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Qualitätsmanagement 25.01.2018

QM: Notfallmanagement in der Zahnarztpraxis

QM: Notfallmanagement in der Zahnarztpraxis

Das Notfallmanagement ist ein zentraler Baustein eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements. So fordert auch die neue sektorübergreifende Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses von den Zahnarztpraxen ein funktionierendes und weiterzuentwickelndes Notfallmanagement. Doch worauf kommt es in der Praxisorganisation genau an? Der vorliegende Beitrag beleuchtet die wichtigsten Aspekte eines einfachen und zugleich effektiven Notfallmanagements.

Für den Praxisaushang müssen Notfallpläne zu den Themen „Brand“ und „Unfall“ entwickelt werden. Vorlagen hierzu sind im Internet erhältlich. Inhaltlich müssen im Team ein „Brandschutz- und Ersthelfer“ benannt werden. In einigen Bundesländern müssen diese „Helfer“ eine fachliche Fortbildung absolvieren, um hier die notwendigen Kenntnisse zu erlangen. Für den Notfallplan „Unfälle“ müssen neben der Rufnummer 112 auch die Rufnummer des zuständigen Durchgangsarztes (für Stich- und Schnittverletzungen an kontaminierten Instrumenten) und der Betriebsarzt der Praxis eingetragen werden. Die beiden Notfallpläne gehören in den Aushang der Praxis und müssen jährlich auf Aktualität überprüft werden. Wichtig ist auch das Führen eines Verbandbuches, in dem alle (kleinen) Unfälle, die sich in der Praxis mit den Mitarbeitern ereignet haben, erfasst werden müssen. Verbandbücher erhält jede Praxis kostenlos bei der BGW in Hamburg.

Wie viele Feuerlöscher müssen in der Praxis vorhanden sein?

Für einen adäquaten Brandschutz sind neben dem oben genannten Aushang ausreichend Feuerlöscher vorzuhalten. Die Anzahl der notwendigen Feuerlöscher für eine Zahnarztpraxis ergeben sich aus der Ermittlung der Brandgefährdung für „Verwaltung und Dienstleistung“. Hier liegt die Brandgefährdung für Arzt- und Zahnarztpraxen bei „gering“. Da die Berechnung der notwendigen Feuerlöscher von der Größe und der Anzahl an Etagen einer Praxis abhängt, kann hier keine generelle Angabe veröffentlicht werden. Die Lösung für eine Praxis in der genauen Berechnung liegt hier auch im Internet. Hier gibt es kleine Programme zur exakten Berechnung der benötigten Löschmitteleinheiten.

Welche notfallmedizinische Ausstattung sollte vorhanden sein?

Die Landeszahnärztekammern teilen ihren Mitgliedern hierzu unterschiedliche Empfehlungen mit. So vertreten zum Beispiel die Zahnärztekammern Nordrhein, Berlin und Sachsen-Anhalt hier einen klaren Standpunkt: Als obligatorische Ausstattung verweisen sie auf den Verbandkasten nach DIN 13157, der laut DGUV-Vorschrift 1 für Praxen vorgeschrieben ist. Individuelle Risikoprofile der eigenen Praxis sollten jedoch bei der Wahl der Ausstattung berücksichtigt werden.

Einige Kammern raten zu weiteren Ergänzungen des oben genannten Verbandkastens. Ein gut sortierter Notfallrucksack, mit einigen Hilfsmitteln wie Beatmungsbeutel und Sauerstoff etc., unterstütztdie praktischen Fähigkeiten des Arztes hervorragend (siehe Box). Des Weiteren ist ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator) absolut empfehlenswert.

Leider gibt es keine gesetzlichen Vorgaben über die Notwendigkeit eines Notfallkoffers für eine Zahnarztpraxis. Die gesamte Ausrüstung, unabhängig davon, welchen Umfang sie letzten Endes auch hat, sollte regelmäßigen Kontrollen unterzogen werden, am besten einmal pro Monat. Ist alles vorhanden, was vorhanden sein sollte? Ist es einsatzbereit? Kennt jeder in der Praxis den Sinn und Zweck bzw. die Funktionsweise oder Darreichungsform?

Jährliche Fortbildungen

Im Rahmen des Qualitätsmanagements muss das notfallmedizinische Wissen einmal jährlich aufgefrischt werden. Denn laut dem European Resuscitation Council geraten die erworbenen Kenntnisse bereits nach drei Monaten langsam in Vergessenheit. Mit einer jährlichen Auffrischung erlangt die Praxis die nötige Handlungssicherheit. Zusätzlich dazu müssen die benannten Ersthelfer, laut Berufsgenossenschaft, alle zwei Jahre an einen Auffrischungskurs teilnehmen.

Welche Möglichkeiten zur Fortbildung gibt es?

Es ist sinnvoll, diese Akutsituation innerhalb der Praxis zu trainieren. Durch diese Simulationen erlangt das Team die notwendige Kompetenz und Handlungssicherheit und sorgt zugleich für eine gesteigerte Patientensicherheit. Hier steht den Praxen ein interessantes Kurskonzept zur Verfügung. Beginnend mit einem ca. dreistündigen Basiskurs, wird das Praxisteam dann jährlich durch die Refresher-Kurse fortgebildet. Der Dozent kommt hierfür in die eigenen Praxisräumlichkeiten. So ist es möglich, den Notfall mit dem eigenen Team, der eigenen Ausstattung und in den bekannten, eigenen Räumlichkeiten zu trainieren.

Der Beitrag ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 12/2017 erschienen.

Foto: Jaromir Chalabala – shutterstock.com
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