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Businessnews 13.09.2019

Kernkompetenz Endodontie im Fokus

Kernkompetenz Endodontie im Fokus

Markus Borgschulte ist seit 2005 bei der VDW GmbH als Experte und Manager im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Als Director R&D ist er für die Vorentwicklung, das Ideen- und Patentmanagement verantwortlich. Unter seiner Führung wurden u. a. die Produkte RECIPROC® und RECIPROC® blue, VDW.GOLD® RECIPROC®, VDW.CONNECT Drive® und EDDY® entwickelt und eingeführt. Im Interview mit dem Endodontie Journal spricht er über die Entwicklung von VDW zu einem der Marktführer der Endodontie sowie über die Herstellung innovativer Produkte für diesen Bereich.

VDW ist weltweit einer der wenigen Anbieter, die sich rein auf die Endodontie fokussieren. Wie kam es zu dieser Spezialisierung und warum hat VDW nie versucht, das Portfolio auf andere Bereiche der Zahnmedizin zu erweitern?

Heute ist VDW nur als Spezialist für die Endodontie bekannt, dabei haben wir unseren Ursprung in der Uhrenindustrie. C.W. Zipperer hat 1869 in München eine Firma gegründet und begonnen, feinmechanische Teile für die Uhrenindustrie zu entwickeln. Da seine feinmechanischen Fähigkeiten auch in der Zahnmedizin gefragt waren, hat er dann sehr schnell sein Spektrum erweitert und Instrumente für Wurzelkanalbehandlungen entwickelt. Das war der Anfang der Spezialisierung von VDW auf die Endodontie. Und warum nur dieser Bereich? Wir sind der Auffassung, dass man nicht in allem der Beste sein kann. Um den besonderen Anforderungen der Endodontie gerecht zu werden, muss man beständig forschen und entwickeln. Daher hat sich VDW auf diesen einen Bereich spezialisiert, auf seine Kernkompetenzen fokussiert und ist davon auch nie abgerückt.

Welche (technischen) Merkmale/Funktionalitäten sind entscheidend, damit ein Endodontieprodukt den Anspruch „Endo Easy Effi cient“ erfüllt?

Bei VDW entwickeln wir ganz spezielle Produkte für die Endodontie. Unser Ziel ist nicht, um es mal bildlich zu formulieren, die berühmte „eierlegende Wollmilchsau“ mit möglichst vielen Funktionen. Wir spezialisieren uns auf Produkte gemäß dem Grundsatz: „Weniger ist mehr“, aber das „Wenige“ ist erstklassig. Bei dem Anspruch „Endo Easy Efficient“ geht es um Effizienz, Effektivität, Zufriedenheit, Sicherheit und die Gebrauchstauglichkeit eines Produkts. Das Gerät soll in jeder Anwendung, auch unter Stress, sicher und einwandfrei funktionieren. Es soll für unsere Kunden in der Endodontie das Beste und auch mit den anderen Produkten abgestimmt sein. Dies testen wir in Anwenderstudien immer wieder und verbessern die Gebrauchstauglichkeit, bis sie unseren Anforderungen entspricht.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Rückmeldungen Ihrer Kunden im Hinblick auf die Produktentwicklung?

Kundenrückmeldungen sind der Schlüssel für die Produktentwicklung, um die Anforderungen und den Bedarf zu ermitteln. Bei VDW gibt es spezielle Prozesse, wie wir mit Kundenrückmeldungen umgehen. Dabei geht es sowohl um Ideen vom einzelnen Zahnarzt als auch um Reklamationen, Marktentwicklungen, Normierungen, Gesetze und Ähnliches. Dies alles wird gesammelt, ausgewertet, regelmäßig besprochen und fließt insbesondere bei der Produktentwicklungsstrategie als auch bei jeder Entwicklung zu Beginn ein. Diese dauert zwei bis drei Jahre und verläuft in verschiedenen Phasen von der Anforderungsdefinition, Spezifizierung, den Prototypen- und Produkttests bis zur Auslieferung. Pro Phase arbeiten wir mit bis zu 30 Schlüsselkunden zusammen, um u. a. die Gebrauchstauglichkeit zu überprüfen. Dabei berücksichtigen wir natürlich die jeweiligen speziellen Anforderungen unserer Märkte und arbeiten gezielt mit Meinungsbildnern zusammen.

Wie schafft man es, die richtigen Produkte zu entwickeln?

Es ist ganz entscheidend, die Märkte zu beobachten, Rückmeldungen unserer Kunden einzuholen und in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Dazu gehören auch regulatorische Anforderungen. Das ist der eine wichtige Teil, der die Produktentwicklung triggert. Hinzu kommt aber auch der Blick in die Zukunft: Wo gehen Technologiestandards hin, welche Trends gibt es? Welche Strategie zeigt langfristige Wachstumschancen auf? Nickel-Titan, heute Standard in der Wurzelkanalaufbereitung, ist so ein Beispiel. Das müssen wir natürlich in der Produktentwicklung frühzeitig berücksichtigen.

Welche technischen Weiterentwicklungen erwarten Sie in den kommenden fünf Jahren im Endodontiebereich?

Fünf Jahre sind bei fundamentalen Weiterentwicklungen ein bisschen kurz gedacht. Absehbar ist die kontinuierliche Verbesserung, sogenannte inkrementelle Innovationen, z. B. von Design, Materialien und Technologien. Beispielsweise gibt es im Bereich der Füllungen neue Produkte, Verbesserung der NiTi-Eigenschaften durch spezielle Wärmebehandlungen oder die Anzahl der benötigten Feilen geht zurück. Ein entscheidender Faktor, der die Produktentwicklung treibt, ist auch die Digitalisierung. Die Produkte müssen immer besser aufeinander abgestimmt sein und werden intelligent. Wie beim Staffellauf ist es entscheidend für den Erfolg, dass die Einzelkomponenten – in diesem Fall die Produkte – optimal miteinander funktionieren. Wir müssen Lösungen finden, die den gesamten Workflow berücksichtigen. Schließlich wird die Endodontie in Zukunft noch minimalinvasiver werden. Hier gilt es, Konzepte zu entwickeln, mit deren Hilfe möglichst viel Zahnstruktur erhalten bleibt, um die Langlebigkeit des Zahns zu sichern.

Wie werden sich diese auf das Endo-System und VDW auswirken?

Wir sind sicher, dass die neuen Produkte noch besser sind und weiter dazu beitragen, mit dem VDW Endo-System die Endodontie noch sicherer und leichter erlernbar zu machen. Dadurch sollen und werden mehr und mehr Zahnärzte Wurzelkanalbehandlungen durchführen. Das führt bei den Patienten dazu, dass mehr Zähne erhalten werden können, weil weniger extrahiert werden und die Erfolgsquote bei endodontischen Behandlungen weiter steigt.

Herr Borgschulte, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: VDW

Foto: VDW

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