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Branchenmeldungen 26.11.2018

Zahnarztdichte: Werden Schweizer Patienten übertherapiert?

Zahnarztdichte: Werden Schweizer Patienten übertherapiert?

Die gestiegene Zahnarztdichte in der Schweiz hat den Druck auf einzelne Praxen erhöht. Wie bereits vor einem Jahr stehen erneut Vorwürfe im Raum, dass einige Zahnärzte zu Überbehandlungen greifen.

Laut Angaben der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) praktizieren in der Schweiz ca. 6'100 Zahnärzte (Stand: 2016). Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es noch 4'800 Zahnärzte. Grund für den Zuwachs ist unter anderem der Zustrom ausländischer Zahnärzte. So wurden in den vergangenen 16 Jahren mehr als dreimal so viele ausländische Diplome anerkannt als abgeschlossene Diplome in der Schweiz, wie die Luzerner Zeitung berichtet.

Einige Zahnärzte sollen auf den gestiegenen Konkurrenzdruck mit Überbehandlungen reagieren. Ein besonders beliebtes Mittel seien Implantate, wie Maggie Reuter auf dem Portal der Schweizerischen Stiftung SPO Patientenschutz erläutert. Schliesslich sind Zahnimplantationen mit Kosten von mehreren Tausend Franken lukrativ. Häufig werde das Vertrauen älterer Menschen ausgenutzt – einige Patientenbeschwerden liegen der SPO sowie der Luzerner Zeitung vor.

Wie viele Zahnärzte sich konkret dieser fragwürdigen Methodik bedienen und wie häufig sie diese anwenden, ist bisher allerdings nicht bekannt. Einzig die im letzten Jahr durchgeführte ETH-Studie «Health Services as Credence Goods: A Field Experiment» konnte erste reelle Zahlen liefern. Von 180 getesteten Zahnärzten legten mehr als ein Viertel dem „Undercover-Patienten“ Überbehandlungen nahe (ZWP online berichtete).

Maggie Reuter erachtet die Einrichtung einer kostenlosen Ombudsstelle für alle Patienten als sinnvoll.

Foto: Drobot Dean – stock.adobe.com
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