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Personalmanagement 05.12.2017

Mitarbeitermotivation – das Unternehmer-Perpetuum-mobile

Mitarbeitermotivation – das Unternehmer-Perpetuum-mobile

Bei Wikipedia ist wie folgt geschrieben: „Ein Perpetuum mobile (lat.: ‚sich ständig Bewegendes‘) ist ein hypothetisches Gerät, das – einmal in Gang gesetzt – ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleibt und dabei – je nach zugrunde gelegter Definition – möglicherweise auch noch Arbeit verrichtet.“ Sie brauchen also nur einmal im Berufsleben zu dem jeweiligen Angestellten zu sagen, er solle von jetzt an bis zum Ausscheiden alle Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit erledigen, alles ohne Nörgeln, ohne Murren ertragen, nie nach Gehaltserhöhungen fragen und zusätzliche Überstunden liebend erledigen.

Und nun geht man in den Alltag und sieht den realen Arbeitsablauf mit all seinen Facetten, und siehe da, nichts von dem, was wir wünschen, ist vorhanden. Ihre Aufgabe ist es, jeden Tag all Ihre „Schäfchen“ bei Laune zu halten und alle Animositäten und Aversionen zu pulverisieren und die Lust auf Leistungsbereitschaft zu aktivieren. Ein Weg dahin ist, Menschen zu motivieren, ihnen gut zuzusprechen und für Gelungenes zu loben. „Nicht geschimpft ist gelobt genug“, wie die Franken es meinen, ist hierbei nicht angebracht. Ihre Aufgabe ist es, Menschen für ihre Leistung und ihren Einsatz mit Worten zu loben. Und zwar mit Worten, die aus Ihrem Mund kommen. Worte, die nicht von Dritten übermittelt werden, sondern im Gespräch unter vier Augen direkt vom Sender zum Empfänger gelangen, sind hierbei zu empfehlen. Aufgabe ist es, alles aus dem Weg zu räumen, was Menschen hindert, Großes zu tun.

Meister der Motivation

Nur der Chef kann seine Mitarbeiter befähigen, über sich hinauszuwachsen. Es ist nur eine Frage, wie man die Werkzeuge zum Motivieren einsetzt. Dafür gibt es zwei Arten: Zum einen für Dinge, die schon passiert sind, und zum anderen für Ereignisse, die noch folgen. Motivieren für die Zukunft funktioniert durch Zuspruch, da gibt es einen verblüffenden Ansatz: Wenn ein Mensch größer gesehen wird als er ist, dann wird er in die Rolle hineinwachsen. Zuversicht und ein verbaler Zuspruch lässt Menschen zusätzlich über sich hinauswachsen. Der Mitarbeiter wird mit Zuversicht handeln und damit Unsicherheit und Unvermögen ablegen. Er wird Dinge und Prozesse angreifen, die er sich zuvor nie getraut hätte, und nur deshalb, weil ein anderer der Überzeugung ist, dass er der Richtige ist. Die Sicherheit Ihrer Stimme sorgt dafür, dass dieser Mitarbeiter mit einer inneren Gelassenheit etwas Neues anfängt und es sich zutraut. Oder Sie haben die Wahl, einem Mitarbeiter mitzuteilen, dass er aus Mangel an Alternativen jetzt diese Arbeit notgedrungen zu erledigen hat. Das heißt, die Unsicherheit, die Sie dem Mitarbeiter gegenüber ausstrahlen, sorgt dafür, dass sich die Wahrscheinlichkeit des Nichtgelingens potenziert, also gegen Null tendiert. Meine Bitte an Sie, werden Sie ein Meister der Motivation! Lernen Sie, Menschen die Furcht vor Neuem zu nehmen, Zuspruch empathisch zu verteilen und zweifelsfreie Kommunikation zu betreiben. Für Dinge, die schon passiert sind, ist eine Bestätigung, ein Lob das Beste, was einem Menschen passieren kann. Lob bedeutet: „Leben ohne Barrieren“. Kein Mensch auf dieser Welt kann sich gegen ein ehrliches Lob wehren. Ein wahres Lob, das zielgerichtet trifft, ist die beste Waffe eines schlauen Menschen. Es ist das Instrument, das Menschen schnell zu Verbündeten macht. Da Sie die Schale eines Menschen geöffnet haben, können Wünsche, Hilfen und Anregungen direkt mit 100-prozentiger Aufmerksamkeit übertragen werden.

Stressfrei durch den Büroalltag

Nichts macht mehr Freude, als zu erleben, wie Mitarbeiter durch Lob und Zuspruch motiviert werden und sich sicher zu neuen Zielen aufmachen. Das Schöne dabei ist, dass sie diese auch sicher und stressfrei erreichen. Es obliegt Ihnen, in welchem Stress Ihre Mitarbeiter sich befinden. Dis- oder Eustress sind entscheidend für das Wohlbefinden eines Menschen. Disstress (dis lat. Vorsilbe für schlecht) ist die Belastung, die „gefühlt“ von außen kommt und die eigene Leistungsfähigkeit überschreitet. „Ich schaffe das nicht, die Zeit ist zu kurz, die Menge zu viel oder das Können nicht vorhanden ist.“ Nachweislich führt zu viel Disstress zu Krankheiten wie Burn-out oder Ähnlichem. Eustress (eu lat. Vorsilbe für gut) hingegen sind Belastungen, die Menschen zu Höchstleistungen treiben. Entscheidend ist nicht, wie groß der Stress ist, sondern die Gefühle dabei. Menschen erzählen häufig, wenn es für sie auf ein Großereignis zugeht, wie zum Beispiel eine Hochzeit oder Familienfest, wie sie in weniger Zeit viele Dinge geregelt bekommen. Ihnen ist die Belastung gar nicht bewusst, weil sie sich auf das Ziel, den Termin oder das Ereignis freuen, ohne das Gefühl zu bekommen, überlastet zu sein. Jetzt können Sie nicht jede Woche eine Firmenfeier ausrufen, um Menschen zu motivieren, doch sorgen Sie dafür, dass das Gleichgewicht von Fordern und Zusprechen immer gegeben ist. Eine gute Führungskraft erkennt man an der geringeren Anzahl von Gehaltsänderungswünschen seiner Mitarbeiter. Wer gut loben kann, hat weniger fordernde Angestellte. Ehrliche Anerkennungen für Ihre Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Team Hürden meistert, die Sie ihnen nie zugetraut hätten. Denn: Das Wort Team ist eine Abkürzung für T(rau) e(inem) a(nderen) M(enschen). Das bedeutet für die Führung, je mehr ich anderen zutraue, umso besser ist das Team.

Ich wünsche Ihnen, bei all Ihrer Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern, nie die Motivation zu vergessen, Vergangenes zu loben und Zukünftiges durch guten Zuspruch anzuspornen. Ihre Überzeugung für ein gutes Ende, die Sie motivierend kommunizieren, ist der Garant für eine glückliche Zukunft. Gerne zeige ich Ihnen ein paar Wege auf, wie Sie Ihre Mitarbeiter effizient nach vorn bringen. Der erste Tipp ist: Haken Sie bewusst auf einer Liste all die Mitarbeiter ab, die Sie in dieser Woche schon gelobt haben. Ich wünsche Ihnen viel Arbeitsspaß bei Ihrem Unternehmer-Perpetuum-mobile. Denken Sie immer daran: Am Ende wird alles gut! Und ist noch nicht alles gut, sind wir noch nicht am Ende.

Dieser Beitrag ist in der ZT Zahntechnik Zeitung 12/17 erschienen.

Foto: retrorocket - shutterstock.com
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