Anzeige
Branchenmeldungen 04.02.2019

Sozialhilfeempfänger: Berner Zahnärzte verweigern Behandlung

Sozialhilfeempfänger: Berner Zahnärzte verweigern Behandlung

Im Kanton Bern wehren sich viele Zahnärzte gegen die herabgesetzten Tariflöhne für Patienten, die Sozialhilfe empfangen. Ein Krisentreffen zwischen der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) Bern und Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) soll eine Lösung erarbeiten.

Entfacht war der Tarifstreit, als zum Jahresbeginn der Berner Zahnärzteschaft die erst 2018 eingeführte Tarifanpassung wieder entzogen wurde. Erst hatte die SSO 2018 eine Tariferhöhung vorgenommen, weil nach Ansicht der Gesellschaft die, bis dato geltenden, Tarife aus dem Jahr 1994 die moderne Zahnmedizin nicht mehr adäquat abbildeten. Insbesondere im Bereich der Dentalhygiene war die Angleichung des Leistungskatalogs nötig, um die gestiegenen Kosten zu decken.

Das Problem: Zugleich soll im Kanton Bern die Sozialhilfe gekürzt worden sein, wie medinside.ch berichtet. Die entstandenen Mehrkosten für zahnmedizinische Behandlungen von Sozialhilfeempfängern seien daher schwer zu bewältigen. Die Rede ist von 2 Millionen Franken, die zusätzlich aufgebracht werden müssten.

Vor diesem Hintergrund hatte die Berner GEF die Tariferhöhung für Sozialdienste aufgehoben und die alten Tarife aus 1994 wieder für gültig erklärt. Der Protest vonseiten der Zahnärzte geht soweit, dass einige nun Sozialhilfeempfängern die Behandlung verwehren wollen. Eine baldige Einigung beider Parteien wäre daher wünschenswert.

Foto: Pixelot – stock.adobe.com

Mehr
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige