Anzeige
Branchenmeldungen 06.04.2020

Die DGZI stellt sich vor: Im Gespräch mit Dr. Arzu Tuna

Die DGZI stellt sich vor: Im Gespräch mit Dr. Arzu Tuna

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie e.V. (DGZI) stellen sich in einer mehrteiligen Interviewserie die Protagonisten persönlich vor. In diesem Beitrag stellt sich die 2. DGZI-Vizepräsidentin Dr. Arzu Tuna den Fragen.

Frau Dr. Tuna, Sie sind seit einigen Jahren als zweite Vizepräsidentin der DGZI tätig. Wie kam es zu diesem Engagement?

Als niedergelassene Zahnärztin mit dem Schwerpunkt Parodontologie und Zahnerhaltung sowie als Mitglied der DGZI-Studiengruppe Köln bin ich schon sehr früh in den interdisziplinären Kontakt mit den implantologisch tätigen Kolleginnen und Kollegen getreten. Implantologie ist heute viel mehr, als bloß eine Schraube reinzudrehen. Es ist ein Teamsport, bei dem alle – Chirurg, Prothetiker, Techniker, Patient, aber auch das Praxisteam – an einem Strang ziehen müssen, damit eine implantatgestützte Rehabilitation nachhaltig gelingt. Die DGZI ist damals auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich diesen Teamgedanken und das Thema Zahnerhaltung auch in der Funktion der zweiten Vizepräsidentin in die Gesellschaft einbringen kann. Das fand ich klasse und habe mich natürlich dazu bereiterklärt.

Was sind Ihre Aufgaben in diesem Zusammenhang?

Seit meiner Zeit als Dozentin für Kinderzahnheilkunde an der Universität Köln weiß ich, dass ich sehr gern mit jungen, wissbegierigen Leuten zusammenarbeite, und ich behaupte auch, dass das auf Gegenseitigkeit beruht (lacht). Daher bin ich bei uns in der DGZI überspitzt formuliert für das Recruiting von jungen, ambitionierten Zahnärztinnen und Zahnärzten zuständig, die sich vorstellen können, ihren Tätigkeitsschwerpunkt in der Implantologie zu haben bzw., die sich in der Implantologie mit der Unterstützung der DGZI weiterbilden möchten. Wir haben einfach sehr coole, flexible, aber eben auch sehr fundiert aufbereitete Curricula. Da passen wir halt gut zu den jungen Leuten. Außerdem betreue und koordiniere ich den jährlichen Posterwettbewerb des Implant Dentistry Awards der DGZI. Hier haben wir natürlich ein sehr exklusives Konzept – die Digitale Poster-Präsentation. Das ist eine internetbasierte Posterausstellung, die man zum einen auf den Touchscreens und Tablets im Rahmen des DGZI-Jahreskongresses erleben kann. Zum anderen ist es komplett responsiv programmiert und kann auf jedem Smartphone und Rechner angeschaut werden – auch wenn man nicht auf dem Kongress selbst sein kann. Mit der Digitalen Poster-Präsentation haben wir die modernste Posterausstellung, die es für solche Anlässe gibt und jeder, der Lust hat, ein Implantologie-bezogenes Poster auch für den diesjährigen Jubiläumskongress einzureichen, kann dies gerne ab sofort wieder tun. Die besonders guten Arbeiten werden mit dem Implant Dentistry Award der DGZI ausgezeichnet – inklusive Preisgeld – also her mit euren Postern!

Was sind Ihre persönlichen Highlights, die Sie mit der DGZI in Verbindung bringen?

Ich bin ein sehr kommunikativer Typ. Daher freue ich mich insbesondere auf die zwischenmenschlichen Kontakte auf unseren Veranstaltungen. Vor allem während unseres jährlichen Kongresses führe ich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern spannende Diskussionen. Bei den interaktiven Table Clinics, die wir ja sehr erfolgreich bei uns umsetzen, schwinden die Berührungsängste zwischen den Kollegen. Das ist schon etwas Besonderes.

