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Zahntechnik 01.11.2013

Materialoptimierung für stressfreie Abformungen

Materialoptimierung für stressfreie Abformungen

In der Zahnheilkunde werden additionsvernetzende Silikone zur Abformung der intraoralen Situation schon seit 40 Jahren eingesetzt. Eine kontinuierliche Verbesserung der Materialeigenschaften führte, vor allem in den letzten Jahren, zu einer steten Steigerung der Präzision.

Einer der führenden Anbieter für konventionelle und digitale Abformlösungen, 3M ESPE, hat mit Imprint 4 ein neues Vinyl Polysiloxan Abformmaterial eingeführt. Vor allem in zwei Haupteigenschaften entspricht dieses den Bedürfnissen der Anwender in besonderer Weise: Zum einen verfolgt es den „schnellsten Weg zur stressfreien Abformung“. Dieser wird durch die intraorale Erwärmung des Abformmaterials auf die Körpertemperatur von 37 °C geebnet, die durch eine chemische Reaktion ausgelöst wird und zu einer wesentlichen Beschleunigung des Abbindevorgangs im Mund führt. Die aktive Selbsterwärmung wird erst durch die im Vergleich zur Umgebung erhöhte intraorale Temperatur ausgelöst, sodass eine besonders kurze Mundverweildauer von 75 Sekunden möglich ist, ohne Veränderung der gewohnten, ausreichend langen Verarbeitungszeit.

Zum anderen kommt zur Verbesserung der Hydrophilie im nichtabgebundenen Zustand ein neuer „Hydrophilieverstärker“ zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein modifiziertes Polyalkylenoxid, das in Kombination mit einem bewährten Tensid Verwendung findet. Dass die erreichten Optimierungen des neuen Materials im täglichen Arbeitsablauf einer Praxis effektiv und nachhaltig wirken, verdeutlicht das folgende Fallbeispiel.

Fallbeispiel

Bei dem 45-jährigen Patienten besteht an Zahn 46 eine insuffiziente Amalgamfüllung, die auch die linguale Wand in erheblichem Umfang erfasst (Abb. 1). Nach entsprechender Aufklärung des Patienten über die verschiedenen Therapiealternativen wird die prothetische Versorgung mit einer vollkeramischen Krone durchgeführt.

 

 

Provisorische Krone

Für die Erstellung der provisorischen Krone wird ein Teilabdruck der unteren rechten Kieferhälfte genommen (Abb. 2). Die Verwendung von Imprint 4 Penta Super Quick Heavy und Super Quick Light in der Sandwichtechnik erlaubt in nur 75 Sekunden die Erstellung einer Formvorlage für die provisorische Krone, die im Gegensatz zu Alginat für mehrere Wochen lagerstabil ist und bei Bedarf auch nach der eigentlichen Präparationssitzung nochmals benutzt werden kann. Für den Stumpfaufbau werden Filtek Supreme XTE Universal Composite und Scotchbond Universal Adhäsiv in der Self-Etch-Technik verwendet. Das Provisorium wird aus Protemp 4 erstellt (Abb. 3).

Präzisionsabformung

Für die Präzisionsabformung wird die gleiche Materialkombination gewählt wie für die Situationsabformung. Dafür lässt sich Imprint 4 Super Quick Heavy Abformmaterial schnell und homogen mithilfe des Pentamix 3 Mischgerätes in den Abformlöffel füllen (Abb. 4), wo bei die Mischkanüle immer in der Paste eingetaucht bleibt. Hierdurch werden Lufteinschlüsse vermieden. Der Pfefferminzgeschmack des A-Silikons ist für den Patienten angenehm. Entscheidend für einen maximalen Patientenkomfort ist jedoch die besonders kurze Mundverweildauer von 75 Sekunden bei unverändert ausreichender extraoraler Verarbeitungszeit. Die leicht zu entnehmende, in Korrekturtechnik hergestellte Erstabformung zeigt die feine Strukturwiedergabe des Penta-Löffelmaterials (Abb. 5) und wird in gewohnter Weise im Bereich von Unterschnitten und Interdentalsepten ausgeschnitten. Um das Sulkus-Management einfach und gewebeschonend zu gestalten, wird Adstringierende Retraktionspaste (3M ESPE) in der innovativen Kapsel appliziert. Die feine Kapselspitze öffnet den Sulkus (Abb. 6) und erreicht vestibuläre wie approximale Bereiche gut. Die Paste wird nach mindestens zwei Minuten Wirkdauer mit einem Luft-Wasser-Gemisch und einer Absaugung vollständig entfernt. Das Garant Umspritzmaterial Imprint 4 Super Quick Light benötigt die gleiche, ultrakurze Mundverweildauer von 75 Sekunden wie das zuvor verwendete Löffelmaterial. Das Korrektursilikon wird aus der 50-ml-Kartusche mithilfe des Garant Dispensers in die Vorabformung eingebracht. Die intraorale Applikation wird durch die grüne Intraoral Syringe Einwegspritze für Silikone von 3M ESPE vereinfacht. Die Befüllung der hygienischen Einwegspritze erfolgt wieder bei ausreichender Verarbeitungszeit mit dem Garant Handdispenser. Unmittelbar vor der Applikation wird die Spitze der grazilen Mischkanüle aufgeklappt, sodass das Imprint Umspritzmaterial auch im hinteren Mundraum in den sauberen und trockenen Sulkus eingebracht werden kann (Abb. 7). Der entnommene Abdruck überzeugt in seiner Gesamtheit, die hoch präzise Darstellung der Präparationsgrenzen dokumentiert das optimale Anfließverhalten von Imprint 4 im Mund (Abb. 8).1 Dabei zeigt das erstellte Arbeitsmodell die hohe Detailgenauigkeit des Materials (Abb. 9). Die aus monolithischem Zirkoniumoxid erstellte Versorgung (Abb. 10) kann ohne Korrekturen jeglicher Art und unter Verwendung von RelyX Unicem Selbstadhäsives Befestigungscomposite im Munde des Patienten eingesetzt werden (Abb. 11 und 12).

Fazit

Mit Imprint 4 ist die konventionelle Abformtechnik weiter optimiert wurden. Aufgrund der Eigenschaft der aktiven Selbsterwärmung ist eine extrem kurze Mundverweildauer möglich – und das ohne Veränderung der gewohnten Verarbeitungszeit. Dies führt zu einer spürbaren Zeitersparnis für Patient und Zahnarzt. Dank seiner ausgeprägten Hydrophilie überzeugt das neue Vinyl Polysiloxan mit der exakten Detailwiedergabe. Das A-Silikon Imprint 4 steht für ein Mehr an Präzision und ein Weniger an Stress auf dem schnellen Weg zur „analogen“ Abformung.

1 J.C. Farr, H. Hoffmann, A. Maurer, P. Osswald, E. Wanek: Shore Hardness increase of Tray Materials during setting. CED IADR 2012, #674.

Foto: © Autor
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