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Branchenmeldungen 31.01.2018

„Dental Arctic Rallye 8.000“ mit über 56 Teilnehmern gestartet

„Dental Arctic Rallye 8.000“ mit über 56 Teilnehmern gestartet

8.000km – 10 Tage – 11 Länder –  minus 40 Grad!

Unsere Weiterbildungstour der besonderen Art startete am 25. Januar, in der schlimmsten Zeit des Polarwinters.

Die Idee dafür wurde schon vor circa drei Jahren geboren. Anfang 2016 führten wir damals die erste Dental Arctic Tour durch. Aus den damaligen Erfahrungen heraus haben Horst Weber und Uwe Waldenmeyer die Organisation der neuen Tour optimiert. Damit für die teilnehmenden Kollegen das Risiko minimiert wird, haben diese beiden Abenteurer im letzten Jahr die Strecke alleine abgefahren. Bereits 2016 war das Ellen Institute für die Durchführung der Weiterbildungsvorträge verantwortlich. In diesem Jahr nun hat das Ellen Institute unter Leitung von Dr. med. Frank Liebaug noch zusätzliche Referenten aus dem Teilnehmerkreis gewinnen können. So ist das angebotene Fortbildungsprogramm mit insgesamt 23 Vortragsthemen sehr vielfältig.

Erste Impressionen

Den Teilnehmern wird viel abverlangt. Besondere Schwierigkeiten liegen in den langen Autofahrten und der Polarnacht, denn zum Jahresbeginn sind die Sonnenstunden nur gering an der Zahl, und ein Vielfaches an Zeit muss bei Dunkelheit bewältigt werden.

Aber gerade die Finsternis der Polarnacht soll eine große Herausforderung für die Kolleginnen und Kollegen sein. Es fahren in diesem Jahr auch reine Frauenteams mit.

Ein Problem oder besondere Schwierigkeit in der Polarnacht ist für die normalen Mitteleuropäer auch die Kälte. Obwohl das Thermometer in der Nordpolarregion selten unter die Marke von -45°C fällt, verstärken die Stürme im Winter die Kältewirkung dramatisch. Immer muss man für den schlimmsten Fall gewappnet sein. Eine Autopanne bei den langen Überlandfahrten darf nicht zur tödlichen Falle werden.

Eine Tabelle zu den Kältewirkungen bei Wind fasst die Verhältnisse nüchtern zusammen:

-1°C und wärmer Frisch. Leicht unangenehm.
-10 bis -1°C Unangenehm kalt.
-18 bis -10°C Sehr kalt.
-29 bis -18°C Beißende Kälte. Leichte Gefahr, wenn die Haut länger der Kälte ausgesetzt wird, sind Erfrierungen möglich.
-50 bis -29°C Intensive Kälte. Hohe Gefahr. Wenn die Haut der Kälte länger ausgesetzt wird, sind Erfrierungen sehr wahrscheinlich.
unter -50°C Extreme Kälte. Sehr hohe Gefahr! Binnen 30 Sekunden drohen der Haut Erfrierungen.

25. Januar 2018, east Hotel Hamburg, nach einer am Vorabend durchgeführten Einweisung durch die Organisatoren der Tour gibt um 7.30 Uhr MEZ Horst Weber das Startsignal.

Erfahrungsgemäß sind in dieser Phase alle Teams sehr angespannt. Alle 300 bis 400 Kilometer erhalten die Fahrer neue Koordinaten. Nachdem die letzten Kilometer im Norden Deutschlands passiert sind, gelangen die Teilnehmer über Dänemark nach Schweden.

Eine erste lange Etappe von ca. 2.300 Kilometern steht bevor, Hamburg–Polarkreis nonstop, ehe das erste Mal wieder gemeinsam Rast eingeplant ist. Das bedeutet, je nach Kondition, Fahrerwechsel, ohne wirkliche Pausen einzulegen. Nach einem langen Tag wird nun noch die ganze Nacht durchgefahren.

Pausenlos, aber nicht atemlos, durch die Nacht.