Die 2. DGZI-Vizepräsidentin Dr. Arzu Tuna koordiniert den jährlichen digitalen Posterwettbewerb des Implant Dentistry Awards der DGZI, der im Rahmen des Internationalen DGZI-Jahreskongresses stattfindet. © DGZI

Was sollte eine moderne Fachgesellschaft seinen Mitgliedern bieten?

Eine moderne Fachgesellschaft, egal, in welchem Bereich, sollte zunächst einmal ein gutes Netzwerk bieten, in das junge Kollegen sofort einbezogen werden. Mit unseren bundesweit aktiven DGZI-Studiengruppen verfügen wir über so ein Netzwerk. Neue Kolleginnen und Kollegen tauschen sich hier mit erfahreneren Kollegen aus, besprechen Indikationen und Vorgehensweisen. So ein Kollegenkreis ist unerlässlich, vor allem, wenn man nicht alle Fehler selber machen will (lacht). Als nächstes sollte eine zukunftsorientierte Fachgesellschaft über erstklassige, anerkannte und vor allem flexible Curricula verfügen. Mit unserem DGZI Online Campus werden E-Learning-Module mit praxisbezogenen Modulen verknüpft. Außerdem bekommen die Teilnehmer unserer Curricula auch direkten Zugang zur ITI Online Academy, in welcher gerade junge und implantologisch wenig erfahrene Zahnärzte erste Inhalte der zahnärztlichen Implantologie lernen können.

Neben Ihrer Tätigkeit als zweite Vizepräsidentin der DGZI sind Sie vor allem leidenschaftliche Zahnmedizinerin und Referentin. Damit sind Sie nah an den Patienten und Kollegen. Wie hat sich die Zahnmedizin in Ihren Augen in den vergangenen Jahren verändert und welchen Stellenwert messen Sie der Implantologie bei?

Wir leben in einer sehr spannenden und für die Zahnmedizin als solche überaus erfolgreichen Zeit. Die einzelnen Teildisziplinen der Zahnmedizin sind extrem leistungsstark geworden und bieten zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten an, die eine nachhaltige Mundgesundheit fördern und die ästhetischen Aspekte dabei einbeziehen. Patienten ist zunehmend bewusst, dass die Zahnmedizin auch bei kleineren Makeln oder kleineren funktionalen Störungen sinnvolle Therapieoptionen vorhält. Dank der erfolgreichen Arbeit von Fachgesellschaften wie der DGZI, die ja immerhin die älteste europäische Fachgesellschaft für Implantologie ist, können Patienten in der Breite von den vielen niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen implantologisch versorgt werden. Da die Implantologie zudem nicht nur die funktionalen Aspekte berücksichtigt, sondern beispielsweise auch für den ästhetisch hochsensiblen Frontzahnbereich minimalinvasive Lösungen parat hat, ist sie zu einer der Kerndisziplinen in der modernen Zahnheilkunde geworden. Die Implantologie ist quasi die zweite Chance für die Patienten – und das mit einer extrem hohen Erfolgsquote.

Die Implantologie ist schon lange keine isolierte Einzeldisziplin innerhalb der Zahnmedizin mehr. Warum ist die Implantologie aus einem modernen Praxiskonzept nicht mehr wegzudenken?

Aus den bereits erwähnten Möglichkeiten ist die Implantologie ein wesentlicher Baustein des Therapiespektrums der Zahnheilkunde. Jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt sollte die Vorgehensweisen und Möglichkeiten moderner Implantologie und Implantatprothetik kennen, um die Patienten richtig aufklären zu können. Damit vermeidet man beispielsweise, dass der medizinisch indizierte Zeitpunkt für eine implantologische Behandlung verpasst wird. Idealerweise sollten die Kolleginnen und Kollegen in der Lage sein, die Implantattherapie selber vorzunehmen. Darüber hinaus machen die modernen Implantatsysteme sowie die digitalen Planungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten, die seitens der Industriepartner bereitgestellt werden, den Einstieg in die Implantologie sehr attraktiv. 

Frau Dr. Tuna, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: DGZI

Foto Teaserbild: DGZI

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige