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Branchenmeldungen 24.09.2014

BDIZ EDI am Puls der Zeit

BDIZ EDI am Puls der Zeit

Wie breit das Spektrum der Arbeit des BDIZ EDI 25 Jahre nach dessen Gründung ist, war anlässlich des 18. Jahressymposiums „Implantology meets Oktoberfest“ zu erfahren. In München zeigte der Verband, wie er sich seit 1989 weiterentwickelt hat und nicht nur am Puls der Zeit bleibt, sondern für die Zahnarztpraxen in die Zukunft blickt. Topthemen: Umgang mit der Abrechnung vor der Einführung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften zur Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen am Freitag und die Zukunft der Zahnheilkunde unter Einbeziehung der Stammzellenforschung im wissenschaftlichen Programm am Samstag.

Während sich München für das 181. Oktoberfest rüstete und die Besucher zum Auftakt zur Theresienwiese strömten, öffnete das BDIZ EDI-Symposium im Sofitel Munich Bayerpost Zukunftsfenster in den Bereichen der Implantatbehandlung, der Zukunft der Zahnheilkunde und auf das wenig verheißungsvolle Morgen in Bezug auf die Finanzierung des Gesundheitswesens. Rechnung trug der BDIZ EDI auch dem ante portas stehenden Antikorruptionsgesetz im Gesundheitswesen.

Unter Leitung von BDIZ EDI-Präsident Christian Berger beschränkte sich das berufspolitische Programm nicht darauf, auf 25 Jahre Verbandsgeschichte zurückzublicken. Auch hier ging es um die Zukunft: der PKV, der GKV, dem Umgang mit der Materialabrechnung in der Zahnarztpraxis. Höhepunkt des berufspolitischen Programms war sicher der Vortrag von Staatsanwalt Markus Koppenleitner aus München, der über Fehler und „Optimierung“ bei der Abrechnung als Straftat referierte. Ein Eventualvorsatz liegt nach Aussage des Staatsanwalts auch dann vor, wenn die Praxis fehlerhaft mit einem Abrechnungsprogramm umgeht und bei den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen eine falsche Abrechnung erkannt wird. Generell gelte: mangelnde Kontrolle führe nicht zu einer Entlastung. Koppenleitner gab in seinem Vortrag allerdings auch zu, dass Ärzte/Zahnärzte bei der Strafverfolgung tendenziell tatsächlich „härter angefasst“ würden.

Zum inzwischen 22. Mal tagte der Europa-Ausschuss des BDIZ EDI. Die internationalen Teilnehmer treffen sich zwei Mal jährlich, um über gemeinsame Projekte auf europäischer Ebene zu diskutieren und gemeinsame Veranstaltungen zu koordinieren.

Bald nachwachsende Zähne wie beim Haifisch?

Spannender Auftakt des von BDIZ EDI-Vizepräsident Univ.-Prof. Dr. Dr. Joachim E. Zöller geleiteten wissenschaftlichen Programms am Samstag war die Frage, ob es angesichts der Fortschritte in der Stammzellenforschung Implantate in Zukunft überhaupt noch braucht. Basierend auf den mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Arbeiten von Prof. Shinya Yamanaka zur Reprogrammierung von adulten Körperzellen zu induziert pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) zeigte Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Hescheler, Direktor am Institut für Neurophysiologie der Universität Köln, die Fortschritte auf und ging auch auf neuere Ergebnisse  zum 3D-Drucken biologischer Gewebe ein. In der Diskussion bestätigte Hescheler, dass die Japaner auf der Basis von Stammzellen bereits Zähne gezüchtet haben. „Man weiß, wie der Zahn in der embryonalen Entwicklung entsteht. Der Trick dabei ist, dass man zwei Stammzellen, also eine ektodermale und eine mesodermale Stammzelle, zusammenbringen muss, dann wird ein Keim gebildet – und wenn man diesen Keim dann in den Kieferknochen einpflanzt, wächst ein Zahn!“. Die Frage nach der Dauer des Wachstums beantwortet der deutsche Stammzellenforscher mit ein halbes bis ein Jahr bis sich Zahn bzw. Zellsystem entwickeln.

Fazit seines Vortrags: „Trotz vieler, sehr Erfolg versprechender Befunde und zum Teil auch schon Proofs of Principles rechnen wir aber noch mit einem Zeitraum von bis zu 20 Jahren zur Translation dieser neuen Methoden in den klinischen Alltag der Zahnmedizin!“

Das Team in der Zahnarztpraxis

Das eintägige Programm für zahnmedizinische Assistenzberufe hatte Hygiene, OP-Vorbereitung und Sinn und Zweck des Qualitätsmanagements in der zahnärztlichen Praxis sowie den Umgang mit privaten Krankenversicherungen in den Mittelpunkt gestellt. Programmleiter Dr. Stefan Liepe gab anhand des GOZ-Kompendiums des BDIZ EDI Aufschluss, wie chirurgische Leistungen richtig abgerechnet werden und welche Zuschläge zu zahnärztlich-chirurgischen Leistungen abgerechnet werden können.

Für implantologische Einsteiger im Rahmen des iCAMPUS-Programms zeigte iCAMPUS-Projektleiter Dr. Dirk Duddeck, wie Implantieren sicherer wird: durch die Auswahl des richtigen Implantates, durch schablonengeführte Implantologie und durch das Messen der Implantatstabilität von der Insertion bis zur definitiven Versorgung.  

Fazit und Ausblick

Die BDIZ EDI-Präsidenten Christian Berger und Prof. Dr. Dr. Joachim Zöller zogen nach zwei Tagen ein positives Resümee der Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre BDIZ EDI - Implantologie 3.0 – heute, morgen, übermorgen. „Wir haben sicherlich die spannendsten Fragen für die Zahnarztpraxen im Allgemeinen und für die implantologische Praxis im Besonderen behandelt und versucht, Antworten zu geben – aktueller geht nicht!“

Nach „25 Jahre BDIZ EDI“ folgt die nächste Jubiläumsveranstaltung: Professor Zöller lud zum 10. Experten Symposium am 15. Februar in Köln ein. Thema: Entzündung am Implantat – schicksalhaft oder vermeidbar? Mehr dazu auf der Internetseite des BDIZ EDI unter www.bdizedi.org > Veranstaltungen.

Quelle: BDIZ EDI

Foto: © BDIZ EDI
Quo vadis, Implantologie?
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