt ein neuartiges Gerät entwickelt, das Karies schon in den frühsten Anfangsstadien erkennt. Dafür wird der Zahn kurz von einer Lichtquelle angestrahlt und anschließend mit dem bildgebenden Infrarotapparat untersucht. Ist der Zahn bereits mit Karies befallen, geht von der betroffenen Stelle eine Infrarotstrahlung aus, die das Gerät deutlich anzeigt. Um die neuartige Apparatur auf seine Wirksamkeit zu testen, haben die Wissenschaftler einen bereits extrahierten menschlichen Zahn in säurehaltige Flüssigkeit gelegt und anschließend auf Anzeichen von Karies untersucht. Während das von den Forschern entwickelte Werkzeug bereits nach zwei Tagen den Mineralienverlust und die winzigen Löcher am Zahnschmelz deutlich sichtbar machte, konnte ein geschulter Zahnarzt auch nach zehn Tagen in der Säurelösung keine äußerlich sichtbaren Anzeichen für Karies erkennen. Diese minimalinvasive und kostengünstige Variante könnte in Zukunft dafür sorgen, Karies noch schneller zu erkennen und eine weitere Ausbreitung rechtzeitig aufzuhalten.

Quelle: phys.org

Foto: © Andriy Bezuglov – fotolia.com
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