Marketing 16.03.2021

Onlinepräsenzen: Corona lässt Webseiten rasch altern

Bernhard Kuntz
Bernhard Kuntz
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Onlinepräsenzen: Corona lässt Webseiten rasch altern

Foto: leremy – stock.adobe.com

„Ich muss meine Webseite überarbeiten. Können Sie mich dabei unterstützen …?“ – Solche Anrufe erhielten wir im zurückliegenden Jahr gehäuft von Trainern und Beratern, Speakern und Coaches – ausgelöst durch Corona. Dabei wandelten sich im Verlauf der Pandemie die Anliegen der Anrufer – unabhängig davon, ob es sich bei ihnen um Einzelkämpfer im Markt oder größere Beratungsunternehmen handelte.

Phase 1 – Hoffnung: „Wir müssen auf unserer Webseite nur rasch einige Onlineangebote platzieren.“

So war zum Beispiel in den Monaten nach dem ersten Lockdown im März 2020, als das Geschäft vieler Berater sozusagen über Nacht, weil keine persönlichen Treffen mehr möglich waren, völlig am Boden lag, das Hauptanliegen der Anrufer: „Wir müssen auf unserer Webseite so schnell wie möglich die Botschaft platzieren, dass wir auch Onlineberatungen,-trainings und -coachings durchführen.“

Also bestand unser Hauptjob im Onlinemarketing-Bereich in dieser Zeit, denn auch darin,

  • unter den bestehenden Beratungs-, Trainings- und Coaching-Angeboten auf den Webseiten der Berater zum Beispiel den Hinweis zu platzieren „Wir bieten unsere Leistungen auch online an“ und
  • in die bestehenden Webseiten mit heißer Nadel gestrickte neue digitale Angebote, beispielsweise zu solchen Themen, wie „Die Krise als Chance“ oder „Mitarbeiter im Homeoffice führen“ zu integrieren – obwohl die Berater sich nicht selten gerade erst die hierfür nötige Technik angeschafft und noch keine praktische Erfahrung mit dem Online-trainieren und -beraten gesammelt hatten.

In dieser Zeit hegten viele Trainer und Berater sowie Speaker und Coaches zumindest insgeheim noch die Hoffnung, „der Spuk Corona ist bald vorüber und wir können wieder wie gewohnt arbeiten“. Entsprechend punktuell bzw. „kosmetisch“ waren ihre Veränderungsinitiativen.

Phase 2 - Erkenntnis: „Unser gesamter Online- bzw. Marktauftritt braucht ein Facelifting.“

Diese Hoffnung schwand jedoch zunehmend im Herbst 2020, und vielen Beratern wurde zunehmend klar: Die durch Corona ausgelösten Veränderungen in der Wirtschaft und somit auch im Trainings- und Beratungsmarkt sind nachhaltiger und tiefgreifender als von uns zunächst angenommen.

Deshalb wurde vielen Beratern auch zunehmend bewusst: „Die Texte, zum Beispiel auf unserer Webseite, entsprechen grundsätzlich nicht mehr den veränderten Rahmenbedingungen in der Wirtschaft. Auch die Bildsprache auf ihnen entspricht nicht mehr dem Geist der Zeit. So sollte man, wenn wir zum Beispiel auf unserer Webseite schreiben, dass wir unsere Leistungen auch online erbringen, dort auch zwei, drei Fotos finden, die uns mit einem Headset auf dem Kopf beim Onlinetrainieren oder -kommunizieren vor einem Monitor zeigen.

Also erhielten wir verstärkt Aufträge,

  • die Texte auf den Webseiten von Beratern grundsätzlich zu überarbeiten und
  • in diese Fotos zu integrieren, die einen Bezug zum Thema Onlineberatung und -training sowie Onlinekommunikation und virtuelle Zusammenarbeit aufweisen.

Phase 3 – Bewusstsein: „Unser Markt hat sich dauerhaft substanziell verändert.“

Solche Aufträge spielen auch heute noch bei unserer Arbeit eine große Rolle. Seit ungefähr drei, vier Monaten haben die Aufträge jedoch einen weiteren Schwerpunkt, denn vielen Beratern, Trainern und Coaches wird zunehmend bewusst: Weil sich der Bedarf unserer Zielkunden Corona-bedingt verändert hat, suchen diese im Netz auch mit anderen Begriffen nach potenziellen Unterstützern. Folglich sollten wir unsere Webseiten auch auf die neuen Suchbegriffe optimieren.“

Also lautet unser Job nun zunehmend, bereits vorhandene Webseiten sowie deren Quelltexte so umzugestalten bzw. umzuformulieren, dass man diese auch gut findet, wenn man bei Google solche Begriffe wie Onlineberatung, -training, -seminar, -ausbildung oder -vortrag eingibt; ebenso bei solchen Wortkombis wie

  • „hybrides Projektmanagement“ und „hybrides Lernen“ oder
  •  „Blended Learning“ oder „digitales Lernen“ oder
  •  „virtuelles führen“ oder „virtuelle Zusammenarbeit“ oder
  • „Mitarbeiter im Homeoffice …“ oder „… auf Distanz führen“.

Zudem wollen immer mehr Berater, dass man ihre Webseite auch unter solchen Begriffen wie „New Work“ und „New normal“ gut findet. Also möchten sie, dass die Texte auf ihren Webseiten und in deren Quelltexten entsprechend umformuliert werden.

Neue Kundenbedürfnisse artikulieren sich auch in einer neuen Sprache

Generell gilt: Infolge der Corona-Pandemie hat sich auch die im Trainings-, Beratungs- und Coachingmarkt genutzte Sprache bzw. Begrifflichkeit verändert. Neue Begriffe wie „remote“ und „Homeoffice“ tauchten auf und bestehende wie zum Beispiel „Online-Lernen“ oder „Blended Learning“ gewannen stark an Bedeutung. Diese Begriffe sollten Berater nicht nur in ihren Mails und Werbeschreiben verwenden, sondern sie sollten auch ihre Webseiten hierauf optimieren. Das ist leider so manchem noch nicht bewusst. 

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