Branchenmeldungen 08.06.2016

Donaumetropole Wien heißt 2. ITI Kongress Österreich willkommen

Donaumetropole Wien heißt 2. ITI Kongress Österreich willkommen

Foto: © OEMUS MEDIA AG

Dem ersten, 2013 in Salzburg stattgefundenen und überaus erfolgreichen nationalen ITI Kongress der ITI Sektion Österreich, folgte nun unter der aktuellen Themenstellung „Innovation und bewährte Konzepte auf dem Prüfstand“ die zweite Veranstaltung dieser Art.

Dazu begrüßten Priv.-Doz. DDr. Michael Payer (ITI Education Delegate, Graz) und DDr. Sascha Virnik (ITI Chair, Klagenfurt) am vergangenen Freitag Zahnärzte, Oral- und Kieferchirurgen, Zahntechniker sowie Wissenschaftler mit Interesse an dentaler Implantologie aus dem deutschsprachigen Raum zu einem zweitägigen Kongressprogramm im zentral gelegenen Hotel InterContinental Wien. Eine Reihe hochkarätiger Referenten widmete sich vor Ort aktuellen Frage- und Problemstellungen der implantologischen Behandlungsplanung, Rehabilitation und Nachsorge von Patienten und stellte dabei neue Ansätze, bisher geltenden Konzepten aufgeschlossen und zugleich kritisch gegenüber.

Themenblöcke

Das neu formierte österreichische ITI Leadership Team, bestehend aus DDr. Sascha Virnik, Priv.-Doz. DDr. Michael Payer, Dr. Andrea Albert-Kiszely (ITI Study Club Coordinator, Wien) und Priv.-Doz. DDr. Ulrike Webersberger (ITI Communication Officer, Innsbruck), unterteilte das Kongressprogramm in drei thematische Blöcke: Den Beginn am Freitag machte der Block „Planung/Prothetik/Neue Materialien“, gefolgt am Samstagvormittag von „Regeneration vs. minimalinvasive Konzepte“. Abschließend verbanden einzelne Beiträge am Samstagnachmittag die weitgreifenden Felder „Komplikationsmanagement/Risikopatienten/Langzeitbetreuung alternder Implantatpatienten“. Durch die zwei Programmtage wurden die Teilnehmer mit einer wechselnden Moderation geführt. Zum Moderationsteam am Freitag gehörten DDr. Sascha Virnik und Dr. Andrea Albert-Kiszely. Am Samstag moderierten Priv.-Doz. DDr. Michael Payer und Priv.-Doz. DDr. Ulrike Webersberger die Veranstaltung.

Impressionen

Einleitende Workshops

Den Kongressbeiträgen vorangestellt waren am Freitagvormittag zwei Workshops der Industrie, ausgerichtet durch die beiden Firmen botiss biomaterials und Jeder GmbH Sinuslift Technology. Der erste Workshop (botiss biomaterials), geleitet von Dávid Botond Hangyási (Szeged, Ungarn) präsentierte den Teilnehmern die Planung einer geführten Knochenregeneration und des ridge-splittings mittels eines 3-D geplanten Knochenaufbaukonzeptes und der CT-navigierten dreidimensionalen Implantatpositionierung. Dabei verdeutlichte der Workshop das Operationsverfahren mit Hilfe von Video-Aufnahmen, um die Methode der horizontalen Knochenregeneration Schritt für Schritt nachvollziehbar zu machen. Im Anschluss daran konnten Teilnehmer die so erläuterte Technik in einem „Hands-on“ selbst durchzuführen.

Unter dem Workshoptitel „Minimalinvasiver Sinuslift mit maximaler visueller Kontrolle – das mit hydraulischem Druck arbeitende Jeder-System (inkl. Hands-on)“ wurde in einem zweiten Workshop (Jeder GmbH Sinuslift Technology) unter Leitung von Dr. Marcus Engelschalk (München) den Teilnehmern das innovative Jeder-System zum minimalinvasiven Sinuslift vorgestellt. Dabei wurde der entscheidende Vorteil des Systems – die Verwendung hydraulischen Drucks für den Ersteintritt in den Sinus – genauer beleuchtet. Denn der hohe Druck befördert die Schneider'sche Membran schlagartig aus dem Gefahrenbereich: Damit besteht kein Grund mehr, den Sinuslift zu vermeiden. Anschließend an den Vortrag präsentierte Dr. Engelschalk Patientenfälle  und danach bestand auch hier für die Teilnehmer die Möglichkeit,  das Jeder-System am Phantomkopf bzw. an Probeplättchen hands-on auszuprobieren.

