Wissenschaft und Forschung 15.01.2026

Schwere Parodontitis erhöht das Lungenkrebsrisiko bei Älteren



Schwere parodontale Entzündungen könnten bei älteren Menschen mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs und eine höhere Lungenkrebs-bedingte Sterblichkeit einhergehen. Das zeigen Daten aus der US-amerikanischen Health ABC Study, die jüngst in der Fachzeitschrift Oral Diseases veröffentlicht wurden.

Schwere Parodontitis erhöht das Lungenkrebsrisiko bei Älteren

Foto: Vangly – stock.adobe.com/ KI-generiert

Für die prospektive Auswertung wurden 1.136 Personen im Alter von 70 bis 79 Jahren über einen Zeitraum von bis zu 16 Jahren begleitet. Zu Studienbeginn erfolgte eine vollständige parodontale Untersuchung. Im Beobachtungszeitraum erkrankten 4,4 Prozent der Teilnehmenden an Lungenkrebs, 3,3 Prozent verstarben daran. Ein deutlich erhöhtes Risiko zeigte sich bei Personen mit ausgeprägter Parodontitis. Teilnehmende, bei denen mindestens zehn Prozent der Messstellen eine Sondierungstiefe von sechs Millimetern oder mehr aufwiesen, hatten ein nahezu dreifach erhöhtes Risiko für eine Lungenkrebserkrankung sowie für eine entsprechende Mortalität. Der Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung zentraler Einflussfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Diabetes und Body-Mass-Index bestehen. Andere parodontale Parameter, etwa der klinische Attachmentverlust, spielten eine geringere Rolle. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass vor allem aktive entzündliche Prozesse und weniger die bereits erfolgte Gewebezerstörung relevant sein könnten. Die Autoren betonen den beobachtenden Charakter der Studie und verweisen auf weiteren Forschungsbedarf zu den zugrunde liegenden Mechanismen.

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