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Wissenschaft und Forschung 14.08.2019

Studie zeigt: Viele Zahnärzte tragen ihre Lupenbrillen falsch

Studie zeigt: Viele Zahnärzte tragen ihre Lupenbrillen falsch

Besserer Durchblick, höhere Präzision sowie ergonomischere Körperhaltung und Entlastung der Augen: Das sind die Argumente für das Arbeiten mit Lupenbrillen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sie jedoch ihre Wirkung verfehlen, wenn sie nicht individuell angepasst werden.

Ob in der Endodontie bei Wurzelkanalbehandlungen, in der Implantologie oder Oralchirurgie – Lupenbrillen sind aufgrund ihrer visuellen und körperlichen Vorteile aus der alltäglichen Arbeit vieler Zahnarztpraxen nicht mehr wegzudenken. Für eine optimale Arbeitsweise sowie präzise Ergebnisse sind drei Kriterien von entscheidender Bedeutung: Arbeitsabstand, Neigungswinkel der Okulare sowie koaxiale Ausrichtung.

Kanadische Forscher der University of British Columbia fanden nun heraus, dass sich viele Anwender scheinbar nicht genügend Zeit für die Anpassungsphase nehmen, und insbesondere die koaxiale Ausrichtung missachten. In ihrer Studie mit 97 Zahnärzten fanden sie heraus, dass 82 Prozent der Teilnehmer mit falsch ausgerichteten Lupen arbeiteten. Dabei spielte die Art der Lupenbrillen keine Rolle: Sowohl TTL-(Through-The-Lens-)- als auch FLM-(Front-Lens-Mounted-)-Brillen wurden in der Studie berücksichtigt.

Die Forscher gaben zu bedenken, dass sich aufgrund der visuellen Diskrepanz die Patientensicherheit nicht mehr garantieren ließe. Bestätigt wurde dies durch Aussagen einiger Zahnärzte. Sie gaben unter anderem an, ihre Patienten gelegentlich mit den Brillen am Kinn zu treffen.

Darüber hinaus besteht durch den falschen Neigungswinkel ein erhöhtes Risiko für unergonomische Haltungen des Behandlers, die zu Überbelastungen, Schmerzen, Haltungsschäden usw. führen können.

Die Studie wurde in The Journal of the American Dental Association veröffentlicht.

Foto: Mike Fouque – stock.adobe.com

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