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Wissenschaft und Forschung 15.06.2017

Wie Vertrauen die Angst vor dem Zahnarzt beeinflussen kann

Jana Schikora
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Schmerzempfinden ist subjektiv und bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt. Was für den einen aushaltbar ist, fühlt sich für den anderen unerträglich an. Gerade beim Zahnarzt spielen Schmerzen eine große Rolle und führen nicht selten zur sogenannten Dentalphobie. Forscher der Universität Miami haben in einer kürzlich im Journal of Pain veröffentlichten Studie untersucht, wie das Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt das eigene Schmerzempfinden beeinflussen kann.

Einigen Patienten steht bereits der Angstschweiß auf der Stirn, wenn sich der halbjährliche Kontrolltermin beim Zahnarzt nähert. Besonders die Angst vor Schmerzen macht den Zahnarztbesuch zu einem der unbeliebtesten Arzttermine. Da sich Schmerz nicht nur körperlich, sondern auch physisch äußert, haben Wissenschaftler der Universität Miami in einer Studie untersucht, wie sich die physische Komponente durch Vertrauen zum Behandler beeinflussen und somit auch die körperlichen Auswirkungen reduzieren lässt.

Für ihre Untersuchungen simulierten die Forscher klinische Situationen mit Patienten, um herauszufinden, welche sozialen und kulturellen Faktoren das Schmerzempfinden während ärztlicher Behandlungen bestimmen. Das Ziel der Studie war es, zu eruieren, wie beim Patienten das Schmerzempfinden reduziert werden kann, um die Compliance zu erhöhen regelmäßig an Kontrollterminen und Untersuchungen teilzunehmen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Arzt-Patienten-Beziehung und welchen Einfluss diese auf den Schmerz und die Angst des Patienten während der Behandlung hat. Ausgangsvermutung war, dass Gemeinsamkeiten zu einer Reduzierung beider Komponenten führt.

Die Teilnehmer mussten zunächst einen Fragebogen ausfüllen, wo sie ihre religiöse und politische Einstellung sowie Meinung zu Geschlechterrollen angeben mussten. Daraufhin wurden sie in Gruppen unterteilt, welche gleiche Antworten gegeben hatten. Um welche Aspekte es sich dabei handelte, wurde allerdings nicht kommuniziert. Mit dem Glauben, dass die Menschen in ihrer Gruppe Gemeinsamkeiten mit ihnen aufwiesen, sollte schon vorab ein positives Gefühl bei den Patienten erzeugt werden. Anschließend übernahm ein Teil der Probanden innerhalb der Gruppe die Rolle des behandelnden Arztes oder die des Patienten.

Die Probanden, die die Rolle der Patienten übernahmen, wurden einmal von einem Teilnehmer, der die Rolle des Arztes spielte, aus ihrer eigenen Gruppe behandelt und einmal von einem Teilnehmer aus einer anderen Gruppe. Bei Letzterem war die einzige Gemeinsamkeit das Geschlecht. Die Behandlungssituation wurde mittels heißem Wasser, das über die Innenseite des Unterarms gegossen wurde, simuliert. Das Schmerzempfinden sollte dabei ähnlich sein wie die Injektion mittels Spritze.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten die Vermutungen der Wissenschaftler: Im Anschluss an die simulierten Behandlungen gaben die Probanden an, dass sie den Teilnehmern aus ihrer Gruppe mehr Vertrauen konnten als denen aus der anderen Gruppe. Außerdem empfanden sie die Behandlungen als weniger angsteinflössend und schmerzvoll, wenn sie von Gruppenmitgliedern behandelt wurden.

Mit ihrer Studie haben die Forscher der Universität Miami bewiesen, wie wichtig die Rolle der Arzt-Patienten-Beziehung in der alltäglichen Praxis ist und dass sie einen großen Einfluss auf das Schmerz- und Angstempfinden der Patienten hat. Die Wirkung verglichen die Forscher mit einer Placebopille, die Angst und Schmerzen reduzieren soll.

Wie sich die Ergebnisse in den Praxisalltag integrieren lassen, soll nun in weiteren Studien untersucht werden, damit im Anschluss Handlungsempfehlungen und Methoden für Arztpraxen und Kliniken entwickelt werden können.

Das Abstract zur Studie gibt es hier.

Quelle: Journal of Pain

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