Möglichkeiten und Grenzen der Implantatprothetik

Den Auftakt zur Vortragsreihe innerhalb des ersten Themenfeldes („Planung/Prothetik/Neue Materialien“) machte Dr. Ulf Meisel (Nürnberg) mit seinen Erörterungen zur „Schnittstelle Weichgewebe – Neue Konzepte zum prothetischen Weichgewebemanagement und die Bedeutung für die Langzeitstabilität“. Im Anschluss daran sprach Priv.-Doz. DDr. Ulrike Webersberger zu „Neuen Möglichkeiten und Grenzen“ der „Vollkeramik in der Implantatprothetik“. Nach einer Kaffeepause innerhalb der den Kongress begleitenden Industrieausstellung wurde die fachliche Ausrichtung des Tages abgerundet durch die Erläuterungen von Univ.-Prof. Dr. Martin Lorenzoni (Graz) zum „Zahnlosen Oberkiefer – Innovationen und bewährte Versorgungskonzepte“.

Entspannen und vernetzen: Straumann-Party auf „Wolke 21“

Auch das diesjährige Rahmenprogramm bot den Teilnehmern eine ganz besondere Event-Location zum abendlichen Entertainment dar: auf der Dachterrasse im 21. Stockwerk des Wiener Saturn Towers („Wolke 21“) konnten die Kongressgäste einen einzigartigen Panoramablick auf Wien und Umgebung genießen. Gleichzeitig ließ eine originelle Programmmischung aus Comedy, Livemusik und kulinarischen Genüssen den ersten Kongresstag in entspannter und informeller Atmosphäre ausklingen. 

Was funktioniert wirklich? Was nicht und warum?

Der zweite Kongresstag startete mit dem Themenblock „Regeneration vs. minimalinvasive Konzepte“. Hierzu bot Prof. Dr. Ralf Smeets (Hamburg) einen engagierten Vortrag unter den Fragestellungen „Moderne regenerative Konzepte in der Implantologie – Was funktioniert wirklich? Was nicht und warum?“. Dabei unterstrich Prof. Dr. Smeets die oftmals noch prekäre, weil mangelhafte evidenzbasierte Datenlage zu vielerlei, auch älteren implantologischen Verfahren und Produkten, ohne die ein sicheres Arbeiten nicht möglich ist. Was von der unter starkem Druck stehenden Industrieseite angeboten und auf Hochglanzbroschüren aufbereitet wird, rechtfertigt noch keinen Einsatz in der Medizin. Dazu benötige es mehr denn je (Langzeit-) Studien, die Behandler wie Patienten absichere. Hier leiste die ITI mit ihren Forschungsprojekten, zusammen mit ihrem Partner Straumann, gute und notwendige Arbeit. Darüber hinaus ging Prof. Dr. Smeets auf solche Neuerscheinungen ein wie allogene Materialien, L-PRF (getrocknete Membranmaterialien), ReOSS (Bonebuilder) und Seide als wunderbares Biomaterial ein.

Im Anschluss erörterte Univ.-Prof. DDr. Alexander Gaggl (Salzburg) „Neue und altbewährte Strategien“ in Bezug auf die „Regeneration hochatropher Kiefer“ und Univ.-Prof. Dr. Thomas Bernhart (Wien) präsentierte „Minimalinvasive Konzepte zur Versorgung atropher Kiefer“.

Im Weiteren unternahm Priv.-Doz. DDr. Ulrike Webersberger als ITI Communications Officer einen Hinweis in „eigener“ Sache und stellte die Online-Lernplattform „ITI Online Academy“ vor. Dabei erhielten die Zuhörer einen umfassenden Überblick über die zahlreichen E-Learning-Funktionen und neun Module des seit 2014 bestehenden ITI-Curriculums. Allen Interessierten, ob Mitglied des ITI oder nicht, steht über die Academy ein kostenloser, lebenslanger Account zur Verfügung, der es ermöglicht, sich optimal nach dem Prinzp des „Blended Learning“ weiterzubilden. Lernen als Verstehen (im Gegensatz zu einem puren Auswendiglernen) wird hierbei über eine breite Facette an multi- und crossmedialen Angeboten bestmöglich gefördert. 

Der zweite Teil des Tages verhandelte die Schwerpunkte „Komplikationsmanagement/Risikopatiente/Langzeitbetreuung alternder Implantatpatienten“. Auch für diesen Themenblock konnten Koryphäen der Implantologie gewonnen werden: so sprach Prof. Niklaus P. Lang (Bern) zu „Alten und neuen Erkenntnissen“ bezüglich der „Implantologie im parodontal komprimittierten Gebiss“. Hierbei betonte Prof. Lang, dass Implantate nach wie vor „high maintanance“ sind und von Behandlerseite immer wieder Kontrollen benötigen, um vermeidbare Infektionen, d.h. biologische Komplikationen, auszuschließen. Gleichzeitig braucht es compliance und die aktive Mitarbeit des Patienten bezüglich einer adäquaten Mund- und Zahnpflege, um den Langzeiterfolg von Implantaten zu unterstützen. Gerade die Bedrohung durch Bakterien sollte dabei nie unterschätzt werden.

