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Wissenschaft und Forschung 27.01.2021

Wurzelbehandlung: Neuartige Analyse von Dentinoberflächen

Wurzelbehandlung: Neuartige Analyse von Dentinoberflächen

Eine der großen Herausforderungen in der Endodontie ist es, eine vollständige Versiegelung des Wurzelkanals zu erreichen. Allerdings reichen die derzeit verwendeten Materialien und Obturationsmethoden oft nicht aus, um Mikro-Undichtigkeit zu eliminieren. Anhand einer neuartigen Analysemethode wurde nun untersucht, ob verschiedene Spülungen je nach Anwendungsreihenfolge zu strukturellen Veränderungen der Dentinwandoberfläche führen und infolge die Retention von Wurzelkanal-Sealern beeinträchtigen.

Die Haftfestigkeit von Wurzelkanal-Sealern hängt von der chemischen und mechanischen Retention ab. Im Vergleich zu rauen Oberflächen haben glatte höhere Haftungseigenschaften durch eine effizientere chemische Bindung. Die Oberflächenrauheit und die Dentinerosion wurden bisher mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) untersucht. Allerdings wird dadurch nicht die dritte Dimension abgebildet, die Aufschluss über den Materialverlust nach der Anwendung von verschiedenen Spülprotokollen gibt. Das Forscherteam aus Israel bemühte daher die quantitative 3D-Oberflächentexturanalyse (3DST), um den Einfluss von Spülprotokollen auf die Rauheit von Dentinoberflächen zu untersuchen. Diese ermöglicht eine zuverlässige Charakterisierung von Zahnoberflächen mit hoher Auflösung und gibt Aufschluss über die mechanischen Eigenschaften und die Funktion der untersuchten Oberfläche. Obgleich die 3DST-Analyse schon länger als geeignete Methode für die Charakterisierung von Abnutzungen und Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit von Zahnschmelz gilt, ist die Studie aus Israel die erste, bei der die Dentinoberfläche auf diese Weise analysiert wurde. Bei der Untersuchung der kombinierten Spülung mit Natriumhypochlorit (NaOCl) und Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), die gemeinhin als effektiv für die Entfernung von organischen und anorganischen Stoffen bei der Wurzelkanalbehandlung gilt, wurde gezeigt, dass diese zwar die Oberflächenstruktur des Dentins beeinflusst, indem sie dessen Rauheit erhöht, die Spülungsreihenfolge allerdings keinen signifikanten Einfluss auf die Rauheit des Dentins hat. Die Forscher gehen infolge davon aus, dass die Retention von Wurzelkanalsealern nicht von der Anwendungsreihenfolge der Spüllösungen abhängig ist.

Die Forscher sind sich einig: Weitere Studien sind nötig, um die Auswirkungen der Spülungssequenz auf die mechanische und chemische Retention von Wurzelkanal-Sealern zu bestimmen. Die Resultate der Studie mit dem Titel „Effects of different irrigation protocols on dentin surfaces as revealed through quantitative 3D surface texture analysis“ erschienen im Dezember 2020 in Scientific Reports.

Quelle: Nature

Foto Teaserbild: Alexandr Mitiuc – stock.adobe.com

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