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Branchenmeldungen 22.04.2016

2. Internationales Anwendertreffen von Dentaurum Implants

Georg Isbaner
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2. Internationales Anwendertreffen von Dentaurum Implants

Dentaurum Implants lud dieses Wochenende zur International Dental Conference in die deutsche Hauptstadt ein. Über 300 Gästen aus dem In- und Ausland wurden an zwei Tagen von internationalen Experten in Vorträgen und Workshops auf den neusten Stand der dentalen Implantologie gebracht.

Es war der erste internationale Großkongress des weltweit agierenden Ispringer Dentalunternehmens nach dem Jubiläumskongress 2011 in Malta. Nach der Begrüßung am Freitagvormittag durch Priv.-Doz. Dr. med. dent. habil. Friedhelm Heinemann und Tobias Grosse, Bereichsleitung Implantologie Dentaurum Implants, konnten die Teilnehmer in vier aufeinanderfolgenden Workshops verschiedene Therapieansätze von der strategischen Pfeilervermehrung (Heinemann/Prof. Dr. rer. Nat. Dipl. Phys. Christoph Bourauel) über die Systematik des All-on-4®-Konzepts (Dr. med. dent. Sigmar Schnutenhaus, M.Sc.) bis hin zu praktischen Hinweisen zu GBR & GTR-Techniken (Dr. med. dent. Daniel Schulz) sowie Grundlegendes zum craniosacralen System im zahnärztlichen Kontext (Dr. rer. Nat. Dieter Lazik) erlernen und vertiefen.

Am Abend ging es dann zu einer exklusiven Veranstaltung ins Berliner „Wasserwerk“ mit beeindruckender Kulisse, regionalen Speisen, stimmungsvoller Musik und abwechslungsreichen Entertainment.

Impressionen

Der Samstag war geprägt durch ein hochkarätiges Vortragsprogramm namhafter nationaler und internationaler Referenten. Themen wie die Sofortbelastung von tioLogic® Implantaten (Heinemann/Bourauel), Digitalisierung in der Implantatprothetik (Schnutenhaus), anatomische und chirurgische Überlegungen zum lateralen Unterkiefer (Dr. med. Joachim Hoffmann/Dr. rer. Nat. Gudrun Stoya) wurden sowohl aus klinischer als auch aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet.

Designsimulation bei Sofort- und Spätbelastung

Bourauel und Heinemann zeigten vor allem eindrücklich, zu welchen Vorteilen die in großen Industriebereichen bereits seit Jahrzehnten erfolgreich angewandte Simulation von Finite Elemente Modellen (FEM) bei der Erforschung von Implantatdesigns gereichen kann. Dentaurum bedient sich seit einiger Zeit dieser Expertise und konnte somit die Designs seiner Implantate auf die verschiedenen biologischen Parameter (Knochendichte & -volumen, Primär- und Sekundärstabilität, Sofort- vs. Spätbelastung etc.) bis an die Grenzbereiche auf einander abstimmen. Auf der Hand liegt dabei, dass Dentaurum damit seinen Chirurgen einen genaueren Indikationsleitfaden bieten kann als manch andere Hersteller. Eine Empfehlung aus diesen FEM-Simulationen ist u.a., dass sich Sofortbelastungen eher bei Versorgungen auf mehreren Implantaten eignen, wohingegen bei Einzelimplantatversorgungen gerade im ästhetisch sensiblen Frontzahnbereich ein mehrzeitiges Vorgehen indiziert ist. 