In den frühen Morgenstunden, so zwischen 3.00 bis 4.00 Uhr fällt erfahrungsgemäß alles am schwersten. Der Vorteil von unserem Ellen-Discovery-Team besteht darin, dass es nicht unsere erste Tour dieser Art ist. Das macht gelassener. Dennoch steckt auch uns die Müdigkeit in den Knochen. Rücken, Po und Beine sind strapaziert, als wir nach ca. 30 Stunden unser erstes großes Etappenziel in Santa Claus erreichen.

Nach einer Besichtigung des berühmten Dorfes über dem Polarkreis ist die erste warme Dusche und das gemeinsame Abendessen eine Wohltat.

Und danach folgt die Fortbildung, an der wirklich alle diszipliniert teilnehmen. Dies verwundert sicherlich so manchen Leser. Aber dies war bereits bei der ersten Fortbildungstour, genau wie dieses Mal, eine tolle Bestätigung, dass hier nicht Abenteurer, sondern Kolleginnen und Kollegen, die mit Herzblut ihren Beruf ausüben, dabei sind.

Mutige und innovative Zahnärzte, die sich auch unter schwierigen Bedingungen bewähren und ausprobieren möchten. Wie wichtig ein gut funktionierendes Navigationssystem auf dieser Tour für jedes Fahrzeug ist, ist jedem Teilnehmer, aber auch Leser klar.

Wie wichtig die navigierte und geführte Chirurgie, insbesondere in der Implantologie ist, führten Dr. Frank Kornmann und Dr. Frank Liebaug am ersten Weiterbildungsabend ein.

Auf einer solchen Tour werden offen und ehrlich klinische Erfahrungen aus der Praxis geteilt und manchmal hart diskutiert. Am Ende profitiert jeder davon und nimmt neue Ideen mit nach Hause.

Die extreme Belastung schärft die Sinne, und die vielen Eindrücke erweitern den eigenen Horizont.

Man kommt zu Erkenntnissen, die man so womöglich nicht alleine erkannt hätte.

Eine weitere Etappe war Tromsø, wo es unter anderem um Teamwork und die Bewältigung von schwierigen Patientenversorgungen, zum Beispiel mit patientenindividuellen Abutments oder Prothetikteilen, ging. Dazu hielt der Zahnarzt und Zahntechniker Dr. Peter Finke einen spannenden Vortrag, der die Kursteilnehmer wie ein Feuerwerk nach der langen Tagesfahrt wachhielt.

Die Zahntechnikerfamilie Thie machte auf die Wichtigkeit einer guten Kommunikation zwischen Zahnarzt, Oralchirurgen, Zahntechniker und natürlich den Patienten aufmerksam.

Auch die Sicherheit des Datenaustausches war ein heißes Thema.

Folgerichtig gab Kollege Dr. Holtorf einen weiteren Einblick in den konsequenten digitalen Workflow, wobei hier das Scannen im Mund bis zur fertigen Restauration aus Keramik beleuchtet wurde.

Und dann ging es am folgenden Morgen endlich zum großen Ziel, dem Nordkap. Sämtliche Teilnehmer bekommen alle 400 Kilometer neue Koordinaten, nachdem sie unterschiedliche Aufgaben in der Natur erfolgreich gelöst haben. Es musste eine Schneefrau gebaut werden. Ebenso gab es einen Schießwettbewerb. Derzeit betrug die kälteste Temperatur minus 34,5 °C. Horst Weber hatte natürlich einen Hubschrauber eingeplant, der alle Teams aus der Luft beobachtete. Nach 4.000 Kilometern wurde dann noch ein Schneeräumfahrzeug 13 Kilometer vor dem Nordkap eingesetzt, und die gesamten Teams fuhren in Kolonne zum Nordkap. Die Teams durften dann mit dem Helikopter Rundflüge machen. Das Nordkap wurde exklusiv für diese Gruppe komplett exklusiv reserviert. Nun erwarteten die Teams weitere drei Tage in Lappland mit neuen Aufgaben. Wir werden in der nächsten Ausgabe weiter berichten. Das Ranking der einzelnen Teams und der Streckenverlauf kann unter www.dental-arctic.de verfolgt werden.

Anmeldungen für 2019 sind schon möglich, und es können auch dann nur begrenzte Teilnehmer dabei sein.

Co-Autor: Horst Weber

Foto: Dental Arctic Rallye, Mehrwert Beratung GmbH
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