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Abrechnung 16.01.2013

Digitale Abformung im Scan-Verfahren

Digitale Abformung im Scan-Verfahren

Viele Patienten haben bereits vor der Behandlung ein ungutes ­Gefühl, wenn sie an die Abdrucknahme denken. Für die Herstellung von Kronen, Brücken, Inlays oder Prothesen benötigt das Dental­labor eine präzise Abformung, damit der Zahnersatz exakt gefertigt werden kann. Hierfür musste der Patient bisher immer eine Abdruckmasse im Mundraum ertragen, die häufig einen unangenehmen ­Beigeschmack hatte. Nicht selten kämpfte der Behandelte mit ­Würgereflexen. In der modernen Zahnarztpraxis gibt es seit einigen Jahren eine neue Lösung, die digitale Abformung. Der Zahnarzt kann mit einem speziellen Handstück im Scan-Verfahren die Situation im Mund dar­stellen. Der Datensatz wird an den Zahntechniker weitergegeben. Nun kann der Zahnersatz gefertigt werden. Die Weiterverarbeitung der digitalen Abformungen kann im zahntechnischen Labor mit klassischen Handwerkstechniken oder im CAD/CAM-Verfahren für Zahnersatz durchgeführt werden. Hat man in der Vergangenheit die Abformung analog nach §6 Abs. 2 berechnet, steht seit dem 1. Januar 2012 die neue Gebührenziffer GOZ 0065 zur Verfügung. GOZ 0065 „Optisch-elektronische Abformung einschließlich vorbereitender Maßnahmen, einfache digitale Bissregistrierung und Archivierung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich“.

Leistungsinhalte sind:
– Maßnahmen zur Vorbereitung ­(Haftvermittler, Kontrastmittel)
– Optisch-elektronische Abformung
– Digitale, einfache Bissregistrierung
– Archivierung der Daten

Die Leistung wird je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich berechnet und kann gegebenenfalls bis zu viermal je Sitzung anfallen. Materialkosten gemäß den allgemeinen Bestimmungen sind berechnungsfähig. Zahntechnische Leistungen werden nach §9 GOZ zusätzlich angesetzt. Die elektronische Auswertung zur Diagnose und Planung kann nach §6 Abs. 1 analog berechnet werden. Neben der optisch-elektronischen Abformung kann die konventionelle Abformung (GOZ 0050, 0060 und 5170) in derselben Sitzung für dasselbe Behandlungsgebiet nicht berechnet werden. Die Bewertung der GOZ 0065 liegt bei lediglich 10,35 EUR im 2,3-fachen Satz. Diese Berechnung ist gegenüber der analogen Berechnung vor dem 1. Januar 2012 viel zu niedrig angesetzt. Zahnärzte, die mit ihren Patienten keine zusätzliche Honorarvereinbarung treffen, zahlen somit ordentlich drauf.

Fazit

Die optisch-elektronische Abformung im Scan-Verfahren wird sich über kurz oder lang durchsetzen. Sie bietet für den Patienten den Vorteil der schmerzfreien, ­hygienischen Abdrucknahme. Auch bietet das  Scan-Verfahren speziell für Patienten mit starkem Würgereiz einen deutlichen Gewinn an Behandlungskomfort. Zusätzlich treten weniger Fehlerquellen durch den Wegfall einzelner Arbeitsschritte, wie zum Beispiel Auswahl des Abformlöffels, Anmischen der Abformmasse, Desinfektion und letztendlich die Modellherstellung, auf. Auch Ungenauigkeiten wie bei herkömmlichen Gipsmodellen treten nicht auf. Fehlerquellen werden somit erheblich minimiert und der Aufwand bei der Herstellung von Zahnersatz reduziert. Um die Wirtschaftlichkeit der Praxis zu sichern, ist eine Honorarvereinbarung zwingend notwendig. Wir empfehlen Ihnen eine Honorarvereinbarung nach §2 Abs. 1 und 2 mit dem Patienten zu treffen.

Ein Formular zur Honorarvereinbarung finden Sie auf unserer Homepage unter: www.buedingen-dent.de/praxis-labor/formulare

Foto: © Shutterstock.com
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