Möglichkeiten und Grenzen digitaler Zahnmedizin

Schnutenhaus ging in seinem Vortrag auf die digitalen Möglichkeiten in der Implantatprothetik ein. Insbesondere betrachtete er dabei das Zusammenspiel von Individualisierung, Sicherheit und Preis. Er machte deutlich, dass durch die individuelle Gestaltung der prothetischen Aufbauten gerade bei monolithisch gefrästen CAD-CAM-Abutmentkronen sowohl sichere (Stichwort Chipping) als auch preiswerte (da nur aus einen Bauteil) und ästhetisch hervorragende Ergebnisse erzielt werden können. Voraussetzung hierbei sei die sorgfältige chirurgische und prothetische Planung. Durch die Einteiligkeit des implantatprothetischen Aufbaus ist außerdem die Verschraubung dieser Arbeiten dem Zementieren vorzuziehen, so Schnutenhaus. So können biologische Komplikationen (Mucositits, Zementitis etc.) vermieden als auch mögliche prothetische „Wartungsarbeiten“ vereinfacht werden. Die Grenzen der digitalen Vorgehensweise sieht Schnutenhaus bei der navigierten Chirurgie. Die Bohrschablone erfordere weiterhin ein sorgfältiges Vorgehen des Implantologen, da diese eher den prothetischen Aspekt der Implantation unterstützen (Implantataustrittspunkt, Angulation etc.).  

Risikominimierung durch anatomische und chirurgische Überlegungen

Hoffmann und Stoya machten in ihrem Vortrag über anatomische und chirurgische Überlegungen im lateralen Unterkiefer deutlich, wie entscheidend die anatomischen Kenntnisse in diesem hoch vaskularisierten und durch zahlreiche Nervenbahnen durchdrungenen Bereich bei chirurgischen Eingriffen sind. Besonders sollten bei größeren Knochenaufbaumaßnahmen wie dem Bonesplitting die Ernährungsstrukturen am abgelösten Knochen so gut es geht erhalten bleiben. Das Weichgewebe spiele beim Erfolg der GBR eine herausragende Rolle, so Hoffmann.

Des Weiteren wurde von Priv.-Doz. Dr. med. dent. Torsten Mundt diskutiert, ob der Trend zu Kurzimplantate wissenschaftlich untermauert werden kann. Tatsächlich ist die Studienlage für Implantate <10mm noch völlig unzureichend, um evidenzbasierte Aussagen zur Verwendung von Kurzimplantaten zu treffen. Bei bestimmten Indikationen mit geringer Knochenhöhe scheinen Kurzimplantate durchaus zu helfen, einen Sinuslift oder Knochenaugmentationsmaßnahmen zu vermeiden. Prof. Dr. med. Werner Götz präsentierte eine Zwischenbilanz seiner mittlerweile zehnjährigen Forschungsarbeit zur Einheilung und Abbau von Knochenersatzmaterialien im Kieferknochen. Götz hat inzwischen ein Studiennetz etablieren können, dass mithilfe der niedergelassenen Kollegen über 500 Knochenproben aus dem Bundesgebiet einsammeln konnte. Die zahlreichen Proben dokumentieren die Verwendung verschiedenster Knochenersatzmaterialien bei unterschiedlichen Patientengruppen und Indikationen. Somit könne er und sein Team sehr detailliert die einzelnen Phasen der Guided Bone Regeneration analysieren und beschreiben. Außerdem lassen sich mögliche biochemische Optimierungen für die Hersteller sowie Handlungsempfehlungen für den chirurgischen Einsatz ableiten.

Nach der Mittagspause referierten Prof Dr. Mohamed A. Al-Shahat /Ägypten zu minimalinvasiver Implantologie und Dr. med. dent. Stefan Möller über die kortikale Mikrofixation von Schraubenimplantaten mit Osteosyntheseplatten – Satellitenimplantate. Dr. Peter Schablin klärte über das Notfallmanagement in der zahnärztlichen Praxis auf, Prof. Dr. Klaus K.-F. Roth berichtete über Fortschritte in der Periimplantitistherapie. Die beiden Schlussvorträge wurden von Prof. Dr. Dr. med. habil. Kai-Olaf Henkel zu Komplikationen in der Implantologie und von Dipl. Päd. Herbert Prange über die dentale Intelligenz und die Gehirnforschung gehalten.

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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