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Statements 08.12.2015

Risikofaktoren für die Mundgesundheit

Risikofaktoren für die Mundgesundheit

Die stetige Zunahme des Anteils älterer Patienten in der zahnärztlichen Praxis stellt eine Herausforderung an die Prävention und Therapie von Karies und Parodontitis dar. Aufseiten des Zahnarztes sind verstärkt allgemeinmedizinische Grundkenntnisse und das Verständnis für mögliche Auswirkungen allgemeiner gesundheitlicher Probleme auf die Mundgesundheit erforderlich.

Dabei müssen insbesondere allgemeinmedizinische Erkrankungen und deren begleitende Medikamenteneinnahme berücksichtigt werden, was unter Umständen eine Anpassung der Behandlung erfordert. Entsprechend muss der Zahnarzt über Krankheiten bzw. den allgemeinmedizinischen Zustand seiner Patienten informiert sein, wie dem Vorliegen einer oder auch mehrerer Allgemeinerkrankungen und der Medikamenteneinnahme. In diesem Zusammenhang gilt es, (frühzeitig) symptombezogene Zusammenhänge von Allgemeinerkrankungen sowie einer möglichen Medikamenteneinnahme auf Karies als auch Parodontitis zu erkennen bzw. medikamentenbedingte Komplikationen zu identifizieren, wie z.B. Gingivawucherungen und/oder Mundtrockenheit. Im Weiteren sind bei bekannter Medikamenteneinnahme mögliche Wechselwirkungen von verschiedenen Medikamenten zu berücksichtigen. Durch eine zielgerichtete Erkennung solcher individuellen Risikofaktoren kann die Anfälligkeit für Karies, insbesondere Wurzelkaries, Parodontitis und auch Candida-Infektionen langfristig minimiert werden. Darüber hinaus erreichen wir für die Patienten eine bessere Sicherheit in den zahnärztlichen Behandlungsabläufen und vermeiden negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Patienten. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung verschiedener Risikofaktoren auf die Mundgesundheitssituation wurde von der Europäischen Gesellschaft für Parodontologie (EFP) ein umfassendes (EFP-)„Manifesto“ verabschiedet. In dieser Erklärung wurden der Stellenwert der Zusammenhänge u.a. von Parodontitis und Allgemeingesundheit sowie die daraus folgenden Konsequenzen für die orale Gesundheitssituation umfassend zusammengetragen. Dies zeigt den besonderen Stellenwert einer gesamtheitlichen und individuellen Beurteilung des Patienten als die Basis für risikoorientierte (Behandlungs-)Konzepte in der zahnärztlichen Praxis. Für eine sichere Patientenversorgung von Therapie bis Prävention sind demnach zukünftig weiterführende Kenntnisse über Allgemeinerkrankungen und Medikamente mit deren Auswirkungen bzw. Folgen auf die Mundgesundheit im gesamten zahnärztlichen Team erforderlich.

Foto: © beeboys – Fotolia
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