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Endodontologie 21.04.2017

Wirtschaftlichkeit der modernen Endo-Behandlung

Wirtschaftlichkeit der modernen Endo-Behandlung

Das Teuerste in einer Praxis ist die Zeit des Behandlers. Alles was zu einer Entlastung und damit zu einem Zeitgewinn führt, ist aus wirtschaftlicher Sicht profitabel. Eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit kann im Kleinen bereits durch den Wechsel des Feilensystems erreicht werden.

Die endodontische Behandlung, insbesondere von mehrwurzeligen Zähnen, gehört zu den schwierigsten und oft zeitaufwendigsten Behandlungsmaßnahmen in einer Zahnarztpraxis. Die Frage der Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf den Zeitaufwand und die mögliche Vergütung endodontischer Maßnahmen wird oft kontrovers diskutiert. Viele Zahnärzte sind zurückhaltend mit der Integration moderner Aufbereitungssysteme in den Praxisalltag. Dabei ist unstrittig, dass der Einsatz hochflexibler Nickel-Titan-Instrumente zu einer deutlichen Verbesserung der Erfolgsquote beitragen kann. Die Behandlung wird beschleunigt1, die Beibehaltung des Kanalverlaufs und eine gute Formgebung vereinfachen zudem auch die spätere Obturation. Obwohl sich diese Systeme inzwischen bewährt haben und in vielen Praxen zum Standard gehören, scheuen noch viele klassische „Handaufbereiter“ diesen Schritt nach vorne. Der Einsatz von Handinstrumenten spielt in der modernen Endodontie nach wie vor natürlich eine wichtige Rolle, doch die vollständige manuelle Aufbereitung ist arbeits- und zeitintensiv. Dies wirft unvermeidlich die Frage der Wirtschaftlichkeit einer Behandlung auf.

Aufbereitungssysteme mit Nickel-Titan-Feilen sind im Vergleich zu den konventionellen Handinstrumenten kostenintensiver. Diese Mehrkosten rechnen sich 
aber oftmals, wenn eine Behandlung in kürzerer Zeit, bzw. in weniger Sitzungen, erfolgen kann. Zu vergessen ist dabei nicht, dass auch die konventionellen Instrumente Kosten für die Anschaffung, Aufbereitung und Lagerung verursachen. Ganz abgesehen davon, dass die Mehrfachverwendung von endodontischen Instrumenten im Hinblick auf die erhöhte Frakturgefahr sowie aus hygienischer Sicht kritisch zu sehen ist. Inzwischen existieren zudem Systeme, die es ermöglichen, mit wenigen Instrumenten – oder sogar mit nur einer Feile, wie z. B. RECIPROC – auch schwierigere Kanalanatomien sicher und effektiv zu meistern. Diese Systemvereinfachung erleichtert dem Zahnarzt den Einstieg 
in die maschinelle Aufbereitung und reduziert zudem die Materialkosten.

Die Mehrkosten für Wurzelkanalinstrumente können dem Patienten nur in Rechnung gestellt werden, wenn die gesamte endodontische Behandlung privat abgerechnet wird. Sind daher maschinelle Aufbereitungssysteme zu teuer und damit zu unwirtschaftlich für eine endodontische Behandlung mit einer nur geringen oder sogar keiner Zuzahlung? Die effizienteren Behandlungsabläufe bei der maschinellen Wurzelkanalaufbereitung reduzieren die Behandlungszeit und damit die Kosten. Nicht zu vergessen ist, dass nach jeder Wurzelkanalbehandlung eine postendodontische Versorgung erfolgen muss. Eine Zuzahlung in der Endodontie bei der Behandlung zu Konditionen der gesetzlichen Krankenkassen ist nur in geringem Umfang möglich (z. B. Einsatz von Endometrie und Ultraschall). Bei der dentinadhäsiven Füllungstherapie sowie bei laborgefertigten Restaurationen existieren aber zusätzliche Möglichkeiten, sich die erbrachte hochwertige endo-konservierende bzw. endo-
prothetische Gesamtversorgung ausreichend wirtschaftlich vergüten zu lassen.

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Foto: Brian Jackson – fotolia.com
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