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Wissenschaft und Forschung 17.10.2019

Zahnschmelz, der nachwächst: Haben Komposite ausgedient?

Zahnschmelz, der nachwächst: Haben Komposite ausgedient?

Ist der Zahnschmelz erst einmal zerstört, ist er weg. Für immer. Zumindest nach bisherigem Wissensstand. Chinesische Forscher scheinen nun jedoch eine Möglichkeit zur Zahnschmelzregeneration gefunden zu haben und wecken neue Hoffnungen.

Der Zahnschmelz ist zwar das härteste Gewebe unseres Körpers – unkaputtbar ist er dennoch nicht. Vor allem Säure durch die Nahrungsaufnahme setzt ihm zu und führt zu Zahnerosionen.

Rettung für die ohne Zahnschmelz sehr anfälligen Zähne verspricht nun eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Zhejiang University School of Medicine. Sie haben ein Gel entwickelt, welches den Zahnschmelz dazu bewegt, sich selbst zu regenerieren. Grundlage für diesen Erfolg bildet die besondere Struktur des Gels. So ist es den Forschern gelungen, die einzigartige morphologische Textur des Zahnschmelzes mit Calciumphosphationenclustern (CPICs) nachzubilden. Bei Auftragen des reproduzierten Zahnschmelzes auf den natürlichen konnten sie ein „Verschwinden der Grenzen“ und erfolgreiches epitaktisches Wachstum, die Bildung einer neuen Hydroxylapatitschicht, nachweisen.

Allerdings stößt das Gel derzeit noch an seine Grenzen: Die neu entstandene Schmelzschicht ist mit 2,7 Mikrometern Dicke noch um ein Vielfaches zu klein, als dass es Einzug in die Praxis halten könnte. Zum Vergleich: Der natürliche Zahnschmelz ist ca. 400 Mal dicker. Das Gel müsse also unzählige Male aufgetragen werden, um den Zahnschmelz wiederherzustellen.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.

Foto: Africa Studio – stock.adobe.com

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