Dem ITI Leadership Team war es eine besondere Freude, den derzeitigen Präsidenten des International Team for Implantology (ITI), Prof. David Cochran (San Antonio, USA), in Wien begrüßen zu können. In seinem englischsprachigen Beitrag („Contemporary implant designs – what has changed?“) widmete sich Prof. Cochran neuzeitigen Implantatdesigns und stellte dabei die Designs tissue level, butt-joint und platform switch einander gegenüber. Dabei zeigte sich unter anderem – basierend auf einer neunjährigen, unabhängigen Langzeitstudie – dass die Verwendung der Straumann Tissue Level SLA Implantate im Vergleich mit anderen Implantatdesigns ein geringeres Risiko für frühe wie spätere Implantatverluste aufweist und auch das Periimplantitis-Risiko deutlich verringert ist.   

Nach einer weiteren Diskussion und Kaffeepause referierte zum Abschluss des Vortragsprogramms Univ.-Prof. Dr. Gernot Wimmer (Graz) über „Neues und Altbewährtes zum Management periimplantärer Weichgewebskomplikationen“.

Begleitet von den Schlussworten von Priv.-Doz. DDr. Michael Payer und DDr. Sascha Virnik endete am Samstagnachmittag der 2. ITI Kongress Österreich. Veranstalter wie Teilnehmer zeigten sich überaus zufrieden. Die präsentierten Beiträge ebenso wie die anregenden Diskussionen entsprachen voll und ganz dem Grundgedanken des ITI: Neueste Forschungstendenzen und Entwicklungen wurden sichtbar gemacht und gleichzeitig deren Chancen, Limitierungen und Praxistauglichkeit kritisch hinterfragt. Dabei wurde auch betont, dass der Erfolg der Implantologie, trotz stetig verfeinerter Technik, immer noch und immer wieder vom Anwender bzw. Behandler abhängig ist. Denn, so hat es Univ.-Prof. Dr. Thomas Bernhart in seiner Präsentation amüsant und aussagekräftig zugleich getroffen: „A fool with a tool is still a fool.“ Dem könnte darüber hinaus der Leitspruch des ITI Curriculums nachgesetzt werden: „Knowledge is Key“.

Industrieausstellung

Wie schon 2013 in Salzburg wurde der Kongress auch in diesem Jahr von einer Industrieausstellung begleitet. Dabei boten die sich in unmittelbarer Nähe zu den beiden Vortragssälen befindenden Ausstellungsräumlichkeiten der Industrie eine einmalige Plattform zur Präsentation neuester Produkte und innovativer Lösungen. So nutzten unter anderem die Firmen Straumann (Aussteller und Veranstaltungspartner), botiss biomaterials, BRUMABA, EMS, Geistlich Biomaterials, Heraeus Kulzer, Jeder GmbH Sinuslift Technology, Morita, W&H sowie Zantomed die Möglichkeit, mit den Kongressteilnehmern ins Gespräch zu kommen und standen gleichzeitig für konkrete Fragen und Hinweise der Besucher zur Verfügung.

Gebündelte Expertise des ITI  

Das aus 27 nationalen Sektionen bestehende Internationale Team für Implantologie (ITI) vereint weltweit Fachgrößen und Meinungsführer aller Bereiche der dentalen Implantologie und der damit verbundenen Geweberegeneration mit dem Ziel, Behandlungsmethoden und -ergebnisse zum Wohl des Patienten kontinuierlich zu verbessern. Dabei fördert die ITI eine evidenzbasierte Fort- und Ausbildung sowie Forschung auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene und bietet ihren mehr als 17.000 Fellows und Members vielfältige Möglichkeiten der modernen Vernetzung und des Informationsaustauschs. In idealer Weise werden so neueste Forschungstendenzen mit dem konkreten Anwenderwissen aus der klinischen Praxis verknüpft und dies einem großen und stetig wachsenden Publikum zugänglich gemacht.

Seit 2014 wird das weltweite Angebot von Workshops, Tagungen und Kongressen um ein weiteres, zeitgemäßes wie überaus nutzbringendes Tool der Fortbildung ergänzt: die ITI Online Academy. Die E-Lernplattform stellt Benutzern aller Wissens- und Erfahrungsstufen und damit allen Fachleuten mit Interesse an der dentalen Implantologie ein im Peer-Review Verfahren begutachtetes Curriculum aus strukturierten Lernmodulen ortsunabhängig zur Verfügung.

ITI International Team for Implantology
Tel.: +41 61 2708383
www.iti.org

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