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Wissenschaft und Forschung 24.07.2020

Studie: Ist Kiffen effektiver als Zähneputzen?

Studie: Ist Kiffen effektiver als Zähneputzen?

Schon lange wird darüber debattiert, ob Cannabis nicht legalisiert werden sollte. Seit knapp drei Jahren ist zumindest der medizinische Einsatz erlaubt. Doch auch die Kosmetik- und Lifestyleindustrie preist das Hanfgewächs seit einiger Zeit als neues Wundermittel an.

Belgische Forscher haben nun erstmalig in einer randomisierten kontrollierten Studie, die im Cureus Journal of Medical Science erschienen ist, verschiedene Cannabinoide und ihre antibakterielle Wirkung mit der von herkömmlicher Zahnpasta verglichen.

Für die Untersuchung nahmen sie Plaqueproben von 60 Probanden im Alter zwischen 18 und 45 Jahre. Die Proben wurden im Labor mit den fünf getesteten Cannabinoiden CBD, CBC, CBN, CBG oder CBGA und Zahnpasta kombiniert und bei 37° C für 24 Stunden inkubiert. Anschließend wurden die vorhandenen Bakterienkolonien gezählt.

Die Forscher stellten fest, dass die mit den Cannabinoiden versetzen Plaqueproben weniger Bakterienwachstum aufwiesen als die Proben, die mit Zahnpasta versetzt waren.

Trotz der eindeutigen Ergebnisse weisen die Wissenschaftler in ihrem Fazit darauf hin, dass die antibakterielle Wirkung handelsüblicher Zahnpasten für den normalen Mundhygieneeinsatz völlig ausreichend ist. Dennoch haben sie den Nachweis erbracht, dass Cannabinoide bei der Bakterienbekämpfung effektiver sind und gerade bei Risikopatienten zum Einsatz kommen könnten. Eine Wiederholung der Studie mit einer größeren Probandenzahl und eine genauere Analyse der Wirkweise von Cannabinoiden auf das orale Mikrobiom wird allerdings empfohlen.

Wie die Verabreichung am besten erfolgen sollte – ob als Lack oder Zusatz in Spezialzahnpasten – wurde im Rahmen der Studie nicht untersucht. Fakt ist aber, dass das Rauchen von Marihuana keine geeignete Methode darstellt.

Foto Teaserbild: H_Ko – stock.adobe.com

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